Schon wieder Abschied Farewell again

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Es sind noch fünf Tage, die ich in Logaweng bin. Am Sonntag wurde ich schon im Gottesdienst vom Principal des Seminars P. Beka Kosieng mit herzlichen Worten verabschiedet.  Zum vierten Mal heißt es Aufräumen, Sauber machen, Packen, Abschied nehmen. Das waren denkwürdige sechs Monate mit dem Covid19 Lock down und dem Abschied von drei deutschen Mitarbeitenden: Dem Volontär Corneliusz, Pfrin Anne und Pfr. Knut Cramer mit Nora und Jaron. Corneliusz hatte nur die Hälfte seines Volontariats absolviert und war aus gesundheitlichen Gründen zurückgegangen. Anne wollte ihr drittes Kind in Dtld. auf die Welt bringen und deshalb ist die Familie Mitte März dort hin gegangen. Aus ihrer Rückkehr wird aus verschiedenen Gründen nichts. P. Edwin Huevos, der Dean of Studies (Studienleiter) und seine Frau Elvie sitzen in den Philippinen seit März fest. Sie wollen unbedingt kommen, aber Manila ist noch zu. So war ich hier mit Antonio Tan, dem Station Manager und habe die Stellung der überseeischen Mitarbeiter gehalten. Letzte Woche übergab ich nun die Aufgabe als Treasurer (Finanzverwalter) an P. Robert Baraino. Den Bookstore betreibt ab Term III (August) P. Krou Magob. Eine umfangreiche Aufgabe, wenn man den logistischen Aufwand bedenkt, um den Nachschub aus Lae mit dem Motorboot her zu schippern. Das Angebot wird auf das Kerngeschäft mit theologischen Büchern reduziert. Die vielen Papierwaren, Schreibgeräte etc. werden abverkauft.    

Farewell again

There are five days left in Logaweng. On sunday I was already warmly farewelled by the principal of the seminary P. Beka Kosieng. It‘s for the fourth time, that I have to tidy the house, clean up, pack and say goodbye. It was a memorable six months with the Covid19 lock down and the farewell to three German colleagues: Volunteer Corneliusz, Rev. Anne and Rev. Knut Cramer with Nora and Jaron. Corneliusz had only completed half of his 12 months here. He had left due to health reasons. Anne wanted to have her third child in Germany. That’s why the family went there in mid-March. There are several reasons why they won‘t return. Pastor Edwin Huevos, the Dean of Studies (director of studies) and his wife Elvie have been locked down in the Philippines since March. They really want to come back, but Manila is still closed. So it was me and Antonio Tan, the station manager, who were left as the only overseas employees. Last week I handed over the task of the Treasurer to P. Robert Baraino. P. Krou Magob operates the bookstore from term III (August). An extensive task, considering the logistical effort to ship the supplies from Lae by motorboat. Goods offered at the store are reduced to the core business of theological books. The many paper goods, writing utensils, etc. are sold off.

Alles lebt

Es ist wieder Regenzeit. Wenn ganz selten mal die Sonne scheint, dann kommt wieder ganz schnell Leben in die Luft. Libellen schwirren vorbei. Große blaue und gelbe Schmetterling flattern um den Hibiskus Busch. Bei mir im Haus ist es auch überall lebendig. Etwa zwanzig Geckos leben hier. Die können einen manchmal ganz schön erschrecken. Sie sind superschnell und wieseln, wenn sie sich kurz mal zeigen, auch wieder flink in Deckung, hinter Bilder, Schränke oder unters Bett.  Ich respektiere sie als Mitbewohner, denn sie fressen Mücken und lästige Moskitos. Wenn ich morgens mein Haferflocken Müsli anrühre, schwimmen manchmal mikroskopisch kleine Käfer auf der Oberfläche, die man dann leicht abseihen kann. Neulich hatte sich überraschend eine Kleinameisen Kolonie in meinem Schreibtisch eingenistet. Sie waren eifrig dabei ihre Eier abzulegen. Das geht natürlich zu weit. Vor allem, weil die Geckos sie in Ruhe lassen und niemand sonst ihnen Einhalt gebietet.    

Everything is alive

It’s rainy season again. The sun shines very rarely but if it does, life comes up again very quickly. Dragonflies buzz past. Large blue and yellow butterflies flutter around the hibiscus bush. My house it is alive everywhere. About twenty geckos live here. Sometimes they scare me. They are super fast and, after they show up briefly, they wobble quickly under cover, behind pictures, cupboards or under the bed. I respect them as roommates because they catch flies and annoying mosquitos. When I mix my oatmeal muesli in the morning, microscopic beetles sometimes swim on the surface, which may then easily be strained. Surprisingly, a small ant colony had recently nestled in my desk. They were eager to lay their eggs. That goes too far, of course. Mainly because the geckos leave them alone and no one else than me can stop them.

Seminararbeit

Es sind noch drei Tage Unterricht. Ich muss noch die letzte Arbeit korrigieren. Thema: “Introduction to Christian Education“ Da ging es in den letzten Stunden über das umfangreiche “Rainbow Program“ mit Unterrichtsmaterial von der 3. bis zur 12. Klasse. Die Studenten haben schon letztes Jahren damit in der Primary School unterrichtet. Darum ging es v.a. um Unterichtsplanung und Stundenorganisation. Vorher haben wir mit dem “Was Long Sipsip“ (Weide meine Schafe) Programm für die Sonntagsschule gearbeitet.  Dann gab eine Einführung in das “Five-Star-Program“ für die Jugendarbeit. Insgesamt ist die Zeit in einem Semester eigentlich viel zu knapp bemessen. “We have to make do“ nach dem Motto “Nur das Wesentliche“ wobei aber die im Südpazifik nötige Ausführlichkeit und Redundanz auf der Strecke bleibt.

Auf den Bildern seht ihr Yia 1 (Jahrgang 1), mit dem wichtigsten Werkzeug gegen den ständig strömenden Regen. Bei Ihnen habe ich Musik und Christian Life Studies gegeben. Mit den Yia 2 Studenten zusammen haben wir ihre CLS Unterrichtsstunden in den Primary Schools in Gagidu und Kambili begleitet und ausgewertet. Deshalb das Exercise Book. Yia 3 hatte ich in Englisch und “Introduction to Christian Education“. Im Abschlussjahr-gang der Yia 5 Studenten arbeiteten wir in Dogmatik über die Eschatologie. Offensichtlich müssen sie viel in der Bibliothek arbeiten und Bücher wälzen.

Die Studentenfrauen haben jeden Tag ihren eigenen Unterricht. Nähen ist ein praktisches Fach davon. Da lag es nahe die fehlenden Gesichtsmasken gegen Covid19 selbst herzustellen. Im Laden sind sie viel zu teuer, wenn sie nicht gerade ausverkauft sind. Selber machen ist kreativ und die individuellen Ergebnisse sind originell.

Work in the Seminary

There are still three days of classes. I have to correct the last work. Topic: „Introduction to Christian Education“ In the past few periods, we talked about the extensive “Rainbow Program” containing teaching material from 3rd to 12th grade. The students used to teach it in primary school last year. Therefore we concentraded on about lesson planning and lesson organization. Before that we worked with the „Was Long Sipsip“ program for Sunday school. Then there was an introduction to the “Five Star Program” for youth work. Overall, the time in a semester is actually far too tight. „We have to make do“ according to the motto „only the essentials“, but the level of detail and redundancy required in the South Pacific falls by the wayside.

In the pictures you can see Yia 1 (class 1), with the most important tool against the constantly pouring rain. I taught music and Christian Life Studies to them. Together with the Yia 2 students, we monitored and evaluated their CLS lessons in the primary schools in Gagidu and Kambili. Hence the Exercise Book. I had Yia 3 in English and “Introduction to Christian Education”. It is the final year for the Yia 5 students. We did dogmatics esp. eschatology together. Obviously, they have to turn thick tomes an work a lot in the library.   The student women have their own lessons every day. Sewing is a practical part of it. So it made sense to make the missing face masks against Covid19 themselves. They are far too expensive in the shop if they are not sold out. Do it yourself is creative and the individual results are original.

Taufe in Wareo

Ich sollte Sonntag 28.06. in Wareo predigen. Wir fuhren mit drei Studenten und einem Gemeindeältesten schon am Samstag dorthin. Die Studenten hatten vorsorglich Spaten, Axt und Buschmesser eingepackt. Das würde man wohl brauchen, meinten sie. Nach ca. 20 km lag ein umgestürzer Baum über der Strasse, an dem wir ohne Hacken und Schneiden nicht vorbei kamen. Nach ca. 40 km bog ein enges und recht unwegsames Strässlein links ab. Die letzten 10 km waren eine echte Herausforderung für Fahrer und Beifahrer. Das Auto hopste und rutschte bergan wie ein Rodeopferd. Hier kamen mir meine 4-Wheel-Fahrkenntnisse aus unserer Zeit im Hochland (Simbu) zu Gute. Die Komplimente der Beifahrer spornten mich an. Nur zweimal blieben wir stecken. Jetzt kam der Spaten und die Schubkraft der Mitfahrer zum Einsatz.  Die erste schlimme Stelle wurde dann doch im dritten Anlauf zügig genommen. Ca. einen km vor Wareo hielt uns dann aber ein tückisches Lehm, Schlamm, Morastloch auf. Man muss nur immer der eingefahrenen Lehmspur folgen. Dann macht der 4-Wheel-Drive schon seine Arbeit. Aber ein kleiner Spurwechsel und schon sitzt man fest. Wir waren schon in Gedanken den letzten Teil der Strecke zu Fuss nach Wareo unterwegs. Aber der erfahrene Councillor (Gemeinderat), den wir an der Abzweigung mitgenommen hatten, stand mit Rat und Tat zur Seite. Das Auto kam wieder frei. Und er war, wie die anderen auch, von oben bis unten mit Schlamm bespritzt.

Baptism in Wareo

Was to preach in Wareo on Sunday 28.06. We went there with three students and a church elder on Saturday. As a precaution, the students had packed a spade, an ax and bush knives. You would need them, they said. After about 20 km there was a fallen tree over the road, which we couldn’t get past without chopping and cutting. After about 40 km, a narrow and quite rough road turned left. The last 10 km were a real challenge to the driver and the passengers. The car hopped and slid uphill like a rodeo horse. Here I benefited from my 4-wheel driving skills from our time in the highlands (Simbu). The the passengers‘ compliments spurred me on. We only got stuck twice. Now the spade and the thrust of the passengers came into play. The first bad spot was quickly taken in the third attempt. Approx. a km before Wareo a treacherous clay, mud, gue hole stopped us. You just have to always follow the clay track. Then the 4-wheel drive does its job. But a little change of lane and you’re stuck. We were already imagining the last part of the route on foot to Wareo. But the experienced councilor (local councilor), whom we had taken with us at the turnoff, was on hand with advice and action. The car came free. And like the others, he was splashed with mud from top to bottom.

Ich wollte meinen Freund Pfarrer Muhujuc Muhujupe besuchen und hatte mich eigentlich  nur auf den Gottesdienst am Sonntag eingestellt. Als wir aber um ca. 14:30 in Wareo ankamen, war dort eine große Menschenmenge vor einem “Grandstand“ versammelt. Der Master of Ceremonies sagte, ich solle nur gleich aussteigen, auf die Tribüne kommen und ein kurzes Grußwort an die Festversammlung sagen. Der Gouverneur der Morobe Provinz sei schon mit dem Helicopter eingetroffen und würde nach mir eine Rede halten. Man feiere hier den Jahrestag der ersten Taufe von sechs Christen, die der Missionar Andreas Zwanzger im Juni 1922 durchgeführt hat. In Erinnerung daran seien gerade sechs Kinder von Pfr. Muhujuc getauft worden. Da sei es doch ein schöner Zufall, dass ein Deutscher von der Bayerischen Mission vorbeikomme. Leicht verdattert, aber kurz und freundlich grüßte ich die versammelte Gemeinde. Der Governor, der aus der Gegend stammt, sprach dann etwa eine Stunde über seine Beziehung zu Volk und Land und darüber, was er für sie geleistet habe und noch leisten werde, wenn er 2021 wieder gewählt würde. Er gebe 50.000.- Kina. Dafür solle ein Monument errichtet werden, das an die historische  Taufe und den Beginn des Christentums in Wareo erinnere. In einem Jahr käme er wieder und wolle das Monument einweihen.                                                                                                                       Für uns Gäste hatte man innerhalb einer Woche ein Schlafhaus errichtet. Wir waren bestens versorgt und untergebracht. Seit dem Abend regnete es ununterbrochen die ganze Nacht durch bis zum Beginn des Gottesdienstes am nächsten Morgen. Dann ein schöner Gottesdienst umrahmt von Kate Liedern, die ein temperamentvoller Herr fröhlich auf der Kundu (Handtrommel) begleitete.                                                                   Auf der Rückfahrt begleitete uns ein Driver, der die Matschstrecke in- und auswendig kannte und wir kamen gut und sicher wieder unten am “Küsten-Highway“ an.

 I wanted to visit my friend Pastor Muhujuc Muhujupe and was only thinking of a Sunday service. But when we arrived in Wareo at around 2:30 p.m., a large crowd was gathered in front of a “grandstand”. The Master of Ceremonies told me to just get out of the car, get on the grandstand and say a a few words of greeting to the general assembly. The governor of the Morobe province had already arrived by helicopter and would give a speech after me. They celebrated the anniversary of the first baptism of six Christians, carried out by missionary Andreas Zwanzger in June 1922. In memory of this event Rev. Muhujuc, had just baptized six children. It was a nice coincidence that a German from the Bavarian Mission came by. Slightly baffled, but shortly and friendly I greeted the assembled congregation. The local governor then spoke for about an hour about his relationship with the people and the country and what he had and will do for them if he was re-elected in 2021. He gave 50,000 Kina for a monument to be erected, which commemorated the historical baptism and the beginning of Christianity in Wareo. In a year‘s time he would come back and inaugurate the monument.                                                                                                                                             A one-room house had been built for us guests within a week. We were well looked after and accommodated. It was raining all night from evening to the beginning of the service the next morning. Then a beautifully joyous service started, framed by Kate songs, which a spirited gentleman happily accompanied on the Kundu (hand drum).                                     For the return trip we were accompanied by a driver who knew the muddy track inside out and we arrived safe and sound back down at the „Coastal Highway“.

