Kampf in Sokaneng

Schon vor Weihnachten hatte der Kampf zwischen Sokaneng und dem dahinter liegenden Salawa begonnen. Sokaneng ist das nächste Dort im Westen von Logaweng. Die Sokanengs sind die Papa Grauns (Ursprüngliche Landbesitzer) des Seminargeländes von Logaweng. Es gab wie immer einige Anlässe für den Stammeskampf zwischen beiden Orten. Vor über einem Jahr hatte ein Polizist einen jungen Mann erschossen. Er war zu einer Auseinandersetzung zwischen jungen Leuten gekommen. Das ist nicht selten, weil viel Marihuana und Steam (ein starker selbstgebrannter Schnaps) konsumiert werden und die Leute regelmässig ausrasten, wenn sie betrunken sind. Für den Verlust des jungen Mannes musste Kompensation (Schadensersatz) von der Familie des Polizisten bezahlt werden. Die Zahlung war innerhalb Jahresfrist im Dezember festgesetzt. Es wurde nicht rechtzeitig bezahlt. Also Kampf. Ein anderer Grund war Geld das die Logging Company, die in der Gegend Wälder abholzt, gezahlt hatte und das die Salawas an sich genommen hatten ohne den Anteil an Sokaneng weiter zu geben. Es gab noch mehr Gründe für diesen Kampf. So etwas wird nicht leichtfertig vom Zaun gebrochen. Die Salawas hatten Sokaneng überraschend angegriffen und zwanzig Buschhäuser abgebrannt. Die Sokanengs sind nach Logaweng und nach Gagidu geflüchtet, wo sie einigermaßen in Sicherheit waren. Die Leute vom Seminar haben sich um die Versorgung der Flüchtlinge mit Essen und um Kranken- und Verletzten-Transporte gekümmert. Vor allem Pastor Knut und Pastorin Anne Kramer waren da beteiligt. Der Kampf kam gerade ungelegen, weil es einen Fortbildungskurs für Pfarrer am Seminar gab. Inzwischen sind die Gemüter etwas abgekühlt, aber die Sache ist noch nicht bereinigt. Councillors (Gemeinderäte) und Circuit Leiter der Kirche kommen immer wieder zur Streitschlichtung zusammen aber es hat noch keine “Brukim suga“ Zeremonie gegeben (Bei der Beendigung eines Streites wird ein Zuckerrohr in zwei Hälften gebrochen und von beiden Seiten verzehrt). So gibt es immer noch ein Zeltdorf in Gagidu (Regierungs- und Polizeistation), wo geflüchtete Sokanengs auf den Friedensschluss warten. (Im Bild li.: Die Tanzgruppe aus Kamemsiga, dem Vorort von Sokaneng und re.: Eine Kundu Gruppe aus Sokaneng)

Schulgebühren
Schon in der ersten Seminarwoche gab der Principal das Ultimatum aus: Wer nicht bis nächsten Sonntag 300.- Kina (ca. 80 Euro) Anzahlung derJahresgebühr geleistet hat, kann nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Single-Studenten müssen eine Jahresgebühr von 850.- Kina (ca 226.-Euro), Verheiratete 1000.- Kina (ca 265.- Euro) zahlen. Einige zahlen diesen Betrag anstandslos ein. Der Student Mambe aus dem Goroka Distrikt im Hochland finanziert z.B. seine Schulgebühr mit dem Gewinn aus seiner Kartoffelernte, die er in großem Stil anbaut. Andere haben eine sehr schlechte Zahlungsmoral. Ihre Heimat-gemeinde hat kein Geld oder die eigene Familie ist arm und kann kein Geld erübrigen. Sponsoren (z.B. Politiker) fallen aus, weil sie nicht mehr im Amt sind.

Alleine die An- und Abreise vom Hochland nach Logaweng fällt mit etwa 400.- Kina für eine Familie mit zwei Kindern (ca 106 Euro) ins Gewicht. Manche Studenten verdingen sich schon bei zukünftigen Gemeinden, die ihnen die Schulgebühr vorstrecken. Hinzu kommt noch der Lebensunterhalt, zumindest für Seife, Salz und Suppe, also alles was nicht im Garten angebaut werden kann. Die Gärten von Logaweng ernähren die Studenten schon weitgehend. Wenn nun ein Student schon schulpflichtige Kinder hat, dann müssen seit einigen Jahren wieder Schulgebühren gezahlt werden. Die schönen Zeiten der Free Education sind vorbei, seit dem Government die Schulden über den Kopf wachsen. Die ersten Wochen waren fünf Studenten suspendiert, weil sie noch keine Schulgebühren geleistet hatten. Deshalb verdienen sich einige Studenten mit Hilfsarbeiten(Rasenmähen, Blumengarten säubern, Haus putzen) etwas Geld nebenher. Zu mir kamen zwei mit Bittbriefen an ehemalige Missionare in Deutschland, die ihnen beim “painim skulfi“ helfen sollten. In den meisten Fällen wird ihnen auch geholfen. Aber einige haben bis zum vierten und letzten Term des Studienjahres ihre Schulgebühr nicht voll bezahlt. (Im Bild li.: Familie Sailo, Studentenkinder und der Student Sape Kiseng, dessen Studiengebühr zur Hälfte vom Dekanat Windsbach gefördert wird).

Tami statt Partnerschaftssonntag
Den Partnerschaftssonntag Ende Februar habe ich versäumt. Daniel ein Volontär aus Goroka war zu Besuch und das WE war die letzte Gelegenheit die 30 Min. mit dem Boot entfernte Insel Tami kennen zu lernen. So machten wir, d.h. Milo, Daniel und ich, uns am Freitag mit Nahrungsmittel für ein WE zur Insel auf den Weg. Das einfache Guesthouse liegt direkt am Strand. Leider gab es seit Wochen eine Trockenheit, so dass wir 45 ltr. Trinkwasser aus Butaweng mitbringen mussten. Am Samstag morgen hatte der starke Ostwind einem milden Lüftchen aus Westen Platz gemacht, sodass die Sichtverhältnisse ideal fürs Schnorcheln waren. Ein Südsee-Paradies. Für den Sonntag wurde ich gleich bei der Ankunft vom Hetman Daniel Gemtausu verpflichtet in der Sankt Tremel Kirche (genannt nach dem ersten Missionar dort) zu predigen: 1.Mose 45: 4-11 Die Geschichte von Joseph, dem Statthalter Pharaos, der sich seinen Brüdern in Ägypten zu erkennen gibt. Dabei fiel mir auf, dass sich die Brüder sehr fürchteten, als sie Joseph wiederer-kannten. Sie hatten ihn schließlich Jahre vorher an ismaelitische Händler verkauft. Damals stand auf Menschenhandel die Todesstrafe. Also wussten sie die gnädige Haltung Josephs, der sie am Leben lies, besonders zu schätzen. (Im Bild von li.: Blick von Tami auf‘s Festland, Tami Mann Martin, Milo und Daniel aus Goroka. Eingewickelt wie Lazarus schläft Milo nachts in der Hängematte.)

Der Fall von der Hängematte und der Buk
Leider bin ich am Sonntag nachmittag aus 1 mtr. Höhe rückwärts von der Hängematte gefallen und habe mir den Rücken schlimm geprellt. Zwei Tage später stellte ich einen großen schwarzen Fleck an der linken Fußsohle fest, der sich über Nacht zu einem großen Buk (schmerzhafte Beule, die mit Blut und Lymphe gefüllt ist). Eine kleine Verlet-zung oder der Stich eines Insekts kann die Ursache gewesen sein. Dr. Sebastian Freudenberg hat mich gleich im Krkhs Butaweng operiert. Worauf ich für 1 1/2 Wochen zum Liegen verurteilt war. Das war deshalb so ungünstig, weil wir schon zwei Wochen lang Unterrichtsausfall am Seminar hatten. Seit zwei Monaten herrschte eine ungewöhnliche Trockenheit. Im Wohnzimmer bogen sich die Kerzen vor Hitze. Der Rasen war braun und sonnenverbrannt. So was hat es eigentlich noch nie gegeben.

Dazu fiel auch noch für zwei Wochen der Strom aus. Die große Wasserpumpe des Seminars lief deswegen nicht und die Studenten mussten an entfernte Wasserstellen zum Trinkwasser-Holen und Waschen gehen. Plus 1 1/2 Wo. meiner Niederlage bedeutete das für die Studenten ins-gesamt vier Wochen Ausfall meines Unterrichts. Ich musste Aufgaben (assignments) vom Bett aus stellen und P. Edwin Huevos und Milo haben freundlicherweise die Vertretung meiner Stunden übernommen. Endlich konnte ich dann eine Woche normal unterrichten. Aber anschließend musste ich außer Landes, um mein abgelaufenes Visum zu erneuern.
(Im Bild von li.: der schwarze Fleck; der Anästhesist, mein persönlicher Pfleger Milo und ich auf dem OP-Wagen; die Wunde beim Verbinden am nächsten Tag).

Cairns, der Zyklon und die Thrombose
Ich flog also nach Cairns, wo ich bei Pastor Greg Schiller, meinem langjährigen Freund, wohnen konnte. Es regnete vier Tage lang ununterbrochen. Ein Zyklon war vorher-gesagt. Gott sei Dank verschonte er die Stadt, richtete aber weiter im Norden Verheerung an. In Cairns hielt ich am Sonntag zwei Vorträge über das Seminar und konnte frühere Freunde (Don Ruthenberg, P. Murray Thomas u.a.) treffen.