Taufe in Logaweng

Am 12. Juli wird der ELC-PNG Sonntag gefeiert. An diesem Tag ging Johannes Flierl in Simbang (5 km von hier) an Land und begann die Missionsarbeit, aus der die Evang. Luth. Kirche entstand. Der Tag wird immer feierlich begangen. Dieses Jahr gab es eine Taufe von vier Kindern. Darunter auch Jerome Ilau, benannt nach einem der ersten Missionare, das Enkelkind von P. Krou Magob einem neuen Dozenten am Seminar.      Der Principal P. Kosieng hielt eine beeindruckende Predigt darüber, was es heißt evange-lisch zu sein. Gott liebt uns. Das ist die gute Nachricht, die Jesus brachte. Wenn wir diese  Liebe annehmen hat das Folgen für unser Leben. Als das Evangelium neu nach Neuguinea kam haben sich die Verhältnisse in den Dörfern verändert. Unter Feinden kehrte Friede ein. Die Menschen gingen anders miteinander um. Das war eine Sache der ganzen Gemeinschaft. Man kümmerte sich um die Schwachen und Kranken nicht nur in der eigenen Familie, sondern auch die Beziehung zu anderen wurde wichtig.  Eine weitere Konsequenz war die Mission. Die Leute bekamen Mut in unbekannte Gebiete zu anderen Stämmen zu ziehen und dort vom Miti (Evangelium) zu erzählen. Wenn die Gemeinde einen ausgewählt hat und er diesem Singaut (Berufung) gefolgt ist, dann folgte er damit dem Auftrag Gottes das Evangelium weiterzutragen. Deshalb heißen wir auch Evangelisch Lutherische Kirche. Dann ist er losgewandert mit seinen Mitbrüdern durch schwieriges Gebiet, über Berge und Täler nur mit dem Allerwichtigsten im Bilum (Netzsack). Das waren die Pioniere. Heute ist das ja anders. Da wartet der Pfarrer auf das Auto, das ihn zu seiner Gemeinde bringt. Er erwartet, dass sie sein Haus bauen, seinen Garten vorbereiten. Früher hat da die ganze Gemeinschaft mitgemacht. Heute ist das nur noch eine kleine Kernmannschaft. Viele folgen ihren eigenen Plänen und Wünschen. Sie winken ab, wenn sie den Singaut bekommen. Aber können wir das? Können wir uns vor Gott verstecken oder davonlaufen?                                                                                            

Baptism in Logaweng  

 The ELC-PNG Sunday is celebrated on July 12th. On this day Johannes Flierl went ashore in Simbang (5 km from here) and began the missionary work from which the Evang. Luth.  Church came into being. The day is always celebrated solemnly. There were four children baptized this year. Including Jerome Ilau, named after one of the first mission-aries, the grandchild of P. Krou Magob, a new lecturer at the Seminary. Principal P. Kosieng gave an impressive sermon on what it means to be evangelical. God loves us. That is the good news that Jesus brought. If we accept this love, it has consequences for our life. When the gospel came to New Guinea, the situation in the villages changed. Peace came among enemies. People treated each other differently. It was a community thing. They took care of the weak and sick not only in their own families, The peaceful relationship with others became important. Another consequence was the mission. People got courage to move to unknown tribes and tell them about the Miti (gospel). If the church chose a man and he followed this Singaut (calling), then he was following God’s mandate to spread the gospel. That is why we are also called the Evangelical Lutheran Church. Then he set off with his brothers through difficult areas, over mountains and valleys only with the most important effects in the bilum (net sack). They were the pioneers. It’s different today. The pastor is waiting for the car that will take him to his congregation. He expects them to build his house, prepare his garden. The whole community used to participate. Today it is only a small core team. Many follow their own plans and wishes. They wave off when they get the Singaut. But can we do that? Can we hide from God or run away?

Das Evangelium betrifft die ganze Gemeinschaft. Wenn am Sonntag die Glocke zum dritten Mal läutet gehen wir alle in die Kirche. Alle gemeinsam. Deshalb fragen wir auch nach: Wo warst Du letzten Sonntag. Ich habe Dich nicht im Gottesdienst gesehen. Wollen wir Gottes Weg gemeinsam folgen oder gilt nur unser eigener Wunsch und Wille. Wegen eines jungen Mannes der randaliert hat und dann von einem Polizisten erschossen wurde kam es zum Streit zwischen den Nachbardörfern Sokaneng und Salewa. Man hat den Streit nicht im evangelischen Sinn in und mit der Gemeinde gelöst. Er dauerte vier Jahre. Erst  vorgestern wurde Friede geschlossen. Unten in Gagidu wurde das Camp der geflüchteten Salawer aufgelöst und alle konnten wieder hoch in ihr Dorf ziehen. Sie werden dort wieder die Kirche öffnen, die jetzt vier Jahre lang geschlossen war. Es ist der Mittelpunkt der Gemeinschaft. Einigkeit (wanbel) und Frieden (bel isi), das sind evangelische Grundlagen. Aber heute sind viele zu Einzelgängern geworden. Sie stehen am Markt herum und schauen zu, statt sich einzubringen und in der Gemeinschaft mitzumachen. Es gibt zahlreiche “Self-appointed Leaders“ die lautstark ihre eigenen Wünsche verbreiten, ohne sich für die Gemeinschaft einsetzen. Das ist nicht die  evangelische Art. Ich will euch heute an Gottes Zusagen bei der Taufe erinnern: Er sagt, ihr gehört mir, ihr gehört zusammen. Ihr seid die Familie Jesu. Das ist evangelisch.   

The gospel affects the whole community. When the third bell rings on Sunday, we all go to church together. Therefore we also ask: Where were you last Sunday. I have not seen you in worship. Do we want to follow God’s path together or is it our own wish and will that we follow. Because of a young man who rioted and was then shot by a police officer, there was a dispute between the neighboring villages Sokaneng and Salewa. The dispute was not resolved in and with the community in an evangelical sense. It lasted four years. Peace was only made the day before yesterday. Down in Gagidu, the refugee camp of the Salawas was dissolved and everyone was able to move up to their village. They will reopen the church there, which has been closed for four years. It is the center of the community. Unity (wanbel) and peace (bel isi) are the evangelical foundations. But today many have become loners. They stand around the market and watch instead of getting involved and participating in the community. There are numerous „self-appointed leaders“ who loudly spread their own wishes without working for the community. This is not the evangelical way. Today I want to remind you of God’s promises at baptism: He says you belong to me, you belong together. We can live in peace as we are the family of Jesus. This is evangelical.

30. IMG_0825 Kopie Heimreise   

Am Freitag früh fahre ich mit dem Dinghi nach Lae. Hoffentlich ist die See nicht so rauh und es regnet nicht so stark. Am Sonntag fliege ich von Lae nach Port Moresby. Dort gibt es noch einige Formalien zu regeln. Am 24.7. will ich dann von Moresby nach Brisbane fliegen. Australien ist schwierig. Mein reguläres Visum wurde wegen Covid19  gekündigt. Für den Transit in Brisbane musste ich eine Menge Formulare ausfüllen und ein Transit Visum beantragen. Sollte dort die Wartezeit zum Weiterflug acht Stunden übersteigen, werde ich von der Polizei in Hotel-Quarantäne gebracht. Bis zum planmäßigen Abflug nach Dubai habe ich 7 Std. und 20 Min. Von Dubai geht es dann weiter nach Frankfurt.

“God willing“ werde ich am Samstag 25.7. in Dtld. ankommen.

Herzliche Grüße von Jomie, derzeit noch in Logaweng.

Going home

On Friday morning I take the dinghy to Lae. Hopefully the sea is not that rough and it is not raining so hard. On Sunday I fly from Lae to Port Moresby. There are still some formalities to be done. On July 24th I want to fly from Moresby to Brisbane. Australia is difficult. My regular visa was canceled due to Covid19. For the transit in Brisbane I had to fill out a lot of forms and apply for a transit visa. If the waiting time for the onward flight exceeds eight hours, the police will put me in hotel quarantine. I have 7 hours and 20 minutes until the scheduled departure to Dubai. From Dubai I then continue to Frankfurt.

I will be arriving in Germany “God willing” on Saturday, July 25th.

Kind regards from Jomie, currently still in Logaweng.

  

What’s up at Logaweng? Neues aus Logaweng

1. BlumenherzBlumenschmuck zur Begrüßung des neuen Dozenten                                              Flower Decoration to welcome the new teacher

Wieder Unterricht

Am Montag 27. April wurde der Lock-down in PNG beendet. Der Unterricht am Seminar ging zwar nicht gleich los, aber ab Mittwoch war wieder normaler Betrieb angesagt. Die Schulen fingen auch wieder an. Es wurde im Zwei-Schicht-Betrieb unterrichtet. Unsere Logaweng Schüler waren am Vormittag bis 12:00 Uhr dran. Alle sollten Gesichtsmasken tragen. Aber die Masken im Laden waren zu teuer. So nähten die Mütter die Masken selbst. Aber nur wenige trugen sie. Die Covid19-Massnahmen werden hier nicht so konsequent gehandhabt. In Lae schon eher. Im Barber Shop beim Haareschneiden trugen Adolf (links) und Toea (rechts) meistens die Maske.

                                 Beim Friseur in Lae                 Ich traf P. Don Muhuyu in Ampo    Studenten bei der Mittagspause

Einige SFS Studenten waren in der unterrichtsfreien Zeit nach Hause gefahren und trudelten während der Woche wieder in Logaweng ein. Zwei kamen gar nicht wieder. Sie hatten wohl die Schulgebühren nicht zusammengebracht und werden es nächstes Jahr nochmal probieren.

Seminary‘s on again

The lockdown in PNG came to an end on Monday April 27th. The classes at the seminar were not on right away, but regular lectures were on again from Wednesday. The schools in the country started too. Classes were run in two shifts. Our Logaweng students were on until 12:00 in the morning. All were to wear face masks. But the masks from the shops were too expensive. So the mothers sewed the masks themselves. But the students rather left the off. The Covid19 measures are not being kept too thoroughly here. Rather in town, in Lae. At the Barber Shop Adolf (left) and Toea (right) rarely removed their masks when cutting customers‘ hair.

During the lesson-free time some SFS students had gone home and came back to Logaweng over the week. Two didn‘t come back at all. They probably hadn’t got the school payments together and might give it a new start next year.

                                                             Mangos,        Starfruit (sehr sauer) und       Guavas versüßen mir das Leben hier

Schulgebühren

Ja, die Schulgebühren sind ein großes Problem. während des ganzen Jahres arbeiten Studenten beim Station Manager mit, um sich etwas dazu zu verdienen. Hier ist Kissi Ngalaimuki bei seiner Lieblingsarbeit zu sehen. 1200.- Kina (ca. 335.- €) kostet das Seminar für einen verheirateten 1000.- Kina (ca. 278.-€) für einen Single-Studenten im Jahr.  Viele hatten bei Semesterbeginn nur eine Anzahlung gemacht. Ende Mai fehlten von 82300.- noch 28500.- Kina. Die Kirche hat wegen der Corona Krise ca. 20% weniger Einnahmen und so warteten wir schon seit Monaten auf wichtige Zuschüsse.  Die Barbestände des Seminars waren so klamm, dass noch nicht klar war, wie die ca. 9000.- monatlichen Ausgaben für den laufenden Betrieb bezahlt werden sollten. Die Studenten, die noch nicht ihre Schulgebühr voll gezahlt hatten wurden vom Unterricht für eine Woche ausgeschlossen, um das fehlende Geld aufzutreiben. Das waren immerhin 54 von 83 Studenten. Jetzt ging das Telefonieren, WhatsAppen und Facebooken los. Die Sponsors wurden dringend gebeten, die Restbeträge zu überweisen. Emails an Parlamentarier (Members), Distrikt-Präsidenten und Gemeinden gingen hin und her. Der Unterricht mit Rumpfbesetzung war auch nicht erquicklich. Aber inzwischen hat der Unterrichts-ausschluss Erfolg gezeigt. Die  Außenstände haben sich auf 11900.- Kina reduziert und die Zahl der Noch-Nicht-Vollzahler, die noch kleiner Beträge erstatten müssen, ist auf 32 zurückgegangen. Die Zuschüsse der Kirche sind inzwischen auch eingegangen. Erleichterung!

4. Rasenmäher Kissi Ngalaimuki

School fees

Well, school fees are a big problem. Throughout the year, students try to find work with the Station Manager to earn some pocket money. Here Kissi Ngalaimuki can be seen doing his favorite work. The seminar costs are 1200.- Kina (approx. 335.- €) for a married student and 1000.- Kina (approx. 278.- €) for a single student per year. Many had only made a down payment at the beginning of the first semester. At the end of May, 28500.- Kina were still missing from the projected 82300.-K. The income of the church has shrinked by 20% because of the corona crisis and so we have been waiting for some important church grants for months. The contents of the cashbox of the seminary were so low that it was not yet clear how the approx. 9,000 K monthly expenses for ongoing operations should be paid. The students who had not yet paid their school fees in full were excluded from class for a week in order to raise the missing money. So 54 out of 83 could not attend classes. Now the numerous phone calls, WhatsApp posts and Facebook messages started. The sponsors were urged to transfer the missing funds. Emails to members of parliament, district presidents and congregations went back and forth. The lessons with considerably reduced attendance were not too pleasant. But in the meantime the class exclusion has been successful. Outstanding debts have been reduced to 11900.- Kina and the number of not-yet-full-payers who have to reimburse small amounts has dropped to 32. Church grants have also been received. Sigh of relief!

Painim Skulfi (Wie man an Schulgebühren kommt)

Hier sind zwei Beispiele dafür, wie schwer es für Studenten ist, die Gebühren aufzubringen. E. kommt aus Menyamya. Seine Familie hat einen Kaffee-Garten, mit dem genug Geld erwirtschaftet werden könnte, um die Schulgebühr zu zahlen. Aber die schlechte Straße zu seinem Dorf ist oft nicht befahrbar. Die Autos bleiben stecken und können den Kaffee nicht in die Stadt transportieren. Dann schütten die Kaffee-Anbauer ihre Säcke weg und die Bohnen verfaulen. Früher gab es einen Airstrip, der von einem Australier betrieben wurde.  Der Transport des Kaffees mit dem Flugzeug war zwar teuer, aber brachte mehr als jetzt die halbjährig nicht brauchbare Straße. Von seinem Dorf läuft E. acht Stunden zur Menyamya Station. Dort kann er mit dem Lastwagen nach Bulolo fahren (50 km). Von dort geht der PMV (öffentlicher Kleinbus) nach Lae (110 km). Am Voko Point steigt er in ein Boot und fährt in ca. 4 Std nach Finchhafen. E. ist drei Tage unterwegs um ans Seminar zu kommen.            

Der Student K. ist verheiratet und hat vier Kinder. Er kommt von der Insel Karkar. Er fährt fünf Stunden mit dem Boot nach Madang. Von dort geht es mit dem PMV in ca. acht Stunden nach Lae, von dort weiter. s.o. Er ist also nur zwei Tage unterwegs, aber hat allein als Reisekosten 300.- Kina zu zahlen . Seine Familie hat kein großes Einkommen. Im ersten Studienjahr hat seine Schwester, die als MTA an einem Krankenhaus arbeitet, seine Schulgebühr bezahlt. Im zweiten Studienjahr ist er nicht angetreten, weil er wusste, dass das Geld nicht reicht. Diese Jahr studiert er im zweiten Jahr. Seine Schwester wollte seine Schulgebühr zahlen und hat ihn dazu ermutigt weiterzumachen, obwohl sie schon schwer krank war. Im Mai ist seine Schwester gestorben. Nun hatte er noch 800.- Kina Schulden. Zum Glück hat ein Sponsor die Außenstände für alle acht Studenten von Karkar übernommen, auch seinen großen Betrag. 

Painim Skulfi (How to get school fees)

Here are two examples of how difficult it is for students to pay the fees. E. comes from Menyamya. His family has a coffee garden that yield enough money to pay his school fees. But the bad road to his village is often impassable. The cars get stuck and cannot transport the coffee into town. Then the coffee growers empty the sacks and let the unsold beans rot. There used to be an airstrip operated by an Australian. Transporting the coffee by plane was expensive, but generated a regular income as to now the half-yearly impassable road. E. walks eight hours from his village to Menyamya Station. There he can get on a truck to Bulolo (50 km). From there the PMV (public minibus) goes to Lae (110 km). He gets on a boat at Voko Point and sails to Finchhafen in about 4 hours. E‘s way to the seminary takes him the best of three days.

The student K. is married and has four children. He comes from the island of Karkar. From there it takes a five-hour boat ride to Madang. The PMV to Lae will take about eight hours, from Lae see above. He is only on the road for two days, but he has to pay Kina 300.- for one way travel expenses alone. His family doesn’t have a big income. In the first year of study, his sister, who worked as an MTA at a hospital, paid his school fees. He didn’t attend seminary in the second year because he knew that the money would not be enough. This year he is studying in the second year. His sister wanted to pay for his school fees and encouraged him to continue even though she was seriously ill. It#s sad to say that she died in May. He then still had 800.- Kina debts. Fortunately, one sponsor took over the outstanding debts for all eight Karkar students, including his large amount.

“Waiting for Benson“ ist vorbei

Seit Februar stand Pastor Joseph Benson schon auf dem Stundenplan des Seminars. Er wurde dringend für den Unterricht gebraucht. Nach einem Jahr soll er der neue Leiter des Seminars (Principal) werden. Aber dreieinhalb Monate hieß es “waiting for P. Benson“. Erst gab es wochenlange Schwierigkeiten an Church College in Banz, seinem bisherigen Arbeitsplatz. Dann brach die Corona Krise aus und schließlich und endlich traf er Mitte Mai mit Frau und Tochter am Seminar ein. Eine Kindertanzgruppe mit den Papas Morgan, Sethla und Sepi bereitet den Empfang vor. P. Hans Giegere der Chef wird mit P. Benson (weißes T-Shirt) Frau und Tochter am Eingang zum Seminar empfangen. Traditionell werden Neuankömmlinge mit Tanzgruppen begrüßt. P. Benson lernt nun den Seminarbetrieb kennen und unterrichtet seither, zur Erleichterung der anderen Dozenten, die diese Jahr sehr knapp besetzt sind. Er ist ein freundlicher, ausgleichender Herr, dessen langjährige Erfahrung in der Institutsleitung dem Seminar zugute kommt. Einige Tage nach seiner Ankunft starb der jüngste Bruder unseres jetzigen Principals P. Beka. Nun ist dieser schon seit drei Wochen im Haus Krai in Lae und das Seminar muss ohne den alles entscheidenden Leiter auskommen. Neuguinea begeht Todesfälle sehr ausführlich. Schon die Gräber (besser Mausoleen) für verstorbene Honoratioren im Hochland waren aufwendiger gestaltet, als die Häuser der Lebenden. Und wenn so jemand stirbt wird schon zwei bis drei Wochen getrauert. Nun heißt es “waiting for P. Kosieng“

„Waiting for Benson“ is over

Pastor Joseph Benson had been on the seminar schedule since February. He was urgently needed for teaching. After a year, he was to become the new head of the seminar (principal). But for three and a half months the motto was “waiting for P. Benson”. First he could not leave due to weeks of difficulties at the Church College in Banz, his previous job. Then the Corona crisis broke out and only in mid-May he finally arrived at the seminary with his wife and daughter. A children’s dance group with papas Morgan, Sethla and Sepi were preparing their reception. Pastor Hans Giegere the boss is welcomed with P. Benson (white T-shirt) with wife and daughter at the entrance to the seminary. Traditionally, newcomers are welcomed by dance groups. P. Benson is now getting to know the running of the seminary. He had been teaching from the start, to make it easier for the other lecturers, whose number is very reduced this year. He is a friendly, balancing gentleman whose many years of experience in the management of an institute benefit the seminary. The youngest brother of our current principal, P. Beka, died a few days after his arrival. Now he has been at Haus Krai in Lae for three weeks and the seminar has to get by without the all-important leader. New Guinea celebrates death in great detail. Even the graves (rather mausoleums) for deceased dignitaries in the highlands were more elaborate than the houses of the living. And when someone dies, they are mourned for two to three weeks. For us it means now „waiting for P. Kosieng“

No Transport

Eines Montags kam die schlechte Nachricht: Der Schooltruck und der Landcruiser sind beide kaputt. Beim Truck war das Differential Zahnrad völlig herunter geraspelt. Beim Cruiser mussten zwei Bearings ersetzt werden, weil er merkwürdige Geräusche machte und die Schaltung wie ein Kuhschwanz wackelte. Toni, der Station Manager fuhr sofort mit dem Boot nach Lae, um die Ersatzteile für 10,000.- PGK zu besorgen. Zwei Tage später war er wieder da und brachte zum Glück alle Teile mit. Eine Woche lang mussten die Schulkinder die sieben Kilometer nach Gagidu zu den zwei Schulen laufen. Noch am Samstag reparierte er den Truck. Am Montag den Cruiser. Jetzt fahren sie wieder.

No transport

The bad news spread one Monday: the school truck and the land cruiser were both broken. The differential gear on the truck was completely rasped down. Two bearings had to be replaced on the cruiser because it made strange noises and the gear stick shaked like a cow’s tail. Toni, the station manager, immediately took the boat to Lae to get the spare parts for about 10,000 PGK. He was back two days later and luckily brought all the parts with him. For a week the school children had to walk the seven kilometers to Gagidu to the two schools. He repaired the truck on Saturday. The cruiser on Monday. Now they’re driving again.

Murphy‘s Law

Seit einigen Jahren bekommen die Studenten ein “Schulfrühstück“ in der 10-Uhr Pause. Es besteht aus einem Päckchen Snax (Vier Trockenkekse mit Hühnergechmack) und einem Päckchen 3in1 Kaffee. Das soll verhindern, dass sie während des Unterrichts einschlafen oder nicht richtig mitmachen. Oft hatten sie außer einem Glas Wasser kein Frühstück. P. Baraino der Keks-Verteiler sagte mir dass der Vorrat nur noch bis Di. 26.5. reichen würde. In Finchhafen sind diese Kekse viel teurer, also müssen sie in Lae besorgt werden. Am Do. 21.05. bat ich Thorsten Krafft, den Radio Mann in Lae, um den Freundschaftsdienst die 44 Kartons Kekse und die 1200 Kaffee-Tütchen, also die Ration für einen Monat,  zu kaufen. Er sagte, er wolle es am Freitag machen. Aber eine endlos lange Dauersitzung hielt ihn ab den Kauf vor Geschäftsschluss zu tätigen. Also am Samstag. Als die Kekse mit Kaffee Am Sa vormittag beim Rumae18 Wholesale kaufen wollte, war der Kaffee zu teuer. Also kaufte er alles bei Rabtrad. Allerdings hatte er dort die Ware erst nach 14:00 Uhr besorgen können. Da war das Boot nach Finch, mit dem wir den Transport ausgemacht hatten, schon weg. Also am Montag, da ist ja immer noch Zeit. Am Montag nachmittag um 16:00 Uhr rief mich der ELC Fahrer Yasab an, er habe mit den 44 Kartons seit 12:00 Uhr vier Stunden am Voco Point Hafen gewartet. Das Boot sei nicht gekommen. Also am Dienstag. Schließlich kamen die Snax Biskets mit einem Tag Verspätung am Di. um 16:00 Uhr in Finchhafen an.  Die Studenten hatten geduldig einen Tag ohne Frühstück gewartet. Hier kann man Murphy‘s Law immer wieder anwenden.

Murphy’s Law

For some years now, the students have had a “school breakfast” at the 10 o’clock break. It consists of a packet of Snax (four dry cookies with chicken flavor) and a packet of 3in1 coffee. This is to prevent them from falling asleep during class or from not participating properly. They often have had no breakfast other than a glass of water. P. Baraino the biscuit distributor told me that the stock would only last until Tue. 26.5. These cookies are much more expensive in Finchhafen, so you need to get them in Lae. On Thursday, May 21st I asked Thorsten Krafft, the radio man in Lae, to buy the 44 cartons of biscuits and 1200 coffee sachets as favour. He said he would to buy them on Friday. But an endlessly long radio executive session kept him from making the purchase before close of business. So on it was postponed to Saturday. When he wanted to buy the biskets with coffee from Rumae18 Wholesale on Saturday morning, the coffee was too expensive. So he bought everything from Rabtrad. However, he was only able to get the goods there after 2:00 p.m. The boat to Finch with which we had arranged the transport was already gone. So there was still time on Monday. On Monday afternoon at 4:00 p.m., ELC driver Yasab called me, saying that he had been waiting for the boat to load the 44 boxes at 12:00 p.m. to 4:00 p.m. at Voco Point Port. The boat hadn’t come. So gave it a try on on Tuesday. Finally, the Snax Biskets arrived in Finchhafen one day late on Tuesday at 4:00 p.m. The students had waited patiently for a day without breakfast. PNG is a good training ground for Murphy’s Law.

Wechselhafte Regenzeit – Taim bilong hangre (Hungerzeit)

Die Regenzeit dieses Jahr fällt sehr wechselhaft aus. Vier Tage heiße Sonne, dazwischen Regenschauer. Dann wieder zwei Tage Regen usw. Ich finde das Wetter recht angenehm. Es wird nicht zu heiß. Es gibt kaum lange dunkle Tage, die zu sehr auf‘s Gemüt schlagen. Es geht ein beständiger Wind. Aber dieses Wetter ist verheerend für die Gärten. Entweder Taim bilong San (Trockenzeit) oder Taim bilong Ren (Regenzeit), aber der aprilmäßige Wechsel ist schädlich für die Feldfrüchte. Die Maiskolben sind leergefressen, wenn man die Blätter abmacht. Die Kaukaus (Süßkartoffeln) sehen zwar gut aus. Aber innen sind sie verfault. Ebenso die Taros. Gab es im März und April noch keine Sachen zu ernten, so wird es demnächst so sein, dass die Ernte keinen genießbaren Ertrag bringt. Zweimal gab es schon eine Reisspende, weil die Studenten nichts zu essen hatten. Jetzt wir es wohl eine dritte Ausgabe geben müssen. Zitat aus einem Brief des Gartenkommitees an den Lehrerrat: „Wegen des ständigen Wechsels zwischen Regen und Sonne, also wegen des ungewohnten Wetter Patterns, werden viele Wurzeln verdorben. Die Süßkartoffeln verderben vor Feuchtigkeit und Hitze im Boden. Die Insekten setzen der Ernte auch erheblich zu und die Früchte werden zerstört und bringen keinen Ertrag…Deshalb beantragt das Garten Kommittee bei der Seminarverwaltung Unterstützung, damit aus dem „Hunger Fonds“ Reis und ähnliches für die Studenten gekauft werden kann, damit wir diese Zeit überbrücken können.“ Das Ogelbeng Seminar bei Mt. Hagen im Hochland hat die gleichen Probleme und wird wohl auch Essensspenden an die Studenten geben.

   

Changing rainy season – Taim bilong hangre (hunger season)

The rainy season this year is very changeable. Four days of hot sun, in between short rain showers. Then again two days of rain, etc. I find the weather to be quite pleasant. It doesn’t get too hot. There are hardly any long dark days that hit your mind too much. There is a constant wind. But this weather is devastating for the gardens. Either Taim bilong San (dry season) or Taim bilong Ren (rainy season), but the present April change is harmful to the crops. Insects empty the corn cobs and when the leaves are removed there is nothing left. The kaukaus (sweet potatoes) look good. But inside they are rotten. Likewise the taros. There was nothing to harvest in March and April, as the new gardens didn‘t yield fruit. And now very soon the new harvest does not produce any edible results. Twice there was a rice donation because the students had nothing to eat. Now we must have a third edition. Quotation from a letter from the garden committee to the teaching staff:

“Because of the constant change between rain and sun, that is because of the unusual weather pattern, many roots are spoiled. The sweet potatoes start to rot in the soil from moisture and heat. The insects also put a considerable strain on the harvest and the fruits are destroyed and produce no yield … Therefore, the garden committee requests support from the seminar administration so that rice and the like can be bought for the students from the „Hunger Fund“ so that we can have some food for the meantime.” Ogelbeng seminary near Mt. Hagen in the highlands has the same problems and will probably also give food rations to the students.

Gottesdienst in Salawa

Am Pfingstsonntag habe ich in Salawa gepredigt. Eigentlich wollte ich die Friedenszeremonie zwischen den Sokanengs und den Salawas miterleben, aber man ist sich immer noch nicht einig über die Kompensation für eine jungen Mann, der 2017 von einem Polizisten erschossen wurde. Die Friedensgespräche sind schon sehr weit gediehen, aber noch nicht zum Anschluss gekommen. Ich habe deshalb eine Spende für die Renovierung der Kirche gegeben, die zwischen den beiden Dörfern steht und seit 2017 wegen dieses Falles geschlossen ist. Allerdings will sie die Gemeinde herrich-ten, damit sie wieder von beiden Gruppen vereint genutzt werden kann. Am Sonntag Vormittag hat es aus allen Rohren geschüttet, dass ich schon dachte, das Ganze fällt ins Wasser. Aber um 12:30 Uhr hatte der Regen aufgehört und  Siasa Japisa der Gemeinde-leiter kam, um mich abzuholen. Er meinte wir sollten eine Abkürzung nehmen. Der Weg verlief auch recht gut am Anfang. Aber dann ging es rauf und runter durch zwei Bäche (ohne Brücken) über glitschige Holzstämme und auf Lehmwegen, wo eigentlich nicht klar war, ob es Rinnsale oder Fußpfade sind. Zum Glück hatte ich meine Sonntagskleidung eingepackt, weil mit den Matschklamotten hätte ich eine unangemessene Figur vor der Gemeinde gemacht. Zu guter Letzt habe ich mir noch eine Holzstab in die Kopfhaut gerammt. Er war unter Morata Blätter des Daches versteckt. Blut strömte und das Ganze sah dramatisch aus. Frau Kisip, die Leiterin der Frauengruppe brachte „Bush Marasin“. Grüne Blätter deren Saft wie Chilli in der Wunde brannten, aber die Blutung völlig stoppten, sodass ich dann ungehindert predigen konnte. Recht aufmerksame Zuhörer waren die Kinder, ordentlich getrennt zwischen Buben und Mädchen. Sie saßen in der ersten Reihe und haben bis zum Schluss des Gottesdienstes ausgehalten.

Worship in Salawa

On Pentecost Sunday I preached in Salawa. I actually wanted to witness the peace ceremony between the Sokanengs and the Salawas, but there is still disagreement about the compensation for a young man who was shot by a police officer in 2017. The peace talks have progressed very far, but they have not yet come to an end. I therefore made a donation for the renovation of the church, which is situated between the two villages and has been closed since 2017 due to this case. However, the congregtion wants to renovate the church so that it can be used again by both groups. On Sunday morning it was raining cats and dogs for hours, so that I thought the whole thing would fall into the water. But at 12:30 p.m. the rain had stopped and Siasa Japisa the church leader came to pick me up. He said we should take a shortcut. The path went quite well in the beginning. But then it went up and down through two streams (without bridges) over slippery logs and on loam paths, where it was actually not clear whether they were rivulets or footpaths. Fortunately I had packed my Sunday clothes because with the mud clothes I would have made an inappropriate figure in front of the congregation. Last but not least, I rammed a wooden stick into my scalp when entering the meeting house. It was hidden under the morata leaves of the roof. Blood flowed which looked rather dramatic. Ms. Kisip, the leader of the women’s group, brought „Bush Marasin“. Green leaves whose juice burned like chilli in the wound, but stopped the bleeding completely, so that I could then preach unhindered. The children were very attentive listeners, neatly separated between boys and girls. They sat in the front row and held out until the end of the service.

Neuer Anstrich

Station Manager Toni wird Ende des Jahres zurück in die Philippinen gehen. Zum Schluss hat er sich vorgenommen die uralten OPAC Häuser in Ordnung zu bringen und streichen zu lassen. Das war auch sehr nötig, weil sie mit einer Verschalung aus Asbest-Platten gebaut sind. Erst wurde das Dach abgeschmirgelt und mit Ökofarbe silbern gestrichen. Dann kamen die Außenwände dran. Das Ergebnis lässt sich sehen. Mein Haus wird als nächstes gestrichen. Eine andere Gruppe Stationsarbeiter stellt inzwischen die neuen Regenwassertanks auf. Fünf stehen schon. Drei brauchen noch Fundamente und werden in der nächsten Woche aufgestellt. so gibt es bei Ausfall der Wasserversorgung, eine Notversorgung mit Wasser für die Studenten. Es geht voran in Logaweng. Wenn auch isi isi (langsam, langsam).

Viele Grüße vom Senior Expert, der von allem eine Ahnung haben soll (aber nicht hat).   

A new coat of paint

The station manager Toni will return to the Philippines at the end of the year. For the finale, he decided to put the ancient OPAC houses in order and have them painted. This was also very necessary because they are built with a panel made of asbestos panels. First the roof was sanded and painted with eco paint silver. Then it came to the outer walls. The result is impressive. My house will be painted next. Another group of station workers is now setting up the new rainwater tanks. Five are already there. Three still need foundations and will be set up next week. So if the water supply fails, there is an emergency water supply for the students. Things are going on in Logaweng. Even though isi isi (slowly, slowly).