Mein Fuß verheilte zusehends, aber nach der Rückkehr in Lae stellte ich eine merkwürdige Schwellung meines rechten Beines fest. Zum Glück war Dr. Freudenberg in der Stadt, der eine bedrohliche Thrombose diagnostizierte. Ich könne so nicht mit dem Boot nach Logaweng zurückfahren, meinte er. Also sollte ich noch eine weitere Woche in Lae bleiben, wo für den Fall einer Verschlimmerung medizinisch besser gesorgt war. Bein hochlegen und warten, war die Devise. Inzwischen haben ein Strützstrumpf und Blutverdünner für deutliche Besserung gesorgt.17. IMG_6277 Kopie.JPG
Nun warte ich auf Dorothe, die am Freitag aus Dtld. mit unserer Tochter Miriam ankommt. Dann werden wir, so Gott will, am Sa mit dem Boot nach Logaweng (zurück)fahren. Ich habe ihr noch nichts über mein Bein Problem gesagt. Ich will sie mit dem Driver Yassab in Nadzab (Flughafen von Lae) abholen. Es soll eine Überraschung sein.

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Das Seminar im Urwald

Zum Abschluss noch ein Bild des Seminars. Ganz hinten die Studentenhäuser. In der Mitte links die Kirche und im dritten Haus von vorne rechts (Langhaus) wohne ich.

Vorschau
In der nächsten Ausgabe meines Blogs werde ich über Dorothes Rückkehr, neuguineische Schönheitsideale, das Finchhafen Extremwetter und die Arbeit hier als spannendes interkulturelles Übungsfeld berichten.
JomieinLogaweng i tok (sagt): Lukim (bis bald) na laikim (ich mag Euch)

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Sonnenaufgang hinter Wolkenvorhang
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Zurück in Logaweng

Es ist schon wacker heiß zur Zeit. Heute waren es +33 Grad im Haus. Nur selten gibt es nachts einen erfrischenden Wolkenbruch. Ansonsten knallt die Sonne runter: Taim bilong San (Trockenzeit). Alle Pfützen sind ausgetrocknet. Das Wasser im Butaweng Fluss ist stark zurückgegangen, aber er ist immer noch für einen kühlen Plantsch gut.

Heute hat die zweite Unterrichtswoche am Seminar begonnen. Gut das die Stunden schon um 7:00 Uhr morgens anfangen. Da geht das Lehren leichter. Ich habe Englisch und Musik in Year 1. Das gibt es 29 Studenten zu unterrichten. Letztes Jahr waren es 23. Vorletztes Jahr 13. Wir haben eine Rekordzahl von 71 Studenten am Seminar ohne die 13, die im Vikariat sind. Die Studenten im ersten Jahr sind sehr schüchtern. Antworten muss man förmlich provozieren. In Neuguinea lernen sie, dass man als Schüler seinen Mund hält. Hoffentlich machen sie dann, wenn sie Pfarrer sind, den Mund auf.
Die Studenten können im Year 2 ihre Familien mitbringen. Nachdrücklich wurden sie darauf hingewiesen, dass sie nur drei Kinder ins Seminar bringen dürfen. Übrige Kinder sollen im Dorf zurückgelassen werden, wo sie von der Verwandtschaft versorgt werden. Aber manche Studenten haben vier, fünf oder gar sechs Kinder dabei. Year 2 und Year 3 haben nicht genug Gärten angelegt für die Neuankömmlinge. Die Folge ist „Sot long Kaikai“ (Nahrungsmittelknappheit). Im Lehrerrat wird über Notmassnahmen nach- gedacht. Es sollen schnell zusätzliche Kaukau-Beete (Süßkartoffel) angelegt werden. Die wachsen am schnellsten und sind hier Grundnahrungsmittel.
Ein weiteres Problem: die Wasserversorgung. Der Sammeltank versorgt einige Studenten und v.a. Lehrerhäuser. Die Pumpe bricht bei schlechter Stromversorgung (400 statt 440 V) zusammen. Das passiert in letzter Zeit häufig. So wird der Sammeltank nicht voll bis zum Überlauf, von dem normalerweise der Haupttank für alle übrigen Studentenhäuser gefüllt wird. Ansage: Morgen fällt die erste Stunde Unterricht aus, weil die meisten Studenten zum Waschen an den Bach runter gehen müssen.
Gerade ist der Prinzipal P. Beka Kosieng nicht da. Ohne ihn können kaum Entschei-dungen im Lehrerrat gefasst werden. Der Stations Manager Antonio Tan ist für drei Tage in Lae, um Ersatzteile und Material für den Workshop zu holen. Da wird auch nicht viel an den Pumpen und der Wasserversorgung gemacht werden. Der stellvertretende Seminar-Leiter P. Philip Peandi forderte uns daher zum Gebet auf. Gott gebe Geduld und Gelingen in dieser Notsituation.

Weg nach Logaweng
Am 18.01. bin ich im Hochland in Mt. Hagen angekommen und wurde dort schon von meinem treuen Freund David Mandugl erwartet und mit dem Auto von Freunden nach Kewamugl gebracht. „Er ist schon wieder da“ war die freudige Begrüßung. Vier Tage hatte ich zum Erzählen, Besuchen, Gottesdienst und Andachten halten. Es fühlte sich an wie meine zweite Familie im Herzen des Hochlands am Fuß des Mounten Ou (3600 m).

Eines Abends ging es auf die Mondia (von 1600 auf 1800 m hoch) Dort hatte mein früherer Stationsarbeiter Bike ein neues Andachtshaus gebaut, das eingeweiht werden sollte. Nachmittags war es noch einigermaßen trocken und der Aufstieg gelang problemlos. Nach dem Gottesdienst gab es noch ein Schweine-Mumu (Erdofen gegart) zu essen.

Wir saßen gemütlich am Feuer, als draußen ein rauschender Regenguss niederging. Um 17:30 Uhr riet man uns den Abstieg anzugehen. Es regnete immer noch. Die Straße hatte sich in eine einzige matschige Rutschpartie aus rotem Lehm verwandelt. Es gibt zwar hier kein Glatteis, aber die rote Lehmstraße hat den gleichen Effekt. Wir hatten noch die besten Stücke des Schweines (Lende, Haxe etc.) und eine Menge Gemüse und Ananas mitbekommen. Das haben alles meine Begleiter im Bilum (Netzsack) getragen. ich hatte genug zu tun mich auf dem Glitschweg im Gleichgewicht zu halten. Bike hatte mir einen Stock gegeben („Dein drittes Bein!“) Vor mir ging Jack als Wegweiser („Tritt hierher, da ist fester Untergrund“) hinter mir ging Alex als Greifer („Wenn du umfällst, halt ich dich“). Das war seit langem mein abenteuerlichster Abstieg. Wir brauchten doppelt so lang, als beim Aufstieg. Inzwischen war es dunkel geworden. Ich hatte meine Stirnlampe vergessen. Eine schwache Funzel beleuchtete die sehr unebene Strasse. Wir kamen klatschnass bei der Kirche an und konnten unsere Kleider im Haus Kuk (Kochhaus) am Feuer trocknen. Wenn die Sonne am nächsten Tag aufgeht und die Dogors (Zikaden) singen im blumenreichen Hochtal, ist die Matschpartie vergessen.

Haus Krai (Totenwache)
Als ich über Whatsapp am Di. 22.01. die Nachricht vom Tod meiner Schwiegermutter Berta Lechner bekam, habe ich habe das meinen Lieben in Kewamugl erzählt. Da sind sie spontan zusamengekommen und haben eine Nachricht an Dorothe geschickt: „Wir von der Kewamugl Parish und von der Nengembia Parish und alle Leute der Dagle Gemeinde im neuen Trinity Dekanat senden unsere Beileidsgrüße an Mama Dorothe und die ganze Familie der verstorbenen Mutter Berta. Uns tut es sehr leid, dass sie gestorben ist und wir sind deshalb zusammengekommen und haben diese Bild von unserem Haus Krai (unserer Totenwache) gemacht.“


Wir haben gebetet und zwei Lieder miteinander gesungen. Und dann haben die lieben Leute von Kewamugl ein zweitägiges Haus Krai veranstaltet. Man trägt schwarz, sitzt zusammen, erzählt sich (Omi Berta, war zweimal in Kewamugl zu Besuch), singt Lieder und hält Wache am Feuer. Die ganze Nacht durch.
Als ich am Do. 24.01. mit Dr. Traugott Farnbacher (Leiter des Neuguinea-Referats) zu einem kurzen Infobesuch nach Kewamugl und zur Lutheran Highschool dort kam, wurde ein Schwein geschlachtet. Die Hälfte wurde ihm als Gastgeschenk gemacht. Die andere Hälfte wurde unter die Teilnehmer des Haus Krai verteilt. Sie sagten: So beenden wir jetzt wieder das Haus Krai.

Anschließend war ich noch zwei Tage in der katholischen Station Mingende bei meinem Freund Br. Otto, der dort die Werkstatt leitet. Er ist schon 82 Jahre als. Seit 52 Jahren in Papua Neuguinea. Und er arbeitet immer noch unermüdlich. Er führt seine Energie auf den Glauben und seine positive Lebenshaltung zurück.