Greetings from the Senior Expert, who is expected to be an expert in everything (but, to be honest, he is not).24. Schlussbild

Litimapim nem bilong EM

Gott loben in Logaweng  –  Let‘s praise God in Logaweng

Wie fast immer wache ich gegen drei Uhr morgens auf. Da höre ich in der Ferne schwachen Gesang aus Richtung der Studentenhäuser. Etwa dreissig Leute ziehen mit Bomboms (Fackeln) durch das Seminargelände. Litimapim bikpela Jisas man bilong givim laip. Lasst uns Jesus loben, der uns das Leben gibt, ist eines der Lieder. Schnell bin ich angezogen und schließe mich dem Umzug an. Es geht bis zum letzten Haus. Dann kommen alle am Lookout zusammen. Ein Stein von dem aus man tagsüber den besten Blick aufs Meer, auf die Inseln und dem kleinen Ort Gagidu am Fuß des Logaweng Berges hat. Hier gibt es einen Sunrise Lotu (Sonnenaufgangsgottesdienst). Es ist Ostersonntag um vier morgens. Ja, es geht um unsere Hoffnung in diesen Zeiten der weltweiten Todesangst. Jesus ist gestorben und auferstanden und wir werden mit ihm auferstehen. Davon handeln die Lieder. Ihn loben und danken, das ist eigentlich das einzige, was wir außer Händewaschen und “Social Distancing“ machen können. Keiner weiß wie weit COVID 19 in Neuguinea verbreitet ist. Es gibt fast keine Testmöglichkeiten. Ständig geht die beschwichtigende Rede, dass es nur  zwei bestätigte Corona-Fälle im Land gibt. Wie groß die Dunkelziffer ist, weiß keiner. Diese Ungewissheit bestimmt unser Leben hier.      

IMG_0324As always, I wake up around three in the morning. From a distance I hear weak singing from the direction of the student houses. About thirty people slowly move through the seminar area with bomboms (torches). Litimapim bikpela Jisas man bilong givim laip. Let us praise Jesus who gives us life is one of the songs. I dress quickly and join the move. It goes up to the last house. Then everyone comes together at the lookout. A stone from which man has the best view of the sea, the islands and the small town of Gagidu at the foot of Logaweng mountain during the day. There is a sunrise service here. It is Easter Sunday at four in the morning. Yes, it’s about our hope in these times of widespread fear of death. Jesus died and rose again and we will rise again with him. That’s what the songs are about. Worshipping and praising him, that’s the alternative. What else can we do apart from washing our own hands and keeping social distance. Nobody knows how far COVID 19 has spread in Papua New Guinea. There are just no testing kits available. Only the  constant reassurance that there are only two cases of Corona in the country. Nobody knows how big the dark figure is. This uncertainty determines our life here.

Danke für Eure ermutingenden Nachrichten und Ostergrüsse, die ich hiermit gerne erwiedern möchte. Also mir geht es recht gut und mir fehlt nichts außer meiner Frau Dorothe. Aber die ganz besonders.

Ich habe den Eindruck, dass Corona in der Finchhafen Gegend noch keine Rolle spielt. Auf dem Seminargelände ist es sonntäglich ruhig. Wir hätten wohl durch die Weitläufigkeit des Geländes kaum Übertragungsmöglichkeit für den Virus, wenn die Niuginis nicht solche Gruppenmenschen wären, die zusammen Buai (Betelnuss) kauen. Den roten Saft überall herumspucken. Man schüttelt Hände, kauft auf dem Markt ein. Mach ich ja auch. Nahrungsmittel liegen auf dem Boden ausgebreitet. Corona Awareness (Vorsichtsmaßnahmen) ist angesagt. Zweimal gab es schon Infoveranstaltungen der Gesundheitsbehörde in unserem Versammlungshaus. Am Markt macht die Polizei ausführliche Lautsprecheransagen. Wer sich daran hält, trifft sich einzeln und gibt sich den Ellbogen Gruß. Aber den Leuten hier fällt es schwer „social distance“ (Abstand) zu halten. Es sind ja bisher auch keine offensichtlichen Anzeichen des Virus zu sehen. Ich hab im Krankenhaus in Butaweng nachgefragt. Die schweren Infektionen und Sterbefälle an Malaria, Tuberkulose  und Lungenentzündung sind nicht angestiegen. Für den Corona Virus gibt es keine Test Kits. Nix Genaues weiß man nicht.

Thank you for your encouraging messages and Easter greetings, which I would like to return. So I’m doing pretty well and I’m missing nothing except my wife Dorothe. But I am really missing her.

I have the impression that Corona doesn’t matter in the Finchhafen area yet. It’s quiet like on Sundays on the seminar site. Due to the vastness of it, we would hardly have any possibility of transmitting the virus if the Niuginis were not group-minded people who chew buai (betel nut) together. Spit the red juice all over the place. One shakes hands and shops in the market. I do too. Food is spread out on the floor. Corona awareness is a must. There have already been two information gatherings by the health authority in our meeting house. The police make detailed loudspeaker announcements at the market. Those who stick to it meet individually and give each other elbows. But people here have a hard time keeping social distance. So far, there are no obvious signs of the virus. I asked at the hospital in Butaweng. The serious infections and deaths from malaria, tuberculosis and pneumonia have not increased. There are no test kits for the Corona Virus. You don’t know anything for sure.

IMG_0376Versorgung

Der kleine Laden neben unserer Krankenstation ist bis auf Weiteres geschlossen. Ein bis zweimal pro Woche fährt der Seminar Truck zum Einkaufen nach Gagidu. Die drei Supermärkte sind offen und gut bestückt. Die Versorgungslage ist gut. Hier baut sowieso jeder seinen Garten zum Lebensunterhalt an. So gehen die Studenten jeden Morgen in den Garten und verrichten das Nötige. Da fällt für mich auch einiges Frischgemüse, Kaukaus und Taros ab (Wurzelgemüse wie Kartoffeln) ab, das ich den Frauen abkaufe. In Gagidu ist sogar der Markt noch offen, obwohl die  Armee und Polizei regelmäßig kommen und die Marktfrauen vertreiben. Aber sie lassen sich nicht einschüchtern und sind am nächsten Morgen wieder da. Selbst über die Osterwoche war ein sehr eingeschränkter Betrieb möglich (Siehe Bilder). Die drei Supermärkte haben immer noch normales Sortiment. Klopapier ist genug da. Wenn das mal fehlt, dann gibt es die großen samtenen Blätter im Busch, die ich dann aber nicht ins Klo werfen kann.

Problematischer ist es in der vier Std. entfernten Stadt Lae. Die großen Märkte sind alle geschlossen. Nur die Supermärkte haben noch Angebot, aber das ist für viele Menschen zu teuer. Letzten Donnerstag hat der Premierminister eine Verlängerung des „Lock-down“ um weitere zwei Monate verkündet. Die Schulen und auch unser Seminary bleiben vorläufig bis 27. April geschlossen.

Supplies

The small shop next to our infirmary is closed until further notice. The seminar truck goes shopping to Gagidu once or twice a week. The three supermarkets are open and well stocked. There is enough toilet paper. If that is missing, then there are the large velvet leaves in the bush, which I can not throw in the toilet. The supply situation is good. Everyone grows their livelihood here anyway. So the students go out into the garden every morning and do what is necessary. There also falls off some fresh vegetables, chewing chews and taros (root vegetables like potatoes) that I buy from women. In Gagidu even the market is still open, although the army and police regularly come and drive the market women away. But they are not intimidated and will be back the next morning. Very limited operation was possible even during Easter week (see pictures).

It is more of a problem in the city of Lae, four hours away. The big markets are all closed. Only the supermarkets have an offer, but that is too expensive for many people. Last Thursday the Prime Minister announced an extension of the „lock-down“ for another two months. The schools and our seminary will remain closed until April 27th.

M.E. besteht aber kein Grund, die Studenten hier weitere drei Wochen mit den Familien in ihren Häusern zu belassen, statt einen eingeschränkten Unterrichtsbetrieb aufrecht zu erhalten. Gottesdienste und gemeinsame Andachten und sonstige Versammlungen sind verboten. Aber das sehen die Leute hier in Finchhafen nicht so eng. Heute ist z.B. Ostergottesdienst in der Kirche in Gagidu.

In der Stadt regt sich schon Unmut weil die Menschen durch die Vollsperrung ihre kleinen Buai-Verkaufsstände und den Marktverkauf verloren haben und nun wirklich nichts mehr zum Leben haben. Ausschreitungen gegen chinesische Läden konnten in letzter Minute durch die Poliuei vehindert werden.

Der Bischof unserer Kirche ELC-PNG hat in der Zeitung geraten zur Subsistenz-Wirtschaft zurück zu kehren, weil die kapitalistische Wirtschaftsweise ausgedient habe, wie die Corona Krise zeige. Deshalb kehren auch viele in ihr Dorf zurück, wo man vom Land leben kann. Es wird trotzdem genug Leute in den Städten geben, denen dieser Weg versperrt ist und die zum Äußersten bereit sind, wenn ihr Lebensunterhalt bedroht ist.  

In my opinion there is no reason, however, to leave the students in their homes with the families for another three weeks, instead of keeping up some reduced teaching. Services and common prayer and other gatherings are prohibited. But people in Finchhafen don’t see it that closely. Today is e.g. Easter service in the church in Gagidu.

There is already resentment in the city because people have lost their small Buai stalls and market sales due to the full closure and now really have nothing to live for. Poliuei was able to prevent riots against Chinese shops at the last minute.

The bishop of our church ELC-PNG advised in the newspaper to return to the subsistence economy because the capitalist economy has had its day, as the Corona crisis shows. That is why many return to their village, where you can live from the countryside. There will still be enough people in the cities who are blocked from this path and who are ready to the utmost when their livelihood is at risk. 

Sicherheit

Die Mitarbeiter des Seminarys haben mir versprochen, dass sie sich für meine Sicherheit hier einsetzen werden. Durch meine Finanz-Aufgabe habe ich immer wieder Kontakt mit einzelnen Studenten und Dozenten. Ich habe auch Freunde in den nahegelegenen Dörfern Kamemsiga und Sokaneng, die mir sehr wohlgesonnen sind. Sie kommen immer wieder mal vorbei und wir machen kurze Hausandachten mit Gebet.

Der Principal des Seminarys Rev. Beka Kosieng kommt ab und zu mir ins Haus und wir trinken Tee und führen stundenlange Unterhaltungen über historische Themen.

Safety

The staff at the Seminary have promised me that they will work for my security here. Through my tresurer job, I keep in touch with individual students and lecturers. I also have friends in the nearby villages Kamemsiga and Sokaneng who are very kind to me. You come back from time to time and we do short house prayers with prayer.

The Principal des Seminarys Rev. Beka Kosieng comes to my house from time to time and we drink tea and have long conversations about historical topics.

Endlich Radio – die Funkstille ist zu Ende

Die Osterwoche hatte ich Besuch im Haus. Zwei Techniker mit Thorsten Krafft und Bernadette und der kleinen Veronika waren mit einer privaten Motorjacht aus Lae gekommen, weil der offizielle Bootsverkehr eingestellt war. Zwei Polizisten haben sie auf der ganzen Reise begleitet, und dadurch erst das Unternehmen ermöglicht.

Zusammen mitden Mitarbeitern hat Thorsten eine Funkstation (relais) für das 24 Stunden Programm von Kristen Radio errichtet. Ein provisorischer acht Meter hoher Bambusmast mit UKW Antenne sendet im 20 km Umkeis das Programm, das über Internet zu uns kommt. Die moderne Elektronik macht‘s möglich. Wie ein Bürokoffer sieht die Anlage aus, die mit Solar betrieben wird. Die alten Hasen von der NBC (National Broadcasting Corporation von PNG) haben gestaunt, was Thorsten da  auf die Beine stellt. Früher gab es große unhandliche Sendeanlagen für die Provinz-Radios. Davon läuft nichts mehr. Nur noch die Städte werden versorgt. Das flache Land ist ausgeschlossen. Aber jetzt errichtet Kristen Radio solche dezentralen Anlagen in Etep/Wasu, Logaweng, Menyamya, Amron/Madang und Ogelbeng und kann mit kleiner Sendeleistung viele Landesteile mit Gutnius (Good News) Programm, Nachrichten und wichtigen Informationen versorgen. Das Programm wird in Lae produziert und soll in Zukunft mit ganz neuer Kurzwellentechnik an die automatisierten Relais-Stationen übertragen werden. So konnten wir hier in Finch aktuelle Songtracks, die Osteranspache des Bischofs und wichtige Interformationen über das Corona Virus auf FM (UKW) 89.1 hören. Kristen Radio landesweit. Das ist ein Hoffnungszeichen für das Land, das von ständigen Reduktionen und Beschneidungen der grundlegenden Dienstleistungen geplagt ist.    

Radio at last – the broadcasting silence is over

For Easter week I had visitors in the house. Two technicians with Thorsten Krafft and Bernadette and the little Veronika had come from Lae in a private motor yacht because the official boat traffic was stopped. Two police officers accompanied her throughout the trip, which made the company possible.

Together with the staff, Thorsten has set up a radio station (relay) for Kristen Radio’s 24 hour program. A provisional eight meter high bamboo mast with FM antenna sends the program which comes to us via the Internet in a 20 km perimeter,. Modern electronics make it possible. The console, which operates on solar energy, looks like an office case. The old hands from the NBC (National Broadcasting Corporation of PNG) were amazed at what Thorsten does. They used to do provincial radio broadcasts through large unwieldy transmitters, which are not in use any more. Only the cities are supplied. The flat country is excluded. But now Kristen Radio is building such decentralized systems in Etep / Wasu, Logaweng, Menyamya, Amron / Madang and Ogelbeng and can provide many parts of the country with Gutnius (Good News) programs, news and important information with a low transmission power. The program will be produced in Lae and will be transferred to the automated relay stations in the future by using the latest short-wave technology. So here in Finch we could hear current songtracks, the bishop’s Easter address and important information about the Corona Virus on FM (UKW) 89.1. Kristen Radio nationwide. This is a sign of hope for the country, which is plagued by constant reductions and cuts in basic services.

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Wieder in PNG – Back again in PNG

IMG_0272 KopieImmer in der Passionszeit, wenn es am heißesten ist, blühen diese Blumen überall auf dem Seminargelände über Nacht auf. Nach einer Woche sind sie verwelkt. Always in Lent, under the hottest sun, these flowers start blossoming over night. They are gone again after a week.

Ab und zu telefoniere ich mit meiner Frau Dorothe über WhatsApp. Vor allem, wenn ich nachts mal wieder um 3:20 aufwache. Da erzählt sie mir, dass einige nachgefragt haben, wie es mir erginge, sie hätten überhaupt nichts mehr gehört. Ja, es ist jetzt schon wieder sieben Wochen her, dass ich abgereist bin und nichts im Blog geschrieben habe. Dafür gibt es allerdings Gründe. Ich kam eine Woche später hier an. War in der zweiten Woche im Hochland unterwegs und hatte deshalb nach der Rückkehr ein gedrängtes Unter-richtspensum zu erledigen. Dazu kam noch eine wirklich hartnäckige und unangenehme Erkältung mit quälendem Husten, Schnupfen und endlosem Auswurf. Ich befürchtete schon  eine Infektion mit Covid-19. Aber, Gott sei Dank, hatte ich das nach fünf Wochen endlich überstanden.      

Every now and then I call my wife Dorothe on WhatsApp. Strangely enough, when I regularly wake up at 3:20 a.m. (which is 6:29 p.m in Germany). She tells me then that some of you asked how I was doing, as they hadn’t heard anything of me at all. Yes, it’s been seven weeks since I left and I haven’t written any blog entry. However, there are reasons for this. I arrived here a week later. Then I travelled to the highlands in the second week and therefore I had to busily catch up with lessons after returning to the Sem. In addition, I was plagued with a really stubborn and unpleasant cold, with agonizing coughing, with a runny nose and endless expectoration. I was already suspected an infection with Covid-19. But, thanks to God, I have finally got over it after five weeks.

MaskeEigentlich wollte ich schon am 28. Januar nach Neuguinea fliegen, aber das Visum war noch nicht da. Es kam drei Tage später an und so ging es mit einer Woche Verspätung los. Vorsorglich hatte ich mir eine Gesichtsmaske und eine medizinische Bestätigung vom Hausarzt geholt, die ich aber dann beide nicht brauchte. Mit einem Formular musst ich versichern, dass ich drei Wochen vor der Einreise nicht in China war. Das Blatt gab ich zwei Gesichtsmaskenträgern in Ärztekitteln beim Verlassen des Flugzeugs in Port Moresby. Sie winkten mich anstandslos durch und schon war ich in PNG. Allerdings waren meine zwei Koffer weg und der Weiterflug nach Lae hatte sechs Stunden Verspätung. Auf solche Wartezeiten sollte man hier immer gefasst sein. Drei Tage später kam ich dann mit dem schnellen Boot der Siebententagsadventisten in Finchhafen an. Nach einer halben Stunde auf der rumpelnden Buckelpiste, die man hier Straße nennt, war ich dann  schließlich wieder in Logaweng.

I actually wanted to come to New Guinea on January 28, but my visum wasn’t there yet. It arrived three days later and so I started with a week‘s delay. As a precaution, I got a face mask and medical confirmation from my family doctor, but I didn’t need either. On a form I had to confirm that I was not in China three weeks before the entry. I gave the sheet to two face mask wearers in doctor’s coats when I left the plane in Port Moresby. They waved me through without hesitation and to my surprise I had entered PNG. However, my two suitcases were gone and the onward flight to Lae was six hours late. One should always be prepared for such waiting times. Three days later I arrived in Finchhafen with the fast boat of the Seventh-day Adventists. After half an hour in the rumbling car on the bumpy track, which is called a road here, I was finally back in Logaweng.

IMG_0284 KopieDie Natur scheint einen mit dem immer gleichen Rhythmus zu begrüßen. Sonnenaufgang um sechs. Sonnenuntergang um sechs. Morgens und abends die melodiösen Vogel-stimmen. Tagsüber schreit manchmal der Dukong Vogel. Das klingt wie „Klarlack“ oder „Nagellack“ oder so ähnlich. Ich bilde mir ein, dass ihm diese Wörter noch aus der deutschen Kolonialzeit überliefert sind. Die Ameisen sind überall eifrig am Schaffen. Da gibt es die mittelgroßen blitzschnellen. Sie sind Einzelgänger und schwer zu kriegen. Außerdem die großen „Kurakum“ Ameisen. Sie sind aggressiv und kämpferisch, balancieren im Gänsemarsch auf Wäscheleinen und können unangenehm beißen. Und dann noch die kleinen, die in langen Karawanen hier und da den Weg ins Haus finden. Dazu gehören auch die „White Ants“ die in unermüdlicher Arbeit hinter den Kulissen das Holz abfressen, bis plötzlich eine Sperrholzwand ganz dünn ist und bei der kleinsten Berührung zusammenfällt. Zum Glück habe ich solche bisher nicht im Haus gesehen. Auch die großen Küchenschaben (Cockroaches), von denen es so viele in unserem Haus im Hochland gab, sind in diesem alten Wohnhaus hier relativ selten.       

IMG_0284 KopieNature seems to greet one with ever the same rhythm. Sunrise at six. Sunset at six. The melodious bird voices in the morning and evening. The Dukong bird sometimes screams during the day. That sounds like the German “ Klarlack“ (varnish) or „Nagellack“ (nail polish) or something like that. I imagine that these words have survived from the German colonial era. The ants are eagerly walking and working everywhere. There are the medium-sized lightning fast ones. They are loners and hard to get. Also the big „Kurakum“ ants. They are aggressive and combative They balance in single file on clotheslines and can bite unpleasantly. And then there are the little ones who find their way into the house here and there in long lines. This also includes the „White Ants“, which tirelessly eat the wood behind the scenes until a plywood wall suddenly becomes very thin and collapses at the slightest touch. Fortunately, I have never seen such in the house. The large cockroaches, of which there were so many in our house in the highlands, are relatively rare in this old house.

Studenten in der Pause um 10:00. Es gibt Biskets (Kräcker) und 3in1 (fertige Kaffeetütchen mit Milch und Zucker). Studenten sind Selbstversorger. Der 2020er Garten wird zum Anbau vorbereitet. Mambe Wahamete (verheiratet, drei Kinder) ist der Gartenbaubeauftragte der Studenten. Coffeebreak of the students at 10:00. They have biskets and ready made 3in1 coffee. The students are self-reliant. Here they prepare the 2020 garden for planting. Mambe Wahamete (married, three kids) is the garden rep of the students. 

Gleich am nächsten Tag nach meiner Ankunft ging es mit dem Unterricht los. Grundlagen des Religionsunterrichts, Dogmatik (Eschatologie) für den Abschluss-jahrgang und Musik für angehende Pfarrer. Das bedeutet Grundlagen des Notenlesens, Identifizieren von Liedern im Gesangbuch und Chorgesang. In meinem Haus hatten Pfr. Hans Gernert und seine Frau Karin, Besucher aus dem Partner Dekanat Castell schon seit zwei Wochen Quartier bezogen. Sie wollten anschließend noch ins Hochland. So begleitete ich sie eine Woche später nach Lae, Goroka und in den Simbu weil das Reisen über Land hier etwas komplizierter ist als in Dtld. Das Ziel war Kerowagi, das Partnerdekanat von Bürglein, die Gemeinde in der Hans Gernert bis vor drei Jahren, Pfarrer war. Die Partnerschaft sollte auf neue Füsse gestellt werden, was auch ganz gut gelang. Eine Woche später übergab ich die zwei Gäste am vereinbarten Treffpunkt am Highlands Highway an Pfr. Umba Bomai, den Leiter des Ogelbeng Seminary, mit dem sie weiter nach Mt. Hagen fuhren. Ich machte mich auf den Weg zurück über Kundiawa, Goroka und Lae, um die Assignments (Arbeitsaufträge) meiner Studenten in Logaweng wieder mit live Unterricht abzulösen.

Pastor Hans Gernert and his wife Karin on the way to Kerowagi. Reception at Kerowagi with the Bavarian flag. A big welcome cake celebrating the partnership.

The next day after my arrival, the class started. Basics of religious education, dogmatics (eschatology) for the final year and music for aspiring pastors. That means basics of reading music, identifying songs in the hymnbook and choral singing. Rev. Hans Gernert and his wife Karin, visitors from Castell Logawrng‘s partner circuit, had already been living in my house for two weeks. Afterwards they wanted to go to the highlands. So I accompanied them to Lae, Goroka and the Simbu, as traveling overland is a bit more complicated here than in Germany. The prime destination was Kerowagi, the partner circuit of Bürglein, the parish in which Hans Gernert was a pastor until three years ago. The partnership was to be put on a new footing, which then worked quite well. A week later, at an agreed meeting point on the Highlands Highway, I handed the two guests over to Rev. Umba Bomai, the principal of the Ogelbeng Seminary, with whom they continued to Mt. Hagen. I made my way back via Kundiawa, Goroka and Lae to replace the assignments (work orders) of my students in Logaweng with live lessons again.

Beim „Lehrkörper“ in Logaweng gab es einige Umstellungen. Zwei Lehrer und der Stellvertreter des Principals sind zu weiteren Studien nach Lae gegangen. Dafür waren dem Seminar zwei neue Dozenten zugeteilt worden.  Pfr. Magob Krou, dessen Vater ich schon aus den 1980ern als Distrikt Präsident in Madang kannte, und Pfr. Joseph Benson, der bisher am Church College in Banz unterrichtet hat. Allerdings ist Pfr. Benson bis heute noch nicht in Logaweng aufgetaucht, obwohl er mit einigen wichtigen Fächern in der Stundentafel eingeplant ist. Erst war sein Haus noch nicht bezugsfertig, dann hieß es er könne Banz noch nicht verlassen, weil es dort nach der Entlassung des bisherigen Leiters zu erheblichen Auseinandersetzungen gekommen war. Pfr. Benson wird hier dringend gebraucht. Die Studenten warten geduldig und beschweren sich kaum. Für die vorhande-nen Lehrer, die einige Zusatzstunden zu geben haben, heißt es frei nach Beckett „Warten auf Benson“. Sonst ist im Seminar alles beim Alten.

There were a number of changes to the teaching staff in Logaweng. Two teachers and the principal’s deputy went to Lae for further studies. For this, two new lecturers were assigned to the seminar. Rev. Magob Krou, whose father I knew as district president in Madang from the 1980s, and Rev. Joseph Benson, who previously taught at Church College in Banz. However, Rev. Benson has not yet appeared in Logaweng, although he has some important subjects scheduled on the Seminary timetable. At first his house was not yet ready for occupancy, then it was said that he could not leave Banz because there had been considerable disputes after the previous principal had been given the sack. Rev. Benson is urgently needed here. The students wait patiently, but they hardly complain. The existing teachers, who have to give a few extra hours, are „Waiting for Benson“ according to Samuel Beckett‘s drama (Waiting for Godot). Otherwise life in the seminary goes as usual.

Die Sekretärin sitzt immer noch ihre Arbeitsstunden im Büro ab, ohne dabei sehr produktiv zu sein. Sie daddelt am Computer und schaut Filme. Dafür muss man auf neue Jahr-gangslisten zwei bis drei Wochen warten. Der landwirtschaftliche Mitarbeiter hat noch ein Jahr Verlängerung (Gnadenfrist) bekommen, obwohl seine Mitarbeit für das Seminar (Gartenbau, Schweinezucht und Hühnerhaltung) bisher ein Minusgeschäft war. Außer imposanten Plänen und Ankündigungen gab es von ihm bisher keinen wesentlichen Beitrag. Als Erklärung für die Minus-Mitarbeit der beiden kann man nur sagen: Sie sind Wantoks (vom gleichen Stamm, gleicher Herkunft) des Seminarleiters und können sich unter dessen Protektion fast alles erlauben.

The secretary is still idling away her office hours. She plays computer games and watches movies. Thus one has to wait two to three weeks for new year lists. The agricultural worker received an extra year (grace period), although his work for the seminar (horticulture, pig breeding and chicken farming) was previously a minus business. Apart from impressive plans and announcements, he has made no significant contributions to seminary life to date. As an explanation for the minus cooperation of the two one can only say: They are wantoks (from the same tribe, same language group) of the seminar principal and they can do what the like under his protection.

Viel hat sich in den sechs Monaten meiner Abwesenheit nicht verändert. Bei genauerem Hinsehen dann doch dies und das. Einige der Unterrichtshäuser für die angehenden Pfarrersfrauen sind frisch gestrichen. Auch Nachbar Knuts Schuppen erstrahlt in blau und weiß. Die fehlende Fensterscheibe in der Tür des Seminar-Trucks, an der ich bei kräftigen Regen immer patschnass wurde, ist nach über einem Jahr endlich ersetzt und man bleibt trocken. Hinter dem Lehrer Office ist ein Haus Win (Überdachter Bereich mit Durchzug für den Wind) einfach so entstanden. Zwei Wohnhäuser für Dozenten sind renoviert. Die neuen Notfall Wassertanks für die Studenten bei Ausfall der Semiar-Wasserversorgung sind endlich da und werden gerade aufgebaut.

Not much has changed in the six months I’ve been away. At a closer look one can see this and that. Some of the classrooms for the aspiring pastor’s wives are freshly painted. Neighbor Knut’s shed also shines in blue and white. The missing window in the door of the seminar truck, where I always got soaking wet in heavy rain, has finally been replaced after over a year and now one stays dry. Behind the teacher’s office, a house win (covered area with natural air condition) has just been created. Two residential buildings for lecturers have been renovated. The new emergency water tanks for the students in the event of a seminar water supply failure (as has happened quite frequently) are finally here and they are currently being put up.

Auf der Synode am Anfang des Jahres wurde der bisherige Bischof Dr. Jack Urame (Bild Mitte) trotz  einer Bestechungskampagne seines Mitbewerbers wieder gewählt. Insgeheim verteilten Unterstützer des anderen Kandidaten viele Hundert Kina Scheine gesponsert von finanzstarken Geschäftsleuten, um die Wahlberechtigten für ihren Mann umzustimmen. Der Versuch die Wahl zu drehen, ist nicht gelungen, weil der Komplott noch bei der Durchführung aufgedeckt wurde. Diese Methoden sind seit Jahren in der Politik Neuguineas gang und gäbe. In der Kirche hätte man sowas nicht vermutet. Der Bischof hatte gute Arbeit geleistet in den letzten vier Jahren und wurde von Hochländern und Küstenleuten mit klarer Mehrheit gewählt. Das ist nicht selbstverständlich, weil er ja ein Mann aus dem Simbu (im Hochland) ist und ihm deshalb die Leute von der Küste nicht unbedingt die Kirchenleitung anvertrauen wollten. Früher kam der Bischof immer aus dem Kâte Stamm. Der erste Missionar Johann Flierl hatte dort die Arbeit begonnen und davon leiteten wohl die Kâtes eine Sonderstellung ab. Das gilt heute offensichtlich nicht mehr so.   

IMG_0002 KopieAt the synod on the beginning of the year, the previous bishop Dr. Jack Urame (picture in the middle) was re-elected despite a bribe campaign by his competitor. Secretly, supporters of the other candidate distributed Hundred Kina notes sponsored by financially strong business people in order to change the voters for their candidate. The attempt to turn the election was unsuccessful because the plot was uncovered while it was being carried out. These methods have been common in New Guinea politics for years. You would never have expected something like that in the church. The bishop had done a good job in the past four years and he was elected by a clear majority of the highlanders and coastal people. This could not be taken for granted because he is a man from Simbu (in the highlands) and therefore the people from the coast did not necessarily want to entrust him with the church leadership. In the past the bishop used to come from the Kâte tribe. The first missionary Johann Flierl had started work there and the Kates probably derived a certai prerogative from this. This obviously no longer applies for the ELC-PNG today.

State of Emergency – Finanzbuchhaltung

Als sich die Corona Krise immer weiter ausbreitete, sind die beiden deutschen Dozenten Knut und Anne Cramer Mitte März vorzeitig heimgereist, weil Anne ihr drittes Kind in Dtld. bekommen will. Das war gerade noch rechtzeitig, denn inzwischen sind alle Flugverbin-dungen gestrichen. Der Studienleiter Pfr. Edwin Huevos und seine Frau Elvie, die früher die Finanzen gemacht hat, dürfen nach ihrem Heimaturlaub zur Zeit nicht aus den Philippinen ausreisen. So hat mir Knut im Schnelldurchgang die Finanzbuchhaltung für das Seminar beigebracht. Eine aufwendige Aufgabe, die ich halt mache, auch wenn ich mich nicht dazu prädestiniert fühle. Ich unterrichte sehr gern, aber mit Zahlen hatte ich es noch nie. Auch der Volontär Corneliusz ist vorzeitig abgereist. Zusammen mit dem stark reduzierten Staff der neuguineischen Mitarbeiter halten nur noch Stationmanager Toni Tan und ich die Stellung.  Vorher waren wir fünf überseeische Mitarbeiter. Cramers wollen im September zurückkommen. Wann Pfr. Edwin und Elvie kommen, ist noch offen.

State of Emergency – Financial accounting

When the corona crisis spread further and further, the two German lecturers Knut and Anne Cramer traveled home early in mid-March because Anne wanted to have her third child in Germany. They were just in time, because all flight connections have now been canceled. Rev. Edwin Huevos, the director of studies, and his wife Elvie, who used to do the finances, had home leave, but they are currently not allowed to depart from the Philippines. So Knut quickly taught me the financial accounting of the seminary. A complex task that I do, even though I don’t feel predestined for it. I love teaching, but I’ve never had it with numbers. Volunteer Corneliusz also left prematurely. Together with the heavily reduced New Guinean staff, only station manager Toni Tan and I hold the position. Before there were five overseas employees. Cramers want to come back in September. It is still open when Rev. Edwin and Elvie are back.