Mit Martin Weberruß und Traugott ging es weiter nach Goroka. Dort kaufte ich noch einige Lebensmittel und solches Marktgemüse ein, das es nicht in Finchhafen gibt. Am nächsten morgen konnten wir mit MAF (Missionsfluggesellschaft) direkt von Goroka nach Finchhafen fliegen.

Das war die einmalige Gelegenheit meine 51kg Reisegepäck und 40kg Nachschub nach Logaweng zu kriegen, ohne auf dem grausamen Highlands Highway von Goroka nach Lae durchgeschüttelt zu werden und ohne die rauhe See von Lae nach Finchhafen auf einem kleinen Dinghy mitmachen zu müssen.

Ja, und dann werden wir am Airstrip in Gagidu abgeholt. Der wird gerade zu einem stattlichen Flugplatz ausgebaut. Das haben wir alles der „Neuen Zeit“ zu verdanken. Am Nugidu Beach soll eine SEZ (Spezial Economic Zone) eingerichtet werden. Ein ameri-kanisches Unternehmen will ein großes Computerzentrum für den Bitcom Handel aufbauen. Dafür ist wohl der bisherige Airstrip zu klein. Was Neuguinea von so einem Computer-Zentrum haben soll, das weltweit im Internet agieren wird, ist noch nicht so recht klar. Deshalb hat sich auch Widerstand aus dem Volk geregt. Der frühere Parlamentsabge-ordnete Theo Zurenuo, der Enkel des ersten Ev.-Luth Bischofs der ELC-PNG, führt die Gegenbewegung an. Mal sehn wer sich in dieser Sache durchsetzt: Theo oder das Government.


Und dann geht‘s die sonst so furchtbare Logaweng Road hoch. Ja, da schau her. Die ist ja recht ordentlich zur Zeit. Antonio hat mit seinen Arbeitern alle Abwässergräben gesäubert und vertieft. Das ist die wichtigste Maßnahme gegen die Erosion der Straße in kommenden Regenzeiten. Er hat Löcher mit Karanas (Korallensteine) aufgefüllt. Es gibt keine Stelle mehr, die einem Bachbett gleicht. Wunderbar. Fast perfekt. Ja, es gibt doch immer wieder ermutingende Lichtblicke. Da macht es fast Spaß nach Logaweng hochzuzuckeln.

Besuch des Landesbischofs
Auf seiner einwöchigen Tour in PNG kam Dr. Heinrich Bedford-Strohm der bayerische Landesbischof und Vorsitzende der EKD auch für zwei Tage nach Logaweng. Er besuchte alle drei Seminare der ELC-PNG. Begleitet wurde er von Bischof Jack Urame, dem Leiter der Ev-Luth. Kirche von Papua Neuguinea. Dr. Traugott Farnbacher, der Leiter des PNG-Ostasien Referats, kam auch mit seiner Frau Esther. Es war die allerletzte Reise nach PNG in seiner Dienstzeit. Seit Tagen wurde das Seminar für den hohen Besuch vorbereitet. Blumen überall. Sämtliche Rasenflächen wurden im englischen Stil kurz geschnitten. Eine Kuh und ein Schwein waren geschlachtet worden. Der Gouverneur der Morobe Province hatte es sich nicht nehmen lassen, die zwei Bischöfe mit Begleitung und Presseleuten im Hubschrauber einfliegen zu lassen. Am Montag gegen 9:00 landete die Delegation im Krankenhaus in Butaweng. Am Ende eines roten Teppichs hatte man ein Blättertor errichtet. Nach Gebet und Begrüßung wurde der Besuch hereingelassen. Eine Singsing Gruppe in traditionellem Bilas (Schmuck) umtanzte und begrüßte die Gäste. Dann ging es hoch nach Logaweng. Auch hier wieder ein Blättertor. Auch hier wieder eine Singsing Gruppe. Blumenkränze als Schmuck um den Hals. Nachmittags hielten die beiden Bischöfe Vorlesungen für die Studenten. Anschließend wurde der Dorm 23 (Schlafsaal) eingeweiht, der dringend gebraucht und schon seit einem halben Jahr ungenutzt auf die Eröffnung wartete.

Am folgenden Tag gab es eine große Rundfahrt nach Simbang, Kolem, Heldsbach und auf den Sattelberg. Das waren alles Orte an denen die Mission begonnen hatte. Abends war „Amamas Nait“ Festbanquet mit allem, was Feld und Garten zu bieten hatten. Lobreden auf die langjährige Partnerschaft mit der ELCB. Ketten, Taschen, Bilums sogar ein lebendiges Kalb wurde Dr. Farnbacher überreicht. Auf einer Dienstreise war er einmal im Krankenhaus in Butaweng. Eine Frau hatte eine lebensbedrohliche Geburt. Er hat für Mutter und Kind gebetet. Beide kamen durch. Das Kind wurde Esther, nach seiner Frau, genannt. Jetzt das Kalb zum Dank. Er hat es dem Seminar zum Mästen und zur Aufbesserung der recht kargen Fleischversorgung geschenkt.

Übrigens könnt ihr auf Facebook den fortlaufenden Reisebericht des Bischofs durch PNG
anschauen:
https://www.facebook.com/landesbischof/
Es ist die erste Seite Bedford-Strohm Home (mit dem Regenbogen), die beim Suchen angezeigt wird. Wenn ihr weiter runter scrollt zum Datum 01.02.-09.02.2019 könnt ihr dort die gut bebilderte PNG-Story des Bischofs lesen.

Das war‘s für heute: Im nächsten Blogbeitrag dann Berichte über den Kampf im Nachbardorf Sokaneng, die ständige Sorge um die Schulgebühren und die Feierlichkeiten zum Partnerschaftssonntags am 24.02.2019.

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Toksave aus Logaweng

Das Weihnachtsschwein
An Weihnachten erinnern nur die dünnhäutigen Mandarinen und meine Weihnachts-Kaffeetasse. Viele trübe Tage im November erinnerten zumindest lichttechnisch an vorweihnachtliche Wintertage daheim. Ansonsten blühen die Bougainvilleas und weiße Orchideen. Die Laulaus (javanische Liebesäpfel) und Mangos sind reif und es ist sehr heiß tagsüber. Seit letztem Sonntag ist endlich die Trockenzeit eingekehrt. Vom Meer kommt immer eine angenehme Brise und die Nächte sind kühl und erträglich. Aber nachmittags wird es oft bis 30 Grad heiß im Haus. Am Sonntag ist Graduation. Die Studenten und ihre Frauen machen das Gelände sauber, mähen Rasen und sammeln Feuerholz. Es gibt wieder Mumu (Fleisch und Gemüse aus dem Erdofen). Wenn man viel Fleisch essen kann, dann ist das wie Weihnachten. Im Hochland haben sie die Schweinefeste immer Krismas genannt. Also am Sonntag ist Krismas mit vier Kühen, zwei Schweinen und unzähligen Kakaruks (Hühner). Gäste von nah und fern haben sich angesagt. Ich spiele mit der Flöte in der Lotuband des Seminars mit. Der Student Sethla hat ein Graduation Lied für Band und Kinderchor geschrieben. Der Yia-Tu-Chor probt mit Pastor Edwin dem Dean of Studies, der ein bemerkenswerter Musiker ist. Ich soll am Freitag vormittag im Aussendungs-Gottesdienst für die Yia 3 Studenten predigen, die als Vikare für ein Jahr in Gemeinden überall im Land ausgesandt werden. Die aber vorher noch gar nicht wissen, wo sie hinkommen. Das ist immer spannend. Ja und dann ist der Sonntag auch noch der erste Advent, aber daran denkt hier eigentlich niemand.

Der Schwanz der „schwarzen Katze“
Wir waren in Anne und Knut Cramers Haus (Haus II) zum Abendessen mit Freunden. Ich wollte noch was aus unserem Haus (Haus III) holen und ging schnell mal ohne Taschen-lampe die 80 m rüber. Hier sind einige Katzen zu Gange, die einem manchmal zwischen die Beine laufen. Etwa 10 m vor unserem Haus stolperte ich über etwas, das ich für eine schwarze Katze bzw ihren Schwanz hielt. Ich hatte ihn mit meinem rechten Fuß zur Seite gekickt. Als ich die schwarze Katze genauer ansehen will, kriecht da eine ca. 1,50 m lange schwarze Schlange. Sie muss genauso erschreckt gewesen sein wie ich, denn sie war in Sekundenschnelle verschwunden, sodass ich noch nicht einmal ein Beweisfoto machen konnte. Die Menschen von hier sagen, dass diese Schlangen giftig sind. Es war wahrscheinlich eine Papuan Blacksnake. Gott sei Dank habe ich nur ihren Schwanz gekickt und bin ihr nicht weiter vorne draufgestiegen.

Alles Mögliche am Markt
Ein- oder zweimal pro Woche kommen wir zum Markt nach Gagidu. Dort gibt es alles was die Gärten in Finchhafen und im Hinterland hergeben. Die Auswahl ist nicht immer groß. Grüngemüse: Aibika, Kru Sako, Aupa, Kebislip, Kumu Mosong, Tulip (bitter), Aniani, manchmal kleine Tomaten (Partytomaten), Karotten, Zwiebeln und Knoblauch
Wurzeln: Taro Kongkong, Taro tru, Kaukau (Süßkartoffel), Tapiok
Obst je nach Saison: Orangen, Mandarinen, Pomelo, Mango, Laulau, Green Jungle
Nüsse: Galips, Erdnüsse, Kokosnüsse dry und Kulau (junge Kokosnuss mit dem köstlich spritzigen Kokoswasser). Aber wenn es regnet gibt es keine, weil es zu gefährlich ist, auf die hohen glatten Palmen zu steigen.
Außerdem gibt es Second Hand Kleider, Stoff, Lampen und Batterien und Tabak in mehreren Stärken. Aber der Spitzenreiter unter den Marktprodukten ist Buai:
Die Betelnuss, die zusammen mit Daka (sieht aus wie ein Birkenwürstchen) und Kambang (der Kalk mit dem Buai und Daka gekaut werden, und der dann alles rot färbt).
Buai wird traditionell an der Küste gekaut, hat sich aber als landesweites Genussmittel etabliert und garantiert den Buai-Anbauern ein gutes Einkommen. Ein Häufchen mit 4 Buai-Nüssen kostet 2 Kina. Manchmal gibt es kein Buai im Angebot, dann werden die kleineren Kavivis gekaut. Sie sind billiger und schärfer im Geschmack. Also Buai und Kavivi beherrschen den Markt in Gagidu. Vor ein paar Tagen traf ich Pastor Jana Apo am Markt. Seine Frau ist in Butaweng im Krankenhaus und er kaufte für sie ein. Ich erinnere mich gern daran, dass ich vor Jahren bei einem Kurs in Busong sein Gast sei durfte. Einer von der alten Generation, der immer noch in der Kirche aktiv ist.

Leben in Logaweng
Zweimal die Woche gibt es in Logaweng Community Work. Eine der Hauptaufgaben der Studenten ist es die großen Wiesen und Rasenflächenzu stutzen. Die Wiesen werden mit einem Stock und dem Salip (Grasmesser) bearbeitet. Der Rasen wird ganz kurz im englischen Stil gestutzt. Neben den Gemeinschaftsufgaben müssen die Studenten auch ihre Gärten bearbeiten. Ohne Gartenarbeit haben sie nichts zu essen. Das Leben eines Pfarramts-Studenten hier ist hart.
Seit etwa drei Wochen gibt es laufend Semester Abschiedsveranstaltungen am Seminar. Abschluss der Waspapa Grup. Abschied der Meri Fellowship Grup. Semesterende in der Bücherei. Jahresschluss der Elementary School mit Zertifikaten für die Schulkinder der zweiten Klasse. Abschiedsfeier der Sonntagsschul-Klassen. Abschiedsfeier der Yia 5 Studenten, die am Sonntag Graduation/Ausbildungsabschluss haben. Diese Feiern werden immer mit einem grossem gemeinsamen Essen abgeschlossen. „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist“.
Dorothe hat ihre Kindergarten-Arbeit mit Certificate-Vergabe an die erfolgreichen Teilnehmerinnen ihres Kurses abgeschlossen. Die Woche über war sie morgens in der Gruppe der Großen (Kakaruks) tätig, wo die Theorie ihres Kurses vom Nachmittag in die Praxis umgesetzt werden konnte. Ihre Mitarbeit fand so viel positives Echo, dass sie schon wieder einen Singaut (Einladung) für 2019 bekommen hat.
Ich hatte viel zu korrigieren. Praktische Kurse und Arbeiten der 18 Yia 5 Studenten (AT, Reli-unterricht) eine theolog. Diplomarbeit mit Defence(Verteidigung= Prüfung) und natürlich die Tests in meinen Kurse in Dogmatic, Bibelarbeit und CLS (Reliunterricht), die alle nachprüfbar belegt sein müssen. Da kommen dann immer wieder staatliche Feiertage unter der Woche dazwischen (Repentence Day, APEC-Day), die den Stoff noch mehr zusammendrücken, wenn sie auch von uns Lehrern und den Studenten als willkommene Anlässe zum Malolo (Erholung) wahrgenommen werden.
Ende Oktober gab es eine Polio Schluckimpfung für alle unter 5 jährigen Kinder auf dem Campus. Damit besorgte Mütter nicht zweimal mit ihren Kleinen zur Impfung kommen, wurde ihnen der Fingernagel des kleinen Fingers der rechten Hand schwarz angemalt.
Milo, der Freiwillige, unser Nachbar hat eine flauschige Freundin gefunden. Es ist eine Kuskus Lady (Baumkänguruh), die von Kindern und Erwachsenen ebenso geliebt wird und überall die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Der goldige Knabe im letzten Bild heißt übrigens Einstein. Wer weiß, was aus ihm wird, wenn er mit Daumenlutschen fertig ist.

Besucher
Im September waren Traugott Farnbacher mit Jonathan und Saskia (Schwiegertochter) da. Anschließend war Leon Frankenberger der hilfreiche Stationmanager von Madang für drei Wochen in meinem Haus. Zur Hochzeit von Bernadette und Thorsten Kraft Mitte Oktober kam Lothar Stock, der Finanzfachmann aus Lae, mit seinen beiden Töchtern für ein paar Tage. Anschließend war Isolde Wilhelm aus Hof zu Gast. Sie hat 15 Jahre mit ihrer Familie in Neuguinea gelebt und wollte ihre frühere Wirkungsstätte Butaweng wiedersehen. Sie hat hier auch viele Bekannte getroffen. Die Zeit mit ihr war schön und interessant, weil es viel zu erzählen gab und nicht viel von PNG zu erklären war. Ihr Sohn Timo war früher hier am SFS Stationmanager. Ihr Sohn Nikolas arbeitet in Lae im Lands Department der ELC-PNG.
Zweimal war Pfarrer Muhuju Muhujupe bei uns zu Gast. Er kam 1988 vom Studium in Dtld. zurück, als wir hier angefangen haben. Während der Orientierung wohnte er bei uns drei Wochen im alten Malaoba Haus an der Maneba Bucht. Wir haben Pidgin von ihm gelernt und wurden von ihm geduldig in die für uns so andere Kultur Neuguineas eingeführt. Seine weitere Laufbahn: Leiter des Church College in Banz. Distrikt Präsident in Heldsbach. Krankenhaus Pfarrer in Butaweng und zuletzt Gemeindepfarrer in Wareo, eineinhalb Stunden von hier, etwas abgelegen. es war ein gutes Wiedersehn nach 30 Jahren. Gab es doch schlimme Gerüchte über ihn. Er sein ein Kultführer geworden. Er würde Texte, die frühere Missionar geheimgehalten haben, aus dem Deutschen übersetzen usw. Er zeigt mir die Übersetzung einer Brochüre über den Umgang mit alten Menschen aus Rummelsberg. er habe das in die Kate Sprache übersetzt, damit die Hetleute, die mit der Betreuung von alten Leuten in den gemeinden beauftragt sind (Huchec Babafic) etwas Schriftliches zur Hand haben, das ihnen bei ihrer Arbeit hilft. Muhuju sagt mir, dass die Gerüchte über ihn aus Unkenntnis und Neid entstehen. Er hält Bible Studies überall im Kate District, zu denen die unterschiedlichsten Leute, nicht nur Lutheraner kommen: Bahai, Siebenten-Tags-Adventisten, Leute aus Charismatischen Gemeinden, Kult-Anhänger etc. Nachher sagen sie „Wow die Lutherans haben ja echt power. Das wussten wir nicht.“ Es gefällt manchen konservativen Kate Mit-Pfarrern nicht, dass er er so offen und für sie wohl zu „liberal“ ist. Viele Pfarrer vertreten den althergebrachten Stil, den die Mission eingeführt hatte. Auch sind manche nicht Fisch nicht Fleisch. Sie sind zwar gut ausgebildete Theologen, haben die evangelischen Gottesdienstformen drauf, sind aber auch noch dem alten Glauben verhaftet. Ich hatte diversen Geschichten von verschiedenen Seiten über Muhuju gehört. Aber nach seinen Besuchen war mir klar, dass er das Evangelium möglichst umfassend und in zeitgemäßer Form zu bringen versucht. Ich habe ihn als einen engagierten evangelischen Pfarrer erlebt, dem die Erneuerung seiner Kirche am Herzen liegt. Das hatten mir auch Pastor Beka Kosieng (der SFS Principal) und und P. Martin Moel (Bethlehem Luth. Church Gagidu) bestätigt. Im Bild ist P. Muhuju mit seiner früheren Schülerin Mrs. Dau Zorong zu sehen. Sie ist schon seit 12 Jahren Lehrerin für die Pfarrersfrauen am SFS. Im dritten Bild (erste Reihe v. li.) ist der Chor meiner Yia 2 Studenten zu sehen. Meine Yia 1 Studenten am Commissioning Day (1.Bild li. 2. Reihe