Bougainville bush in a different colour. One of my new tasks: Counting the sunday offerings with deputy principal Rev. Fred Yawomar. Morgan Martin, as to his name the smiling student could as well be a filmstar. Joanna and Timaho, the two grade 7 and 8 students clean my house every Saturday. Year 5 student Seppi Ujeg has caught a black bokis (flying fox), a real delicacy found in the nearby bat caves.

Wegen der Corona Krise hat die Regierung auch hier tiefgreifende Maßnahmen einge-führt. Es wurde der State of Emergency ausgerufen. Alle Schulen und Unis wurden geschlossen. Es gibt keine Flüge mehr im Inland und ins Ausland. Deshalb kann auch Dorothe nicht wie vorgesehn am 9. April kommen. Ihre Einreise ist also auf irgendwann später verschoben, was ich zurückhaltend ausgedrückt, sehr schade finde. Wir haben z.Zt. zwei Wochen Zwangsurlaub und sollen zu Hause bleiben. Hier nennt man das “Lock down“, aber das kenn ihr ja schon. So habe ich auch Zeit diesen Blog zu schreiben und lange liegengebliebene Aufgaben im Haus zu erledigen. Mal sehn wann die Aufhebung unserer Freiheit wieder vorbei ist.

Due to the Corona crisis, the government has also introduced far-reaching measures here. A State of Emergency has been decreed. All schools and universities are closed. There are neither domestic nor international flights. Therefore Dorothe cannot come as planned on April 9th. Her arrival has been postponed to some point later, which I am very sorry about, to put it politely. We currently have two weeks of forced holidays and are supposed to stay at home. This is called „lock down“, but you already know that, as this is practised in Germany, Australia etc. too. Thus I have time to write this blog and do long-standing tasks in the house. Let’s see when the time of confinement is over again.

Zum Schluss noch noch ein Bibelzitat, dass mir in diesen Zeiten apokalyptischer Angst  und medialer Hysterie den Weg zum Wesentlichen gewiesen und mich ermutigt hat:

“Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn „die Liebe deckt auch der Sünden Menge“. 1.Petrus 4, 7-8   

Finally, a quote from the Bible that in these times of apocalyptic fear and media hysteria encouraged me and showed me the way to the essentials: “But the end of all things has come close. So now be prudent and sober to prayer. Above all, have constant love for one another; because „love also covers a lot of sins“. 1 Peter 4, 7-8

Some yummy berries that you get at the Daulo Pass on the way to Simbu. A cosy little Haus Makai (devotion house) near Kerowagi.

Falsche Termine

Terminverwirrung richtiggestellt
Barbara Goodyear aus Karkar machte mich auf meinen Fehler aufmerksam. Danke Barbara. Mit den von mir genannten Reiseterminen kann was nicht stimmen. Hier also die Korrektur:
Abreise am 04.02. in Dtld. Ankunft am 06.02. in Lae. Unterricht ab 10.02. in Logaweng.
Dorothe kommt am 07.04. nach. Wenn alles nach Plan läuft werden wir am 27.07. wieder daheim sein.

Date confusion corrected
Barbara Goodyear from Karkar made me aware of my mistake. Thanks Barbara. The travel dates I mentioned were not correct. Here is the correction:
Departure on February 4th in Germany. Arrival on February 6th in Lae. Lessons from 10.02. in Logaweng.
Dorothe travels on April 7th. If everything goes according to plan we will be back home by July 27th.

Es geht wieder los (in Deutsch and English)

 

Zeit wird’s, dass ich mich mal wieder melde. Ende November habe ich die Arbeitserlaubnis für PNG bekommen. Aber das Visum ließ auf sich warten. Letzte Woche kam es endlich in Brüssel an. Jetzt muss es nur noch in unsere Pässe eingetragen werden. “Lukim Yu“ (Auf Wiedersehen) heißt es auf einem Plakat auf dem Weg zum Flugplatz in Lae.

Gerne treffe ich die Freunde und Kollegen in PNG wieder. Am 04. Februar werde ich abfliegen und am 06.04. in Lae ankommen. Wenn alles klappt kann ich ab 10. April wieder für sechs Monate am Seminar in Logaweng unterrichten.

Dorothe kommt am 07. April nach und wird im zweiten Term wieder mit den Frauen der zukünftigen Pfarrer zusammenarbeiten. Es geht um Kindererziehung und Kindergarten-Organisation.

Let’s get going again
Yes it’s time to get in touch with you again. At the end of November I got the work permit for PNG. But the visa took much longer. It finally arrived in Brussels last week. Now it only has to be entered in our passports. „Lukim Yu“ (see you again) says a poster on the way to the airfield in Lae. Yes, I’m happy to meet the friends and colleagues in PNG again. I will fly on February 4th to arrive in Lae on April 6th. If everything works out, I can teach at the seminar in Logaweng for another six months from April 10th. Dorothe arrives on April 7th and will work again in the second term with the women of the future pastors. It’s about child rearing and kindergarten organization.

Was war in der Zwischenzeit
Seit September haben wir wieder einiges erlebt. Highlight war eine Reise nach Südamerika in die Antarktis und nach Uruguay. Wir brachten unvergessliche Eindrücke und hunderte Bilder von der rauhen Drake Passage und den Eiswüsten um den Südpol. Auf dem Rückweg besuchten wir die Familie unserer früheren Austauschschülerin Florencia in Uruguay. Dabei konnten Dorothe und ich beim Besuch ihrer Hazienda auch ein bißchen reiten. Zum Glück war das Pferd sehr zahm.

What has happened in the meantime
There has been a lot since September. The highlight was a trip to South America, Antarctica and Uruguay. We brought unforgettable impressions and hundreds of pictures of the Drake Passage and the vast icy landscapes around the South Pole. On the way back we visited the Florencia’s family in Uruguay. As a former exchange student she had stayed with us for a year before. Dorothe and I were able to ride a little while visiting her hacienda. Fortunately, the horse was rather tame.

Weihnachten daheim
Die Weihnachtszeit daheim haben wir sehr genossen. Anfang Dezember gab es sogar einmal Schnee. Seither leider nicht mehr. Alle Kinder mit Ehepartnern und Enkeln kamen zum Fest zusammen und wir konnten im Kreise unserer Lieben die Familie genießen und feiern. So ging 2019 gemütlich und schön zu Ende.

 

Christmas at home
We really enjoyed the Christmas season at home. At the beginning of December there even was a day of snow. Unfortunately there has been none since. All children with spouses and grandchildren came together for the festive days and we were able to enjoy and celebrate with our loved ones. Thus our year 2019 ended very nice and homey.

9. Wilds Kinder Kopie

Wie wird es in Logaweng?
Hier ist wieder Abschied angesagt. Von den Kindern (von li. Luisa, Matthias, Vera, Daniel, Miriam Benjamin und Leonie) .

Von den fröhlichen Enkeln (von li. Samuel mit Papa, Luisa, Joel, Elias und Leonie) . Von meiner Volleyball Gruppe in Windsbach. Von den fränkischen Weinbergen. Von den knusprigen Brötchen.

How is it going to be at Logaweng?
It’s time to say goodbye again. Good bye to the children (from left Luisa, Matthias, Vera, Daniel, Miriam Benjamin and Leonie). Good bye to our happy grandchildren (from left Samuel with Papa, Luisa, Joel, Elias and Leonie). Good bye to my volleyball group in Windsbach. Good bye to the Franconian vineyards and the crispy bread rolls.

Dafür geht es jetzt ins Land der Palmen, der Paradiesvögel und der leuchtenden Blumen. Ich packe also wieder die Koffer. Nächste Woche geht es los. Wir sind gespannt, was sich in der Zwischenzeit in Logaweng getan hat. Zwei neue Dozenten und ein Volontär aus Dtld. sind zum Team dazugekommen.

Für die Studenten des dritten Jahres (Bild links) beginnt das einjährige Vikariat in verschiedenen Landesteilen. Die letztjährigen Year 2 Studenten (Bild rechts) geben einige Fächer und Aufgaben z. B. den Religionsunterricht in den umliegenden Schulen an die Neuzugänge (Yia 1) ab. Dafür gibt es Gemeindepraktikum, die Lehre vom Heiligen Geist und der Dreieinigkeit, Confessio Augustana und Evangelisation. Ich bin gespannt auf den neuen Jahrgang und aufs Wiedersehen mit den mir schon bekannten Studenten.
Wenn alles läuft wie geplant, werden wir am 27. Juli wieder in Deutschland eintreffen. Auf geht’s!

 

Instead I’m leaving for the land of palm trees, of birds of paradise and of bright flowers. So I am packing my bags again. I’ll be leaving next week. We are excited to see what has happened in Logaweng in the meantime. Two new lecturers and a volunteer from Germany have joined the staff. For the students of the third year (picture left) the one-year vicariate begins in different parts of the country. Last year’s Year 2 students (picture on the right) have handed over some subjects and tasks to the new ones of such year 1, such as for example religious instruction in the surrounding schools. They are taking up a community internship, the teaching of the Holy Spirit and the Trinity, Confessio Augustana and Evangelism. I am looking forward to the new academic year and to meeting again with the students I already know.
If everything goes as planned, we will be back in Germany on July 27th. Well, let’s get going.

Girles

JoDo in Frankonia

Hi to you English speakers. This is a translation of my latest Blog in English:

Back in Germany
It is already 2 1/2 months that we have arrived here again, but maybe you want to know how we are doing.
In Logaweng there were several farewell parties. The biggest one was an Amamas Night (evening of joy) with lots of music, a lot of food and a few speeches. Last week we drove back to Supang to Papa Sakey Rocnuc to our friend and mentor in the 90’s. A final stop was then the burning of the waste with Tauigo on the eve of departure. By boat on the way to Lae we passed Kiangana Island, directly opposite Malasiga, which is a fuel stop. It rained a bit, but otherwise the boat trip without big waves was quite bearable. In the Finance Office in Lae, we met the lively Lorraine Singin, a friend of our daughters Miriam and Vera. At home we were welcomed by our children. Nice if one is expected. Beno picked up Dorothe in Frankfurt. Vera and Marc (in the background Matthias, re. Kathie) come up with our return to Neuendettelsau. Louisa calls „Omi!“ And Elias is happy with mama Kathie and dad Matthias. Daniel with Samuel and Johanna are obviously happy. Beno with girlfriend Sabrina and sister Miriam look so happy. Grandpa can also play in the sandbox with his granddaughters Louisa and Leonie.
At the end of June, Jomie guided a tour to Alsace. It was a very hot and beautiful week with a fun-loving group in Strasbourg, Colmar and the Vosges.
In mid-July there was a wedding party in Wernfeld near Gemünden am Main with Steffen (1st re, 2nd row) and Ulrike Mitz (1st left next to me). Bernie and Thorsten (front left) had married in Logaweng in 2018 and the couple now introduced themselves to their relatives in Germany. Thorsten heads the media department of the ELC-PNG and has built the 24-hour radio program of „Kristen Radio“ in Lae. The party almost was to a PNG meeting because former friends and co-workers had arrived. Dr. Damaris Kneif (former row, formerly Butaweng Hospital), Niklas Stephen (left row, Lands Dept. Lae) and Eric Arthur (right row, former volunteer in Logaweng). Steffen and Ulrike had worked in PNG as development aid workers.
Four days later we were in Würzburg. Daniel had finished his studies with the state examination for teaching (English and CLS at Realschulen) and was solemnly farewelled in the Neubaukirche. It is always nice to come to my old home of Würzburg. From 1955 to 1974 I had lived there. The city has become more and more beautiful (here the House of the Falcon in Rococo style). Seven days later it was back to Würzburg. Daniel’s son Samuel Jeremiah was blessed in an open-air service. 150 members of the Vineyard community celebrated in a park by the river Main. It was a warm and memorable day.
At the end of July Betty Komndi, the headmistress of the Luth. High school from Kewamugl stayed with us. She had come to Neuendettelsau to take part in a three-week summer school and could then be with us for another week. Here is just a small selection of the pictures of this visit: in the Residence in Würzburg, at Kiri Hamberger’s in Obernbreit and in Buchhof (Upper Palatinate) at the birthplace of Johann Flierl.
Very painful was the news of Gerhard Stamm’s death. He was a good friend, an original, a very humorous person, a year younger than me. He had spent more than 30 years in New Guinea and worked as a missionary with his heart and soul. It was his last term before retirement. When hiking with a youth group near Aviamp (area of ​​Mount Hagen in the highlands) he had fallen on a tree trunk while crossing a stream and died of internal injuries a few minutes later. His wife Brigitte and all of us stayed behind with the question: Why did this have to happen? What was God doing with that? At the end of July his funeral took place in Auhausen.
At the beginning of August Knut Cramer sent us pictures of torrential rains and heavy flooding of the Finchhafen area (bridge at the Butaweng waterfall and brook crossing on the coastal highway). This year, the rainy season has brought a lot of water to this area (See my last blog from June).
At the end of August we were on holiday at the Krüpelsee in Kablow near Königs Wusterhausen 35 kilometres south of Berlin. Michaela used to live in Neuendettelsau. After her wedding with Jörg she moved there. She runs a health practice and a holiday home called „Auszeit am See“ with her husband. We had a wonderful time there. With bikes we were on the Fontaneweg. The big city bustle in Berlin was not far away. 80 km south was the unique landscape of the Spreewald. We were fascinated by the stake’s noiseless movement of the boat. Only the slightly rippling of the water. A completely quiet, but sweaty locomotion in the Stake-boat. On the way home we stayed two days in the south of Leipzig. Sabine and Karl Albani live there. Our former neighbors in Kol, on the other side of the mountain, in New Guinea. They took us on a trip towards Naumburg, the Max Klinger House (well-known sculptor), idyllically located in the vineyard and wine tasting in the vineyards on the Unstrut River, the northernmost wine region in Germany with very delicious drops.
Back in Neuendettelsau we celebrated Joels Schulanfang. He’s our first grandson (son of Vera and Marc) and he has been waiting several months for this event. For one day the school cornet was his status icon.
So far to our interim report from Germany.
Thank you for your interest in our endeavor and your accompaniment of our life paths here and there. As a reminder, a picture of the Nengembia community Kewamugl, so you can imagine what we often think of.

JoDoinFranken

Zurück in Deutschland
Es sind schon wieder 2 1/2 Monate, dass wir  hier angekommen sind, aber vielleicht wollt ihr erfahren, wie es uns ergangen ist.
In Logaweng gab es mehrere Abschiedsfeiern. Die größte war eine Amamas Night (Abend der Freude) mit viel Musik, viel Essen und einigen Ansprachen. In der letzten Woche fuhren wir nochmal nach Supang zu Papa Sakey Rocnuc zu unserem Freund und Mentor in den 90er Jahren. Ein endgültiger Schlusspunkt war dann die Müllverbrennung mit Tauigo am Vorabend der Abreise.

Mit dem Boot unterwegs nach Lae kamen wir an Kiangana Island vorbei, direkt gegenüber Malasiga, wo immer getankt wird. Es hat etwas geregnet, aber sonst war die Bootsfahrt ohne große Wellen recht erträglich. Im Finance Office (Verwaltung der Kirche) in Lae trafen wir die quirlige Lorraine Singin, eine Freundin unserer Töchter Miriam und Vera.

Daheim wurden wir von den Kindern herzlich willkommen geheißen. Schön wenn man erwartet wird. Beno hat Dorothe in Frankfurt abgeholt. Vera und Marc (im Hintergrund Matthias, re. Kathie) stoßen auf unsere Rückkehr in Neuendettelsau an. Louisa ruft „Omi!“ und Elias freut sich mit Mama Kathie und Papa Matthias. Daniel mit Samuel und Johanna sind offensichtlich sehr erstaunt. Beno mit Freundin Sabrina und Schwester Miriam schauen so fröhlich. Opa kann auch mal mit seinen Enkelinnen Louisa und Leonie Sand spielen.