Der APEC Gipfel (Asiatisch-pazifisches Wirtschaftsforums) (Quelle The National)
Seit Monaten wurde diese zweitägige Gipfeltreffen vom 12.- 18. Nov. vorbereitet. 21 Teilnehmerländer kamen. PNG stand im Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit. Nach APEC-Minister Justin Tkatchenko kostet die Durchführung des Treffens ca 1 Mrd Kina. Für die sechs Tage wurden 40 Maseratis für insgesamt 6 Mio US $ (20 Mio. Kina) gekauft und aus Italien eingeflogen. Die Gäste sollten standesgemäß transportiert werden. Nach der Tagung sollen die Autos an Privatleute in PNG verkauft werden. Wer die Straßen hier kennt, weiß, dass die Autos nur auf ein paar schönen Boulevards und Vierspur-Straßen in Port Moresby gefahren werden können. Der Rest des Landes ist, wenn überhaupt, nur mit Vierrad Antrieb befahrbar. Der Highlands Highway, die früher durchgängig geteerte Straße von Lae ins Hochland, ist zu einer Schlagloch-Allee verkommen. Selbst für Vierrad-Autos geht es oft nur im Schritttempo voran. Trotz jahrelanger Planung gibt es immer noch keine Straßenverbindung zwischen Port Moresby und dem übrigen Land. Es ist schon verwunderlich, wenn man die Ausgaben für diesen Wirtschaftsgipfel mit der Lage im Land vergleicht. 37% der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze (1,25 US$ pro Tag). Viele Leuten sind fassungslos wenn sie ihren täglichen Kampf ums Überleben vergleichen mit den Unsummen, die für den Gipfel ausgegeben wurden. Im April kam es zum Ausbruch des Kinderlähmungs-Virus in der Morobe Provinz. Seither wird im ganzen Land eine Impfaktion durchgeführt. Letztes Jahr kam es zu einer bedrohlichen Medikamenten-Knappheit, weil die Regierung die kontinuierliche Versorgung nicht rechtzeitig sicherge-stellt hatte. Der fragwürdige Kauf der Maseratis führte zu einem großen Streik in Port Moresby. Die Menschen fanden, dass beim Kauf der Luxuskarossen der gesunde Menschenverstand zu kurz gekommen sei.
Zwei Tage nach Ende des Gipfels stürmten mehr als 300 unzufriedene Polizisten und Sicherheitskräfte das Parlament in Port Moresby und zerstörten Computer und Büros. Sie waren aufgebracht, weil sie noch keine Entschädigung für ihre Arbeit und die Überstunden während des Gipfels bekommen hatten. In PNG kommt man in solchen Fällen gleich direkt zur Sache. Inzwischen wurden die Parlamentstürmer ausbezahlt, Ruhe ist wieder eingekehrt und die Angelegenheit hat keine weiteren strafrechtlichen Folgen.

Der APEC Gipfel hat sein Ziel nicht erreicht. Der amerikanische President schickte seinen Vize, Mike Pence. Der russische Präsident schickte Premier Minister Dimitry Medvedjev. Nur der Chinesische Präsident kam für zwei Tage zum Staatsbesuch. Der PNG Prime Minister O‘Neill sagte: „Ohne die Unterstützung von China hätte PNG den APEC Gipfel nicht durchführen können. Er dankte dem Präsidenten der „Volksrepublik“ für deren starke Unterstützung für PNG. Er dankte natürlich auch den anderen APEC Mitgliedern für ihre Hilfe.
Bei der Konferenz ist der Konflikt zwischen Amerika und China offen ausgebrochen.
Zum ersten Mal in der Geschichte des APEC wurde keine gemeinsame Abschlusserklärung verlesen. China und Amerika haben sich scharfe Auseinandersetzungen geliefert. Es ging um Handelsfragen und darum, dass China seinen Einfluss im Südpazifik immer weiter ausweitet. Chile, der Gastgeber des nächsten APEC Treffen, appellierte an die USA und China. Sie sollten ihren Handelskrieg beenden.
Die demokratischen Gegenspieler haben  Initiativen ergriffen, um Chinas Vormarsch einzudämmen.

Für PNG hat sich der Gipfel gelohnt. Es gab folgende Ergebnisse:
– ein Abkommen über 3,5 Mrd. Kina mit den USA, Japan, Australien und Neuseeland: bis 2020 sollen 70% von PNG bis mit Elektrizität versorgt werden
– Russland eröffnet eine Botschaft in PNG und PNG eine in Moskau
– Japan und PNG werden in der Sicherheit und bei der Erkundung von Natural Gas             Vorkommen zusammenarbeiten.                                                                                               – – –    Japan wird das Bougainville Referendum finanziell unterstützen und hat Zusammenarbeit bei Erziehung, Feuerwehr und Militär zugesagt
– ein Abkommen mit den Phillippinen über Produktion und Kommerzialisierung von Reisanbau
– die USA werden Australien und PNG beim Bau einer Marinebasis in Manus unterstützen
– Australien wird neuguineische Führungskräfte ausbilden
– Neuseeland unterstützt das Polio Impf-Programm in PNG.

Diese Hilfsmaßnahmen kann das Land gut brauchen. 2017 betrugen die Staatsschulden ca. 6,2 Mrd Euro (24 Mrd. Kina) und wenn die Rohstoffpreise sinken, steigen PNGs Schulden weiter.

Ol Kongkong wok long baim PNG (Die Chinesen kaufen PNG auf)
Kongkong ist der nicht sehr respektvolle Name den Niuginis für Chinesen verwenden.
China macht sich immer stärker im Südpazifik breit. Traditionell hat ja Australien die Region als sein Einflussgebiet betrachtet, aber Peking hat in den letzten Jahren seine Entwicklungshilfe stark aufgestockt. Mittlerweile ist es nach Australien der zweitgrößte Geldgeber in der Region. Australien fühlt sich durch China herausgefordert und will sich PNG nicht vom Teller nehmen lassen. Deshalb hat Australien den APEC Gipfel mit ca. 300 Mio Kina unterstützt. Da gabt es Kritik im Aussie-Land. Wozu spenden wir die Millionen aus dem angespannten Haushalt so großzügig. Selbstlos ist das sicher nicht. PNG spielt eine strategische Rolle für Australien. Wenn Canberra nicht bezahlt hätte, wäre Peking eingesprungen.  Hier ist eine Liste der bisher von China geleisteten Hilfsgelder und Projekte:
– die Butuka Akademie mit Elementary, Primary und Secondary Schulen
in Port Moresby für 70 Mio Kina
– 2500 Stipendien für junge Leute in PNG und in der Pazifik Region für 150 Mio Kina
– In der Zeitung The National stand diese Grußadresse:
„Die Eastern Highlands Provinz wird President XI Jinping für immer dankbar sein.
Der frühere Governor von E.H.P. lobt die seit 18 Jahren bestehende Zusammenarbeit
in der Junca Pilz Produktion und in der Trockenanbau Technologie für Reis…“
–  Schlafsäle der Universität in Port Moresby
– Die Ramu Nickel Mine in der Madang Gegend
– Fortsetzungsprojekt der Ramu Nickel Mine auf den Niugini Inseln
– Vertrag über die Special Economic Zone am Grünen Fluss bei Vanimo
– Zerjin Mining, eine chinesische Firma hat 50 % der Porgera Goldmine übernommen
– Eröffnung der Pacific Marine Industrial Zone (PMIZ) nördlich von Madang. Ein riesiger – Fischfang- und Verarbeitungskomplex Die chinesische EXIM Bank gab eine Anleihe von 229,12 Mio Kina.
– 2011 hat China ein Darlehen von 3,41 Mrd Kina an die Regierung von PNG verlängert.
– China erstellt das Edevu Hydropower Projekt, mit Hilfe der Chinese Development Bank über 830,3 Mio Kina
– Ein landesweites Breitband Netz für 216,21 Mio.
– Ein landesweites Identity Card Register für 203,30 Kina
– Ein Regierungs Informationssystem für 193,62 Kina
– Das Abwassersystem für die Stadt Kokopo (West New Britain) für 90,36 Mio
– Das Frieda Minen Projekt, das von der Firma PanAust gebaut wird. PanAust ist eine chinesische Minen Firma in Australien.
– Das Sir John Guise Stadion
– Das Wewak Sport-Stadion
– Das Lae Fishery Projekt und ein Kühllager
– Die Hagen Agriculture Technical Cooperative
– Das integrierte Regierungs Informations Network (IGNIS)

OBOR, SEZs, SABLs, Wirtschaftskorridore und der Ausverkauf PNGs
Das Land der Mitte sucht dringend nach neuen Wachstumsmöglichkeiten für die eigene Wirtschaft. Der anwachsende Schuldenberg, Überkapazitäten in traditionellen Bereichen wie Kohle, Stahl und Zement, schrumpfende Devisenreserven sowie der abnehmende internationale Handel durch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise haben dem Wachstum der eigenen Wirtschaft zugesetzt. Durch die „One Belt, One Road“-Initiative“ sollen die Märkte entlang von strategischen Handelsrouten entwickelt und ausgebaut werden. Dieses Projekt der „New Silk Road“ (Neue Seidenstraße), von China auch OBOR oder kurz Belt & Road genannt, hat zwei Hauptkomponenten, nämlich „Silk Road Economic Belt“ (Seidenstraßen Wirtschaftsgürtel) und die „21st Century Maritime Silk Road“ (21. Jahrhundert Meeres-Seidenstraße), die nach erfolgtem Ausbau wohl mindestens 65 Länder mit mindestens 70 Prozent der Weltbevölkerung umfassen soll. (Quelle Wikipedia)
Wirtschaftskorridore sind integrierte Infrastrukturnetze in einem geografischen Gebiet, die die wirtschaftliche Entwicklung anregen sollen. Ein Partner China im pazifischen Wirtschaftskorridor ist Papua Neuguinea. Chinas Hintergedanke bei diesen „Korridoren“ ist politischer und wirtschaftlicher Einfluss. Jahrelang hatte China PNG Vorzugsdarlehen (concessional loans zu besonderen Bedingungen) gegeben. Das sind riesige Summen, die erst einmal ohne Weiteres vergeben werden. China verfolgt die Politik der „gegenseitigen Nicht-Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes, Gleichheit und gegenseitige Vorteile“. Anders als die OECD, die demokratische Prinzipien, Menschenrechte, gute Verwaltung, Entwicklung der Zivilgesellschaft usw. fördert, gibt es bei OBOR keinerlei politische Bedingungen und schnelle Bewilligung der Hilfsgelder. Das dicke Ende kommt, wenn die „concessional loans“. Als PNG 2,0622 Mrd. Darlehen für 27 Projekte zurückzahlen musste, und nicht konnte, forderte man mehr Einfluss im Land ein: Landkauf für chinesische Firmen und Fischereirechte. Diese loans erhöhen PNGs Staatsschulden verstärken den außenpolitischen Druck auf die Regierung. Der Darlehens-Schuldenberg wächst immer mehr und beträgt derzeit ca. 30 Mrd die zurückgezahlt werden müssen.

Um den Wirtschaftskorridor rechtlich anzuerkennen und in die PNG Politik zu integrieren wurde das Programm Vision PNG 2050 entworfen. Das ist ein langfristiger Plan für die Beziehungen zwischen PNG und China. Special Economic Zones (SEZs) und Special Agriculture Zones (SABLs), die von der Regierung geplant sind, spielen darin eine entscheidende Rolle. SEZs sind derzeit Trend bei der PNG Regierung und bei privaten Investoren. Im Land sollen Gebiete abgetrennt werden, die nur für Produktionsfirmen reserviert sind. Hier gilt nicht mehr PNG Recht, sondern das Recht der ausländischen Firmen, die sich dort ansiedeln. Laut Regierungswerbung sollen SEZs ausländische Investitionen anziehen, die zum Wirtschaftswachstum des Landes beitragen und Beschäftigung schaffen. Erfahrungen mit SEZs in Indien und Afrika haben gezeigt, dass der ursprüngliche Aufschwung langfristig nicht zu halten ist und dass die Nachteile für Land und Leute überwiegen. V.a. 10-jährige Steuerfreiheit, unkontrollierter Export von Gütern und unregulierte Arbeitsbedingungen bringen dem Land nichts. In PNG werden schon ausgedehnte bisher landwirtschaftlich genutzte Gebiete durch SABLs in Beschlag genommen. So geht Dorfbewohnern Land die einzige Lebensgrundlage verloren. Die Regierung übernimmt diese Gebiete systematisch ohne Rücksicht auf die gesetzlichen Rechte, die den Papa Grauns (Landbesitzer) und deren Familien, die Nutzung dieses Landes seit Generationen garantieren. Für die Pacific Marine Industrial Zone (PMIZ) nördlich von Madang wurden 215 Hektar Land im Jahr 2011enteignet. Das Projekt wurde zu 22% von der Regierung und zu 78 % von der chinesischen EXIM Bank als „concessional loan“ finanziert. 10 Fischfabriken sollen, wenn alles gut geht, dort operieren und 30,000 Leuten Arbeit geben.
Dafür wurden bei einer Polizei-Aktion in den Dörfern Rempi und Kananam auf dem PMIZ Gelände 50 Häuser zerstört und abgebrannt. Mehr als 100 Männer, Frauen und Kinder haben durch diese Aktion ihre Heimat verloren. (Quelle The National)

Im Rahmen der SABLs wurden in den letzten Jahren 12 Prozent des Landes (5,5 Millionen Hektar) an ausländische Konzerne vermietet. Diese Firmen, die angeblich für landwirtschaftliche Projekte gegründet wurden, beschäftigen sich hauptsächlich mit der Holzernte, die dann in Überseemärkte exportiert wird. Mit dem SABL-System haben ausländische Unternehmen einen neuen und relativ einfachen Weg gefunden, um rechtliche Hürden für die Abholzung zu umgehen. 5,5 Millionen Hektar oder 12 Prozent der 46 Millionen Hektar des Landes wurden an ausländische Konzerne vermietet. Zu den 5,5 Millionen Hektar, die in den letzten Jahren unter SABLs gepachtet wurden, kommen zusätzlich noch 8,5 Millionen Hektar, die bereits vor den SABLs als Forst-konzessionen vergeben worden waren. So befindet sich heute fast ein Drittel des Landes in Händen ausländischer Konzerne, hauptsächlich für Logging (Holzeinschlag). PNG ist mittlerweile der zweitgrößte Exporteur von Tropenholz in der Welt. Nach Angaben der PNG-eigenen Forstbehörde „wird sich der Trend fortsetzen. Schätzungen zufolge werden bis 2021 83 Prozent der zugänglichen Waldflächen verschwunden oder stark beschädigt sein.“ (Quelle Bismarck-Ramu Group)

Abschied
Wir haben keinen Adventskranz hier, deshalb schicken wir den bunten Blumenstrauß vom Altar der SFS Kirche und ein Bild vom Sonnenaufgang (5:40 Uhr). Unsere Zeit am SFS geht zu ende. Am Di. 04.12. fahren wir mit dem Banana-Boat nach Lae. Am 06.12. geht es weiter von Lae nach Adelaide, wo wir einige Freunde besuchen und vielleicht noch ein paar Weihnachsbesorgungen machen. God willing weden wir am13.12. wieder in Nürnberg eintreffen. Hoffentlich rechtzeitig zur Geburts unseres fünften Enkelkindes (von Johanna und Daniel). Im Januar 2019 werde ich schon wieder für fünf Monate nach Neuguinea ans SFS kommen. Dorothe kommt für drei Monate im März nach.
Wir wünschen Euch eine gesegnete Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest. Mögen sie so ruhig und beschaulich sein, wie wir es hier erleben.

Eure Dorothe und Jomie Wild

P.s.: Fortsetzung folgt im Februar 2019.

Neues aus Logaweng

Flame of the Forest
Die Flame of the Forest Blüte ist ein Indikator für die Jahreszeit. Wenn alle leuchtend organgenen Blüten abgefallen sind, beginnt die Trockenzeit. Es liegen schon viele am Boden, aber es sind immer noch einige oben am Baum. Die trockenen Abstände zwischen den Regengüssen werden länger. Die Wellen auf dem Meer werden auch immer wieder ruhiger. Das Ende ist absehbar. Früher war die Regenzeit regelmäßig Ende September zuende. Das hat sich mit dem Klimawandel geändert. Diese Jahr hat auch der große Taifun in den Phillippinen das Klima in PNG kräftig beeinflusst. Starker Regen hat die Trockenzeit im Hochland abrupt beendet und hier an der Küste hörte der Regen nicht mehr auf. Die Menschen hier nehmen das recht gelassen. Regen ist Gottes Segen. Da wachsen die Früchte im Garten später umso besser. Das Regenwasser wird durch Gewitter aufgeladen und versorgt die dünne Humusschicht des Bodens mit wichtigem Stickstoff, so hat es mir jedenfalls ein Fachmann mal erklärt.

Flame of the forest. Flug nach Madang: Anne Cramer als Kopilotin.

Family Retreat
Mitte September, flogen alle Überseemitarbeiter aus der Finchhafen Gegend mit MAF
nach Madang. Acht Erwachsene und zwei Kinder holte der Pilot, der aus Wewak kam, in Gagidu am Flugplatz ab. Erst hat es geregnet, aber dann klarte es auf und wir hatten gute Sicht auf die abwechslungsreiche Küstenlandschaft um Sialum, Wasu und Saidor. 72 Mitarbeiter/Innen aus dem Hochland, von der Küste und von der Insel Karkar kamen für fünf Tage in Alexishafen, dem Tagungszentrum der Katholischen Kirche, 15 km außerhalb von Madang, zusammen. Hier konnte man Wantoks (Leute der eigenen Sprache) treffen, Freunde wieder sehen, neue Mitarbeiter kennenlernen, wichtige Beziehungen knüpfen. Für uns war es ein Highlight unserer PNG Zeit. In malerischer Umgebung direkt am Meer war Alexis ein erholsamer Rückzugsort (Retreat!) von der Arbeit und den kräftezehrenden Herausforderungen diese Landes. Die Tage hatten leider nur 24 Stunden und deshalb nahmen wir auch noch die Nacht dazu. Zu kurz war die Zeit.IMG_6390 KopieAlexishafen: Sonnenaufgang beim Morgenschwimmen

Ein Schiff wird kommen
Die Retreat in Alexishafen brachte es mit sich, dass wir am So. 22.09. zur Inbetriebnahme und Segnung der alten M.V. Mamose im Hafen von eingeladen worden waren. Die ‚Mamose’ ist ein Passagierschiff der früheren Lutheran Shipping Flotte, die seit 2007 unterging, bzw. wg. Konkurs abgewickelt wurde. Früher war Lutheran Shipping ein florierendes Unternehmen, der Stolz der Kirche. Es verband die Küstenorte von Lae, Finch, über Madang bis nach Wewak, Vanimo und zu den Inseln. Tausende von Menschen konnten sich auf den Fahrplan verlassen und das Ganze warf auch Profit zur  Finanzierung der ELC-PNG ab. Seit dem bitteren Ende lagen nun sieben rostige Schiffs-wracks (von vormals 11 Schiffen) im Hafenbecken von Madang. Nun konnte die ELC-PNG die ‘Mamose‘ wieder zurückkaufen mit Hilfe der Regierung. Lutheran Shipping lebt also wieder  in neuer Form auf. Gerade rechtzeitig zur Frauenkonferenz auf der Insel Siassi kam das Schiff zum Einsatz.
Ein ganz neues Schiff sollte auch nach Siassi fahren. Die “MV Jalibu“. Seit Monaten war sie schon fast fertig. Aber es gab immer wieder Verzögerungen. Die letzte Rate war noch nicht bezahlt. Der Innenausbau war noch nicht fertig. „Ein Schiff wird kommen…“ Dieser alte Schlager von Lale Andersen (1960) ging mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich die Termin-Verschiebungen und Vertröstungen hörte. Im August wurde es auf der Werft in den Philippinen von Bischof Jack Urame gesegnet und vom Stapel gelassen. Leider war es zur Frauenkonferenz in Siassi noch nicht da, aber irgendwann wird es ankommen und Lutheran Shipping kann dann mit zwei Schiffen weiterfahren.IMG_6693IMG_6501