Ende Juni leitete Jomie eine Städtereise ins Elsass. Es war eine sehr heiße und wunderschöne Woche mit einer reiselustigen Gruppe in Straßburg, Colmar und durch die Vogesen.


Mitte Juli gab es eine Hochzeit Nachfeier in Wernfeld bei Gemündet am Main bei Steffen (1.re, 2.Reihe) und Ulrike Mitz (1.li. neben mir). Bernie und Thorsten (vorne li.) hatten 2018 in Logaweng geheiratet und das Paar stellte sich nun der Verwandtschaft in Deutschland vor. Thorsten leitet die Medienabteilung der ELC-PNG und hat das 24-stündige Radioprogramm von “Kristen Radio“ in Lae aufgebaut. Die Party wurde fast zu einem PNG Treffen, weil frühere Freunde und Mitarbeiter in PNG angereist waren. Dr. Damaris Kneif (vorl. Reihe, früher Butaweng Hospital), Niklas Stephen (le. Reihe li; Lands Dept. Lae) und Eric Arthur (le. Reihe re.; früher Volontär in Logaweng). Steffen und Ulrike hatten in PNG als Entwicklungshelfer gearbeitet.


Vier Tage später waren wir in Würzburg. Daniel hatte sein Studium mit dem Staatsexamen fürs Lehramt ( Englisch und Reli an Realschulen) beendet und wurde in der Neubaukirche feierlich verabschiedet. Es ist immer wieder schön in meine alte Heimat Würzburg zu kommen. Von 1955 bis 1974 habe ich dort gelebt. Die Stadt ist immer schöner geworden (Hier das Haus zum Falken im Rokoko Stil). Sieben Tage später ging es schon wieder nach Würzburg. Daniels Sohn Samuel Jeremia wurde in einem Freiluft Gottesdienst gesegnet. 150 Mitglieder der Vineyard Gemeinde haben im Park am Main mitgefeiert. Es war ein warmer und denkwürdiger Tag.


Ende Juni war dann Betty Komndi, die Schulleiterin der Luth. Highschool von Kewamugl bei uns zu Besuch. Im Rahmen der dreiwöchigen Summer School war sie nach Neuendettelsau gekommen und konnte anschließend noch eine Woche bei uns sein. Hier nur eine kleine Auswahl der Bilder diese Besuchs: in der Residenz in Würzburg, bei Kiri Hamberger in Obernbreit und in Buchhof (Oberpfalz) am Geburtsort von Johann Flierl.


Sehr schmerzlich war die Nachricht vom Tod Gerhard Stamms. Er war ein guter Freund, ein Original, ein sehr humorvoller Mensch, ein Jahr jünger als ich. Mit Leib und Seele hatte er über 30 Jahre in Neuguinea gearbeitet. Es war sein letzter Term vor dem Ruhestand. Beim Bergwandern mit einer Jugendgruppe in der Nähe von Aviamp (Gegend von Mount Hagen im Hochland) war er beim Überqueren eines Baches auf einem Baumstamm gestürzt und wenige Minuten später an inneren Verletzungen gestorben. Zurück blieb seine Frau Brigitte und wir alle mit der Frage: Warum musste das so kommen. Was hatte Gott damit vor? Ende Juli war dann seine Beerdigung in Auhausen. 21. Gerhard Stamm Beerdigt
Anfang August schickte uns Knut Cramer die Bilder von heftigen Regenfällen und starken Über-schwemmungen der Flüsse im Finchhafen-Gebiet (Brücke beim Butaweng Wasserfall, Bachübergang am Küsten „Highway“). Diese Jahr hat die Regenzeit schon sehr viel Wasser in diese Gegend gebracht (Siehe mein letzter Blog vom Juni).


Ende August waren wir dann zum Urlaub am Krüpelsee in Kablow bei Königs Wusterhausen 35 kam südlich von Berlin. Michaela hat früher in Neuendettelsau gewohnt. Nach ihrer Hochzeit mit Jörg ist sie dorthin gezogen. Mit ihrem Mann betreibt sie eine Gesundheitspraxis und ein Ferienhaus, genannt „Auszeit am See“. Mit dem Fahrrad waren wir auf dem Fontaneweg unterwegs. Der Großstadttrubel in Berlin war nicht weit. Im Spreewald faszinierte die leicht plätschernde, völlig ruhige, aber schweißtreibende Fortbewegung im Stake-Kahn.

Auf dem Heimweg waren wir zwei Tage im Süden Leipzigs. Dort wohnen Sabine und Karl Albani. Unsere früheren Nachbarn in Kol, auf der anderen Seite vom Berg, in Neuguinea. Sie machten mit uns einen Ausflug in Richtung Naumburg, ins Max-Klinger-Haus (bekannter Bildhauer), idyllisch im Weinberg gelegen und zur Weinprobe in den Lagen am Unstrut Fluss, dem nördlichsten Weingebiet Deutschlands mit sehr köstlichen Tropfen.


Zurück in Neuendettelsau feierten wir Joels Schulanfang. Lang hat unser erster Enkel (Sohn von Vera und Marc) schon auf diese Ereignis gewartet. Die Schultüte einen Tag lang sein Status-Symbol.


Soweit also unser Zwischenbericht aus Deutschland.
Vielen Dank für Euer Interesse an unserem Ergehen und Eure Begleitung unserer Lebenswege hier und dort. Zur Erinnerung ein Bild von der Nengembia Gemeinde Kewamugl, damit ihr Euch vorstellen könnt, woran wir oft denken.

Regenzeit

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Mitte Mai kündigte sie sich mit dumpfem Donnergrollen aus dem Süden an. Nachts gab es ständig Wetterleuchten und starke Blitze. Die „Flame-of-the-Forest Blüten“ leuchten wieder an den Bäumen. Die Regenzeit ist da. Das sind die Zeichen mit denen sie sich ankündigt. Die Regenschauer kommen in Abständen und entwickeln sich zu minuten-langen Wolkenbrüchen. Die Wellblechdächer ohne Regenrinnen schütten Wasser wie aus hunderten von Leitungen. Der Butaweng Fluss hat Hochwasser. Autos graben sich auf Nebenstrassen in den Schlamm.

In Neuguinea kann es in einer Nachts soviel wie in Deutschland im ganzen Jahr regnen. Unser Hausdach ist nicht ganz dicht. Wenn der Regen nicht zu laut ist, hört man die Tropfen klopfen. Es muss regenfest gemacht werden. Die Straße ins Tal wird von plötzlichen Sturzbächen angefressen. Da kann sie noch so schön repariert sein. Regen und Erdbeben nagen an den Verkehrsverbindungen. Die Füsse sind immer nass und dreckig und der Regenschirm hält nur das Nötigste ab. Die Wäsche wird nicht mehr trocken und das Betttuch wird nur durch längeren Aufenthalt durch unsere Körperwärme entfeuchtet. Der Strom ist wieder für fünf Tage ausgefallen. Die PNG Power Leute brauchten so lange, um die Unterbrechung im Busch zu finden. Ein paar Bambus Stangen waren an einer unzugänglichen Stelle umgefallen und hatten die Leitung unterbrochen. Die Wasserpumpe fiel wieder aus und die Studenten und Lehrer, die an der Haupt-Versorgungsleitung hängen, sassen mitten im Regen an trockenen Wasserhahnen. Der gleichmütige Umgang der Menschen hier mit Widrigkeiten und ihre schier unerschöpfliche Geduld sind bewundernswert. 5. IMG_8453 Kopie
Am 29.Mai hatte Dorothe Geburtstag. Wir konnten gebührend feiern mit deutschem Mittagessen (Hackbraten, Rösti und Rotkraut) und Kaffee und Kuchen nachmittags um 3.
Anfang Juni kam ein YWAM (Youth With A Mission) Schiff mit 90 Jugendlichen und einigen Spezialisten nach Finchhafen. An Bord konnten sich die Leute von der Küste kostenlos medizinisch versorgen lassen. Vor allem Zahn- und Augenbehandlungen waren gefragt. Ich habe mir auch einen Zahn füllen lassen.

Andere Schönheitsideale
Nun, wie angekündigt ein paar Worte über Körperbemalung und Schönheit. Während in Europa die subtile Kunst des Make-ups gepflegt wird, wo Frauen die alten Falten mit Eyeliner, Lidschatten und Rouge verschwinden lassen und einen jugendlichen Ausdruck im Gesicht vortäuschen, spielt das hier kaum eine Rolle. In PNG ist kräftige Körperbema-lung angesagt und die ist nicht nur aufs Gesicht beschränkt. Leuchtende Farben werden flächig aufgetragen. Diese intensive, farbenfrohe Gestaltung wird landesweit gepflegt. Stolz wird sie in den alljährlichen cultural shows in Goroka und Mt. Hagen präsentiert. Anbei das Bild einer Hagen Frau, einer Simbu Meri und zweier Küstenmädchen aus Kamemsega, die wohl einen Totemvogel mit ihrem Festtagsgewand vorstellen. Aus der Zeitung entnahm ich das Laufstegbild von einer Modenschau. Das kräftige Model hätte es wohl kaum in eine europäische Präsentation oder in die Zeitung geschafft. In PNG nimmt man es da nicht so eng mit Körpermaßen. Vielleicht hat ihr auch ihr Familienname Pora zu diesem Auftritt verholfen. Paul Pora war in den 80er und 90er Jahren ein wichtiger Bigman und Politiker in Mt. Hagen.


Menschen, die sich um uns kümmern
Diesen Absatz möchte ich mal den Menschen widmen, die sich um uns kümmern und deren Dienste unsere Mitarbeit in der ELC-PNG und am Logaweng Seminary erheblich erleichtern. Die Bilder folgen der Reihenfolge meiner Darstellung.

Der Fahrer Yassab                                                                                                                             Wenn wir in Lae nach Nazab zum Flugplatz oder an den Hafen Voko Point müssen, genügt ein Anruf beim Fahrer Yassab Yapy. Er bringt uns mit allem Gepäck rechtzeitig zum Flieger oder zum Speedboat. Dann wartet er bis wir abgefahren oder geflogen sind. Manchmal wartet er Stunden, wenn der Flug Verspätung hat (z.B. auf Bischof Bedford-Strohm) Außerdem kann man sich mit ihm auf den langen Fahrten ausgezeichnet unterhalten. Ursprünglich hat er für‘s Education Department gearbeitet. Er kommt sich manchmal bei seinen Kutscherdiensten unterfordert vor. Seine Zuverlässigkeit ist sprichwörtlich.                                                                                                                                     Der Radio Mann                                                                                                                       Thorsten Krafft ist die gute Seele von Kristen Redio – Voice of the Gospel (89.1 FM) mit seinem interessanten 24 Std. Programm. Wir hören es immer, wenn wir Lae sind. Außerdem besorgt er oft für uns Nötiges in der Stadt. Sein Kaffee ist legendär und seine Kochkünste überragend. Seine Frau Bernadette ist so nett und kümmert sich auch rührend um die Besucher v.a. Outstation Leute. Es gab auch immer ein Bett zum Übernachten, wenn nötig.
Der Skipper Jerry
steuert uns sicher und gewandt mit dem 75 Horse Speed Boat von und nach Finchhafen. Wenn es das Wetter und die Wellen zulassen schafft er die 90km-Distanz in 2 1/2 (Super-schnell bei glattem Meer) oder 3 Stunden. Außerdem hat er eine Reihe zuverlässiger
Skipper zur Hand die alternative Boote auf dieser Strecke steuern.

Antonio Tan – der Station Manager
Wenn im Haus eine Neonröhre streikt oder der Wasserhahn verstopft ist, wenn die Fliegengitter erneuert werden müssen oder ein Holzbalken, wegen Ameisenbefalls ausgewechselt werden muss ist Toni sofort oder etwas später zur Stelle. Außerdem ist er ein begnadeter Sänger, der alle Hits der letzten 30 Jahre auswendig kann und zusammen mit Rev. Edwin Huevos an der Gitarre ein tolles Team für musikalische Einlagen bietet.
Der Driver Asemba und Pastor William
Jeden Morgen um 7:30 und nachmittags um 14:30 bringt Asemba der Driver die Schüler nach Gagidu und Dreggerhafen. Ansonsten ist er oft mit dem Cruiser unterwegs um Leute zur Bootslände DCA oder zum Krankenhaus in Butaweng zu brinden oder abzuholen. Oft unterstützt ihn Pastor William, der Dozent, dem diese fachfremde Tätigkeit scheinbar gut gefällt.

Mrs. Miriam von PNG Power
Diese Dame verwaltet in Gagidu im Büro die Zahlungen für die Elektrizität. Man zahlt einen Betrag ein und bekommt eine lange Nummer, die man in den Stromzähler am Haus einge-ben muss. Dann wird der wieder mit Einheiten aufgeladen. Manchmal geht der Computer nicht. Dann ruft sie einen an, wenn die Zahlung durchgegangen ist und gibt die Nummer für den Zähler telefonisch durch. Sie ist eine sehr freundliche und zuverlässige Frau.
Mr. Phillip – der Security Mann
Am Eingang zum Giant einem der drei Supermärkten in Gagidu steht dieser Herr. Er grüßt einen freundlich und prüft die Taschen. Oft winkt er mich durch, weil ich scheinbar mit meiner weißen Hautfarbe Vertrauenvorschuss habe. Den ganzen Tag steht er da und grüßt und schaut in die Taschen. Er ist einer der freundlichsten Taschenchecker, die ich in PNG getroffen habe.
Der neue Referent für Papua Neuguinea und den Pazifik
Einer, der sich auch v.a. um unsere Belange kümmert ist Pfr. Arnim Doerfer. Er hat im März die Arbeit als Fachreferent für PNG und den Pazific von Dr. Traugott Farnbacher übernommen. Anfang Mai kam er nun auf seiner ersten Dienstreise nach PNG u.a. auch zu uns nach Logaweng. Seine Eltern haben in Logaweng geheiratet. Er wurde in Finch-hafen geboren und in der Kirche von Logaweng getauft. Er arbeitete in Biliau an der Rai-Küste und in Amron in der Evangelisten Schule. Mit Land und Leuten kennt er sich gut aus. Die Mitarbeiter hat er nun kennengelernt. Wir wünschen ihm für seine Einarbeitung alles Gute und Gottes Segen.

Die Stationsarbeiter Gitau, Getom und Kidi
Oft hört man sie schon von weiten in der Werkstatt Sägen, Bohren und Hämmern. Außerdem können sie sehr gut Streichen, lecke Dächer Dichten, neue Häuser bauen und nach den alten schauen (Maintenance heißt das hier). Hier sind sie gerade bei der Mittagspause. Antoni Tan ist ihr Chef. Die Chefs wechseln alle vier bis fünf Jahre, je nach Vertrag, aber Gitau, Getom und Kidi sind schon Jahre dabei. Kidi hat auch den abgebro-chenen Bambus beim letzten Stromausfall im Busch gefunden. Danke für die zuverlässige Mitarbeit.

Heimreise
Es fällt wirklich schwer uns wieder zu verabschieden. Die Menschen hier sind uns sehr ans Herz gewachsen. Dorothe hat drei Monate und ich habe fünf Monate mitgearbeitet. Am Mittwochabend gibt es eine “Amamas Nait“, d.h. feierliche Verabschiedung mit Andacht, Musik, Tanz, Geschenken und viel Essen. Der Volontär Milo und wir haben ein Schwein gestiftet. Dadurch bekommt diese Feier ein besonderes Gewicht. In einer Woche am 16.06. fahren wir beide mit dem Boot nach Lae und am 18.06. geht der Flieger nach Deutschland.
Wir werden Euch mit diesem Blog weiterhin auf dem Laufenden halten.
Vielleicht treffen wir uns auch persönlich in Deutschland. Das wäre schön.
Einstweilen virtuelle Grüße

von Dorothe und Jomie
aus Logaweng
Finchhafen
Papua Neuguinea

Letzte Meldung: Premierminister von Papua Neuguinea zurückgetreten

Gestern ist der Premierminister von Papua Neuguinea Mr. Peter O‘Neil zurückgetreten.
Er hat die Regierungsverantwortung dem früheren Premierminister Sir Julius Chan übergeben. Gründe für diese Entwicklung s.u. letzte Seite.