Im Hochland
Die Heimreise von der Retreat flogen wir in einer Twin Otter (mit 20 Sitzen der größte MAF Flieger) gesteuert von Volkher Jacobsen, der Chefpilot von MAF Australien, persönlich Herzliches Wiedersehn. Viele von Euch kennen ihn. Er stammt aus Neuendettelsau. Er war für Trainingsflüge mit Jungpilot/Innen von Cairns nach PNG gekommen. Und bei ihm hatten wir diese einmalige „Mitflug-Gelegenheit“. Wir konnten in Finchhafen einfach im Balus (Flugzeug) sitzen bleiben und weiter bis zur Endstation nach Goroka fliegen. So waren wir nur zwei Stunden ohne Wellen und Schlaglöcher unterwegs Die 4-stündige Bootsfahrt von Finch nach Lae und die 8-stündige PMV-Fahrt von Lae nach Goroka blieb uns also erspart. Schneller und angenehmer konnte man nicht ins Hochland kommen. Wir haben bei Regine und Martin Weberruß, Freunde und Mitarbeiter in den 80ern, übernachtet. Am nächsten Tag ging es weiter mit dem PMV nach Mingende. Dort übernachteten wir bei Bruder Otto, der in der SVD Station die Werkstatt leitet. Auch ein guter Freund aus den 80er und 90er Jahren. Er ist 82 und lebt und arbeitet schon seit 54 Jahren in PNG. Er hat uns eine Auto geliehen und damit gings am nächsten Tag endlich weiter nach Kewamugl. Die Miti Mongo Meri (Frauengruppe) hatte Dorothe eingeladen. Es gab ein sehr herzliches, tränenreiches Wiedersehn. Bis 1996 hatten wir in Kewamugl gelebt und vor 10 Jahren war Dorothes letzter Besuch. Ein Schwein wurde geschlachtet und im Mumu (Erdofen) gegart. 300 Leute haben uns begrüßt. 150 Frauen kamen am nächsten Tag zur Miti Mongo Meri Andacht. Die halbe Ladefläche es Toyota Highlux wurde mit Gemüse und Obst vollgepackt. Leider konnten wir nur zwei Tragetaschen mit Gemüse nach Logaweng mitnehmen. Den Löwenanteil haben wir dem Tagungszentrum in Mingende gespendet, die dafür zwei Tage lang nichts am Markt einkaufen mussten. 20 Bilums haben die Frauen Dorothe überreicht.
Man hat sie wirklich nicht vergessen. Auch in der Highschool wurde sie würdig begrüßt. 170 Schüler und 10 Lehrer hatten sich unter einem Schild „Welcome Home Mama Dorothy“ versammelt. Von früher vor 22 Jahren konnten die sie gar nicht mehr kennen.
nur aus den Geschichten der Papamamas. So schnell vergessen einen die Upper Dagles nicht. Es waren ergreifende Tage bei strahlendem Sonnenschein im Simbu.

V.l.n.r.: Begrüßung Miti Mongo Meris. Mit Mama Kubuk und Jomie Tongia. Mit der Headmistress(2.v.l.) und dem Schoolboard der Kewamugl Lutheran Highschool. Mit Devit Mandugl an der Luther-Rose.

IMG_6502 Kopie

Arbeit in Logaweng
Seit drei Wochen sind wir wieder zurück in Logaweng. Dorothe ist jeden Tag nach der Andacht voll dabei im Kindergarten im Versammlungshaus (Haus Bung). Sie betreut die Kakaruk (Hühner) Gruppe (die Ältesten von drei Kindergruppen) auch zur eigenen praktischen Orientierung. Jeden Dienstag und Donnerstag nachmittags hält sie einen Kurs, in dem sie den Müttern und angehenden Pfarrfrauen vermittelt, was bei der Arbeit im Kindergarten wichtig ist.
Ich unterrichte im Term 4 Dogmatik, Bible Study und CLS (Christian Life Studies d.i.
Reliunterricht in Gagidu und in der Kambili Primary School).IMG_1939 Kopie

Erntedank in Kwalangsam
Anfang Oktober waren wir mit unserer Waspapa Group zum Entedankfest in einer Gemeinde direkt am Meer. Pastor Baraino hat gepredigt. Er ist der leitende Lehrer. Jeder Seminar-Lehrer hat so eine Gruppe, die er betreut. Er berät Studenten, man trifft sich zu Andachten, gemeinsamen Unternehmungen etc. Diesmal war Erntedank in Kwalangsam. Eine festliche Angelegenheit. Jeder bekam eine blumengeschmückte Taro-Knolle mit Blättern in die Hand gedrückt. Wir sollten sie in der Kirche auf den großen Obst- und Gemüsehaufen vor dem Altar legen. Etwa 10 Studenten waren mit dabei. Jeder stellte sich mit Namen und Herkunftsort vor. Nach dem Gottesdienst wurden noch einige Reden gehalten. Dabei betonte man immer wieder, dass sich die Gemeinde für das Seminar verantwortlich fühle. Anschließend gab es ein köstliches Mittagessen mit Taro, Tarokuchen, Aibika (Gemüse), Fleisch und Fisch alles in Kokossauce. Dorothe hatte einen Sack mit Pomelo entdeckt. Als ich den Gastgebern mitteilte, dass dies ihre Lieblings-Südfrucht ist, haben sie ihr gleich ein ganzes Bilum (Netzsack) voll mitgegeben. Nach dem Essen wurden die köstlichen Ernte-dankgaben auf den School-Truck geladen. Die halbe Ladefläche war schon voll, aber unterwegs hat uns die Nachbargemeinde Nasinggalatu nochmal mit einem Berg Gemüse bedacht. Es wurde sehr eng für die Studenten, aber das zählte kaum bei der köstlichen Fracht.

Hochzeit des Jahres
Am 19.10. haben wir in Logaweng Hochzeit gefeiert. Bernadette (Yule Island nahe Pt. Moresby) und Thorsten (Kristen Radio Lae) gaben sich in der Logaweng Kirche das Eheversprechen. Anne und Knut Cramer u.a. haben das Ganze umsichtig vorbereitet. Ein Schwein wurde organisiert. Ein großes Essen im Versammlungshaus geplant. Vorräte aus Lae wurden bestellt. 11 Besucher aus Lae und Port Moresby reisten an mit dem Speed-boat von Lae und mussten untergebracht werden. Ein umfangreiches Festgottesdienst Programm wurde vorbereitet mit blumenstreuenden Kindern, mit der Studentenband, mit zwei Chören: The Edwin Huevos Singers/Year 2 Studenten) und The Expat Bards (ein kleiner ad hoc Chor). Ich habe den Hochzeitsmarsch und die Air von Bach zum Besten gegeben. Pastor Knut hat anschaulich über 1. Kor 13 (Love is all you need) gepredigt. Und Shirley, die Schwester von Bernadette, hat mit Tränen der Rührung die Ringe überreicht. Am Sonntag machten alle im School-Truck einen Ausflug zum Baden an den Nugidu Strand (glasklares Wasser mit kleinem Riff um die Ecke) und danach zu den Wasserfällen am Butaweng Fluss. Die erste Hochzeit dieser Art in Logaweng. Einmalig. Unvergesslich.

V.l.: Die Braut (re.) mit Schwester, der Bräutigam mit Schwester,                                                die Hochzeitsgesellschaft

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So könnte ich nun immer weiter schreiben. Z.B. wie der kommenden Apec Gipfel in Port Moresby das ganze Land lahmlegt. Dass sich fürs neue Jahr ca. 60 Kandidaten für die Ausbildung am Seminar gemeldet haben (wovon 31 zugelassen bzw. eingeladen wurden).
Dass Chinas Einfluss in PNG immer massiver wird und dass man das Land in wenigen Jahren wohl als einen Vorort der Volksrepublik sehen kann.
Aber davon werde ich in der nächsten Blog-Ausgabe berichten.

Viele Grüße aus dem vortrockenzeitlichen Logaweng am Rande des lauwarmen Südpazifik.