Fortsetzung des letzten Blog-Eintrags: Dorothes Ankunft
So wartete ich also die Besserung meines Beines in Lae ab. Legte den geschwollenen Fuß hoch und versuchte dem Haus so oft wie möglich zu entkommen. Am Freitag vormittag kamen schließlich Dorothe und Miriam in Nadzab am Flugplatz 40 km vor den Toren Laes an. Wunderbares Wiedersehn! Der getreue Devit Mandugl war extra mit dem Nachtbus aus dem 400 km entfernten Kewamugl nach Lae gekommen, um die beiden zu begrüßen. Das ist wahre Freundschaft. Am nächsten Morgen brummte das Speedboat (75 Horse d.h. PS) nach Finchhafen. Miriam konnte die Plätze ihrer Kindheit besuchen und unsere Arbeit in Logaweng kennenlernen. Es war schön sie zu Besuch zu haben, wenn auch nur für 12 Tage. Sie konnte gleich Dorothe versorgen, die zwei Wochen mit einer schweren Bronchitis niederlag. Wir fuhren nach Siki Beach, Heldsbach, zum Butaweng Wasserfall, nach Gagidu und auf die Tami Inseln. Sie kam mit in den Unterricht und übernahm sogar Dorothes Kindergartengruppe „Die Kakaruks“ für einen Tag. Die Zeit verging wie im Flug und schon flog sie weiter nach Bali und Java um das Solar-Projekt ihrer Stuttgarter Ludwigsburger Gemeinde zu besuchen.

Palm Sonntag
Fast wären wir am Palmsonntag zu spät gekommen. Vor dem Gottesdienst gab es nämlich ein interessantes Drama. Jesus zieht auf dem Esel in die Seminarkirche ein.
Zwei Studenten haben den mühsamen Job des Esels übernommen. Dann besteigt der Jesusdarsteller den Esel. Im Hinterteil des Tieres verbarg sich der Year 1 Student Modernman Hungkuri, der nach eigener Aussage noch nie so schwer getragen und so stark geschwitzt habe. Bei den Zuschauern, vor allem den Kindern, die den Weg mit Palmzweigen bestreut hatten, kam die eindrückliche Darstellung besonders gut an.

Die Hochlandreise
Der Volontär Milo hatte mich gefragt, ob ich mit ihm ins Hochland fahren könne. Deshalb machten wir in den Termbreak Ferien auf den Weg. Mit dem PMV fuhren wir 8 Std. nach Goroka. Martin Weberruß, der dortige Missionar, nahm uns am Ostersonntag mit nach Asaroka. Hier gab es einen langen, schönen Gottesdienst bei trockenem Sonnenwetter. Nach wochenlangem Regen war das eine schöne Überraschung. Man feierte und dankte den einheimischen Missionaren aus Ulap, Kabwum und Tapen, die das Evangelium über Berge und Täler zu Fuß ins Asaro Tal gebracht hatten. Bischof Dr. Jack Urame hielt die Predigt. Lady Laura seine Frau verlieh 10 Posaunen Schülern, die einen Kurs absolviert hatten die Zeugnisse. Anschließend gab es ein köstliches Mumu (Essen im Erdofen gegart).


Am nächsten Tag fuhren wir weiter ins Herz des Hochlands. Unterwegs nach dem Daulo Pass (2400m) sahen wir dieses Haus, das einem Erdrutsch gerade noch entkommen war.
Die wochenlangen Regenfälle hatten im Hochland zu verheerenden Überschwem-mungen und Erdrutschen geführt. Überhaupt ist man hier wegen der geotektonischen Lage den Naturgewalten viel unmittelbarer ausgesetzt.

Erdbeben
Am 7. Mai morgens kurz nach Sieben in meiner Englischstunde mit Year 1 wurde das Klassenzimmer so heftig durchgeschüttelt, dass ein Student schnell die Türe öffnete, damit wir im Fall eines Einsturzes noch das Freie hätten erreichen können. Die Medien meldeten ein Erdbeben von der Stärke 7,2. Das Epizentrum lag in der Nähe von Bulolo.
Später berichtete die Zeitung The National:
Der Gemeinderat des Dorfes Dambi… gab an,  dass es außer kleineren Erdrutschen keine größeren Schäden oder Todesopfer gegeben hätte, obwohl das Erdbeben schwer war. 11 Familien und fünf Lehrer im Dorf Dambi in der Mumeng Gegend Nähe Bulolo wurden mit Notrationen versorgt. 60 Reissäcke, Büchsenfisch und Töpfe. Ihre Gemüsegärten waren durch die Erdstöße zerstört worden. Gemeinderat Girinde sagte: “Wir waren von der Stärke des Bebens geschockt und dachten es hätte ernste Schäden gegeben, aber wir hatten Glück und danken Gott für seine Güte“.  Quelle: The National Thur. May 16, 2019    Am 14.05. um 22:58 Uhr erschütterte ein noch stärkeres Erdbeben mit der Stärke 7,5 East New Britain und New Ireland. Die Zeitung bezeichnete es als eines der schwersten Erdbeben im Südpazifik. Supermärkte in Rabaul wurden verwüstet. Aber auch hier gab es außer kleineren Zerstörungen weder Tote zu beklagen, noch wurde ein Tsunami ausgelöst. Gott sei Dank! Erdbeben und immer wieder leichtere Erstöße sind in PNG alltäglich. Allerdings die Stärke dieser beiden ließ auch die internationalen Medien aufhorchen.

In den Simbu
Zurück in den PMV. Wir fuhren also nach Mingende bei Kundiawa in der Simbu Provinz. Mein Freund Br. Otto hatte uns dort ein Quartier in der Station der SVDs (Societate Verbi Divini) besorgt. Milo sah zum ersten Mal eine Nonne und nahm zum ersten Mal an einer katholischen Messe teil. Br. Otto hatte mir einen Toyota 4-wheel-drive geliehen. Damit konnten wir 2000m hoch an den Fuß des Mt. Wilhelm fahren. Leider hatte der Berg sein Haupt verhüllt. Aber am Eingang zur Mt. Wilhelm Highschool gab es eine Überraschung. Da stand ein Mann, dessen Gesicht mir bekannt vorkam. Als er mich ansprach: “Yu Jomie, ah?“ war alles klar. Danga hatte damals in Kewamugl in einem kleinen Chor, den ich gegründet hatte, mitgesungen. Vor 25 Jahren hatte er den Job als Fahrer des Highschool Autos von Keglsugl bekommen und lebte seit dieser Zeit hier oben. Da ich  nicht an Zufall glaube, war das ein schönes Zusammentreffen.

In Kewamugl
Von Mingende wurden wir mit dem Schulauto der Luth. Highschool abgeholt und auf der sehr rauhen Straße hinauf auf 1600m nach Kewamugl gebracht. Im September wird hier
in den Räumen der Highschool die National Pastors‘ Conference der ELC-PNG statt-finden. Ein wichtiges Ereignis, das schon seine Schatten vorauswirft. Das bisher immer übersehene Kewamugl, der Grenzort in der Nordecke des Simbu, wird für eine Woche im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Das ist auch gut so, denn die Gemeinde ist gut organisiert, die Highschool hat einen guten Ruf und wächst und dehnt sich aus. Letztes Jahr gab es 370 Schüler. Dieses Jahr 450 Schüler. Das Gelände ist geräumig (27,8 ha). Das ist riesig für die engen Täler und für so eine Schule im Hochland. Sie wird wohl bald zur Secondary Highschool bis zum 12. Jg. hochgestuft werden. Das alles wird von den jungen Gemeindeältesten des Ortes unterstützt. Besonders wichtig dabei ist Mrs. Betti Komndi, (s.o.) die diese Schule seit fünf Jahren fachfraulich und umsichtig leitet. Das ist keine Selbstverständlichkeit, weil eine Schulleiter Position immer noch mehrheitlich Männerdomäne ist. Im Bild zeigen die Mädchen (s.o.) das Ergebnis eine Spendenaktion im letzten Jahr vor: Selbst entworfene und -bedruckte Schuluniformen.

Weiter nach Banz
Auf dem Weg nach Banz machten wir Station in Miunde. Ich hatte erfahren, dass mein erster früherer Stationsarbeiter Aglua schwer krank sei und bald sterben werde. Deshalb besuchten wir ihn. Seine Frau bewirtete uns köstlich. Da stand plötzlich einer meiner drei früheren Chefs im Simbu Distrikt P. Kiage Motoro vor mir. Er war zum stellvertre-

tenden Distriktpräsidenten des Jiwaka Distrikts ernannt worden, dessen Präsident Paul Siwi letztes Jahr überraschend verstorben war. P. Kiage hatte einen Termin nebenan und wir sprachen über die guten alten und die spannenden neuen Zeiten.
In Banz trafen wir Helen Alung und Reinhardt Kasu (s.o.), die dort am Church College studieren und aus dem Lauluc Dekanat stammen. Seit drei Jahren werden sie vom Partnerdekanat Windsbach bei den Schulgebühren unterstützt. Was die Unterkunft betraf, wurden wir von den Frauen des National Wokmeri Training Centre betreut,  neben dem sich unser Guesthouse befand. Hier haben früher, für alle die sie kennen, Horst und Leni Gerber gewohnt.

Nach Ogelbeng
Nach zwei Tagen ging es von Banz weiter zum Highlands Theological Seminar nach Ogelbeng.

Peter Gigmai, Sohn des Principals, Lehrer und Stationmanager holte uns an der PMV Haltestelle in Mt. Hagen ab. Ebenfalls begrüßt wurden wir von Ku Jack Teine einem meiner füheren Highschool Chaplains (Schulpfarrer), der schon seit Jahren in Ogelbeng als Dozent arbeitet. Dort traf ich auch Frau Biangkepe Teine, die Peter Gigmai als Dozentin ans Seminar gebracht hat. Eine Frau als Lehrerin an einem Seminar, das ist ein Novum für die ELC-PNG. Sie hat ein Masters Degree in Theologie und eine abgeschlos- sene Ausbildung als Lehrerin. Einige Jahre hat sie in Indonesien, Malaysia und Australien gearbeitet, bringt also alles mit, was am Seminar gebraucht wird. In einem Gespräch sagte sie mir, dass noch mehr qualifizierte Frauen  für solche Positionen in den Startlöchern stünden.
An einem Nachmittag machten wir mit Peter einen Ausflug nach Jalibu. Das ging ganz zügig, weil die Straßen in diese Richtung in sehr gutem Zustand sind. Unterwegsam Strassenrand zeigten uns einige Jungs eine „kleine“ Würgeschlange (Moran) . Auf der Fahrt wurde es merklich kühler, weil Jalibu auf ca. 2000m Höhe liegt.

Nach Mosbi
Nach drei Tagen Ogelbeng flogen wir nach Port Moresby zur Internationalen Men’s Retreat zu der Mitarbeiter der ELC-PNG aus Dtld., Madagaskar, den Philippinen und Oz zusammen kamen. Wir wollten u.a. die relativ unbekannte Landeshauptstadt erkunden. Thema war “Into the Unknown“, Glaube, Leben und Arbeit in PNG. Wir wohnten im Don Bosco Conference Centre in Boroko und waren von der Gastfreundlichkeit der katho-lischen Schwestern und Brüder beeindruckt. Eigentlich ist das Zentrum ein Teil des Don Bosco Technological Institutes. Das ist eine höhere Berufsschule für 150 weibliche und 650 männliche Studenten, die nach höchsten Standards unterrichtet werden. Ein Absolvent von Don Bosco, wird immer eine Stelle vor den Absolventen staatlicher Berufsschulen bekommen.


Während der Retreat gab es auch ein touristisches Beiprogramm. Wir fuhren auf den vier- und mehrspurigen Boulevards der Hauptstadt, die manchmal auch ins Nichts führten (siehe Bild oben re.). Wir besuchten Vision City, ein Einkaufszentrum wie viele andere in Manila, Melbourne und München. Wir sahen das APEC Building am Ela Beach, das Museum nur von außen, das Parlament von außen und innen. Dort fieberte man einem Vote-of-no-confidence (VONCO) der Opposition gegen den amtierenden Premierminister am nächsten Tag entgegen.

Probleme mit den Staatsfinanzen
Peter O‘Neill informiere das Parlament zu wenig. Das riesige Exxon-Mobile Flüssiggas Projekt von 19 Milliarden US$ in der Hela Provinz habe der Pemier ohne umfassende Information des Parlaments eingefädelt. In einer Untersuchung dazu schreibt John Flanagan (Double or Nothing; the Broken Economic Promises of PNG LNG. Jubilee Australia Research Centre, April 2018. Ebenso: The Post Courier. Government yet to respond. May 2018) Der vorhergesagte Wirtschaftsboom sei ausgeblieben. Die soziale Stellung der Durchschnitts-Niuginis sei auf dem absteigenden Ast. Eine deutliche Rezession fände seit 2015 statt. Bis 2016 sei das Durchschnittseinkommen um 6% gesunken, die Beschäfti-gungsrate sogar um 27% und die Dienstleistungen der Regierung um 32 %. Die Importe seien um 73% gesunken und landwirtschaftlich sei 40% weniger exportiert worden, wegen des Umtauschkurses der auf Grund der immer größeren Gas Exporte ansteige.
Die Staatseinnahmen seien äußerst enttäuschend. Man könne das auch nicht auf die niedrigen Gaspreise oder die steigenden Konstruktionskosten schieben. Statt der vorhergesagten Einnahmen von 1,4 Milliarden PNG Kina habe man weniger als 0,5 Milliarden eingenommen. Das Gas Projekt hätte den PNG Staatshaushalt allein 2016 mit 200 Mio Kina negativ belastet.
Also es gabt allen Grund dem Premier das Misstrauen auszusprechen. Aber das VONCO wurde um zwei Wochen vertagt. Inzwischen kam es zu einiger Bewegung. Regierungs-mitglieder verließen dieselbe. Einige kamen wieder zurück. Das Number Game der Mehrheiten ging hin und her. 59-51, 60-50, letzter Stand: 61(Regierung)-49 (Opposition) Dann, drei Wochen später, zog die Opposition das VONCO zurück. Was hinter den Kulissen geschah können wir nur vermuten. Gestern nun die Überraschung: Premier O‘Neill (li.) ist zurückgetreten. Neuer Premierminister ist Sir Julis Chan (re.). Nun schon zum dritten Mal .O'Neill and Chan
Es gibt noch andere Bezüge hier. schon 2011 hat die damalige US Außenministerin Hillary Clinton nach einem PNG Besuch gesagt: “Wir sind im Wettbewerb mit China … Exxon Mobile produziert Erdgas. China ist da täglich damit beschäftigt und versucht auf jede Art und Weise herauszukriegen, wie es da hinter uns oder unter uns reinkommt.“
Über den chinesischen Einfluss habe ich Euch ja schon im letzten Blog geschrieben. M.E. ist hier wie an vielen Stellen der Welt das „Chinesische Zeitalter“ angebrochen Nach dem deutschen, dem britischen, dem australischen nun das „Chinesische Zeitalter“ Nachdem die USA und Australien in Manus eine Marine Basis planen, hört man nun gerüchteweise, dass China desgleichen in Vanuatu vor hat. Genaueres zu den Themen Erdgas-Projekt und Chinas Einfluss könnt ihr hier lesen

Tightening the belt? Chinese soft power in Papua New Guinea


https://nomesgas.wordpress.com/2018/06/25/exxonmobil-criminals-in-png/

Soviel für heute aus Logaweng und PNG.
Mit freundlichen Grüßen
Dorothe und Jomie

26.IMG_8133 Kopie.Panorama Mt. Ou