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Zeit wird’s,

dass es mal wieder einen Blogeintrag gibt. Es war wirklich nicht wenig, was mich in den letzten Wochen in Beschlag nahm. Ich hatte wieder schöne Kaikai-Einladungen in meinem Haus Nr. 3 in Logaweng. Erst die neuen Deutschen, Familie Dr. Freudenberg, (Pidgin Amamas Maunten) aus Butaweng mit den alten Deutschen Cramers und Eric. Dann die Seminar-Dozenten zum Abendessen. Schließlich alle Mitarbeiter des MEW zu einem “Potluck Dinner“ (Glück im Topf, mal schaun was die Leute zu Essen mitbringen) zusammen mit Dr. Farnbacher, immerhin 17 Personen (da reichen die Stühle nicht mehr) Eric Arthur, der Volontär, mein Nachbar wurde in einer rauschenden Amamas Nait (Freuden-Nacht) verabschiedet. Leon Frankenberger, der Stationmanager von Amron wohnte drei Wochen bei mir, um die Dorms (Schlafräume der Single-Studenten fertig zu renovieren. Traugott Farnbacher kam mit seinem Sohn Johnatan und Schwiegertochter Saskia vier Tage zu Besuch. Kochen, Waschen, vor allem Trocknen der Wäsche ist eine große Herausforderung in der Regenzeit, Backen, Braten, Putzen, Betten beziehen, dunkle Stellen nachstreichen etc. Flug nach Cairns, zur Visumsverlängerung, Dorothe in Port Moresby am Airport abholen, sie kam aus Dtld. usw. Meine erste Aufgabe war ja drei Fächer zu unterrichten (Dogmatic, English Analysis, CLS-Reli), Assignments zu vergeben, Arbeiten zu schreiben, zu korrigieren und herauszugeben. Es war nie langweilig auch wenn sich Logaweng “in the boondocks“ (am A.d.W.) befindet.

Snax vom Himmel
Eine Studentengruppe spielt im Gottesdienst ein Drama. Es geht um Lebensnotwendiges: Essen, Gemüse, Süßkartoffeln. Da erscheint Jesus und sagt „Esst vom Brot des Lebens, da werdet ihr keinen Hunger mehr haben“. Wie soll man sich das Brot des Lebens vorstellen. „Wie Snax vom Himmel“. Snaxs sind die beliebten Biskets harte monosodium-glutamatige Platten-Plätzchen, die als Mahlzeit zwischendurch überall in Neuguinea verbreitet sind. Jeder mag sie und jeder isst sie. Damit das klar ist: Jesus gibt uns Snax vom Himmel, die sind noch viel besser und wirksamer als die irdischen Snax mit Chicken oder Beef Geschmack. „Esst das Wort Gottes“ predigte Pastor Peandi anschließend. Es soll unsere tägliche Speise sein.

Jisas in da Haus
Ihr hättet das überraschte Gesicht der zwei Mädchen sehen sollen, die am Samstag früh zum Putzen kamen und am Eingang klopften. Ein unbekannter Mann öffnete dieTür: Ayioo! Jisas in da Haus! Ja, Leon sieht mit seinen langen Haaren und dem Bart ganz so aus wie Jesus, den wir von frommen Bildern in den Schlafzimmern unserer Großeltern kennen. Aber er war nicht zum Krankenheilen und Bergpredigen, sondern zum Fertigstellen des Schlaf-Hauses für die Single Studenten gekommen. Seit Balasz Bonnyai im Dezember abgereist war, stand die Arbeit still. Es gibt einige gute Handwerker hier in Logaweng, aber ohne “Vorarbeiter“ läuft nichts. Dank Leon kam die Arbeit zügig zu Ende und demnächst gibt es ein Eröffnungsfest mit Schwein und allem.

Wara
Das Leben hier ist wasserreich. Vor allem in der Regenzeit schüttet es manchmal aus vollen Rohren. In einer Nacht soviel, wie in Dtld im ganzen Jahr. Wenn es drei Tage und Nächte durchduscht, gibt das depressive Stimmung, Unsere Mitarbeiter sitzen am gemütlich warmen Feuer im Haus, trocknen ihre Kleider auf dem Räucher-Gestell und brauchen keinen Fernseher, weil Feuerkucken echt interessant ist. Was macht der Übersee-Mitarbeiter in seinem feuerfreien, kalten Haus. Manchmal kriecht der Nebel den Berg hoch und wenn man die Louvres (Klappfenster) nicht zumacht, zieht er grau und feucht durchs Wohnzimmer. Der depressionsbedrohte Mitarbeiter zieht mehrere Hemden übereinander an, trinkt heißes Milo (Kakao-Milch Mischgetränk) hört lustige Salsa Musik und geht bald ins feuchte Bett. Ein paar Tage später knallt dann sie Sonne wieder runter, als ob nichts gewesen wäre und das Haus hat 27 Grad im Schatten. Die Wäsche wird endlich mal wieder trocken. Und es bleibt vielleicht zwei Tage so bis zum nächsten Dauerwolkenbruch.
Aber auch so gibt es viel Wasser. Vom Berg schauen wir runter auf die Weiten des Südpazifik. Dort kann man am Siki Beach (echter Surfer Strand mit hohen Wellen, aber ohne Surfer), Nugidu Beach oder Godowa Beach gut schwimmen und „Urlaubs-Feeling“ genießen. Ganz toll ist es am Butaweng Fluss, der nicht in den Augen brennt (Süßwasser) und einige atemberaubende Wasserfälle inclusive Höhlen und Süßwasserkrabben zu bieten hat.

Sandeskul Tenks Giving
„Wir vom Gaegalesa Organisations Kommittee laden Euch ein zu diesem Festtag des Jabem und Kotte Distrik (Kreisdekanate) an dem wir eine Samlung für die Sonntagsschule veranstalten wollen. Der Anlass für dieses Thanksgiving ist eine Sammlung für den Bau eines Finchhafen Distrikt Sonntagsschul Zentrums
(für Material und Fortbildung) oben bei der zweiten Missionsstation in Simbang Gaegalesa. An diesem Tag werden wir auch an die allererste Taufe in Neuguinea denken, die in Gaegalesa stattfand.“ 1899, also 12 Jahre nachdem Johannes Flierl in Neuguinea an Land ging, wurden dort Tobias Kaboing und Silas Kamungsanga getauft.

The Coming of Dokta Traugott
Eine Woche lang kündigte sich schon der Besuch von Dr. Dr. Traugott Farnbacher an durch intensive Planung und Aufgabenverteilung auf die verschiedenen Kommittees: Das Mumu Kommittee, besetzt mit Hochländern bereitet den Erdofen vor. Das Lotu Kommittee plant den Gottesdienst. Das Haus Kuk Kommittee ist für die Bereitung der Speisen zuständig. Es wird eine Amamas Nait (Freuden Nacht) geben, weil man dankbar dafür ist, was Traugott Farnbacher alles für Logaweng getan hat. Es ist sein Abschiedsbesuch. Von der Verwaltung wurden 2000,00 Kina (500 EUR) für die Feierlichkeiten veranschlagt. Eine Kuh wird geschlachtet und 15 Hühner werden ihr Leben lassen müssen. Ich finde es wirklich bewundernswert, wie die Lutherans ihre Feste planen und feiern. Dann am Freitag 21.08. wurden Traugott, sein Sohn Jonathan und seine Schwiegertochter Saskia nach Öffnung eines grünen Palmtores und Umhängen von frischen Blumenketten feierlich begrüßt. Am Sa. abend gab es ein Banquett, an dem fast alle Einwohner Logawengs mit Kind und Kindeskindern teilnahmen: ca. 150 Menschen. Die Kuh war gerecht verteilt, das Essen schon kalt, der Tee und Kaffee noch brühend heiß und die Reden waren feierlich und mit allerlei höflichen Übertreibungen gespickt. Eine gelungene Amamas Nait. Am So. musste Traugott, wie es sich gehört für einen begabten Gast, gleich zweimal predigen. Ich war von Pastor Moel nach Gagidu in die Bethlehem Church verpflichtet worden und sollte über Josua 24:15 predigen.

Repentance Day
„Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen“ Josua 24:15 war mir ganz unverfänglich als Predigtext vorgegeben. Der Gottesdienst fand am Sonntag vor dem Repentance Day, einem von der Regierung verordneten Feiertag, statt. Ich dachte an den Buß- und Bettag bei uns. Der Name deutete auf Reue und Umkehr hin und deshalb fand ich diesen Feiertag, der 2011 von Sir Michael Somare, dem Staatsgründer; eingeführt worden war, ganz passend. Die Einladung allerdings zeigte in eine andere Richtung. Dort hieß es: „Der nationale Bußtag ist ein Feiertag im Amtsblatt der Regierung in Anerkennung des Vertrages der zwischen der Regierung von Papua Neuguinea und der Regierung von Israel unterzeichnet wurde, um den Gott Abrahams, Isaacs und Jakobs als den Gott Papua Neuguineas anzuerkennen/bestätigen.
Mit dieser Übereinkunft erklärt sich die Nation von Papua Neuguinea vor der ganzen Welt zu einem christlichen Land.
Diese Ereignis wurde schon einmal am 26. August 2015 im Gagidu Stadion von unseren Distrikt (polit.) Führern gefeiert. Die Christen der Finchhafen Gegend haben es bezeugt durch die Unterschrift unter den Vertrag , mit dem der Gott Yahwe als der Herr des Distrikts (polit.) ausgerufen wurde.“
Nanu, was hat nun das zu bedeuten? Nach meinen Recherchen ging diese „Covenant Bewegung“ von Pfingstgemeinden aus. In Finchhafen steht vor allem der ehemalige Parlamentssprecher Theodore Zurenuoc als graue Eminenz hinter diesen Aktivitäten, Er wuchs zwar als ev. luth. Enkel des hochverehrten, früheren Bischof Zureo Zurenuo auf, aber dann bog er zu einer Pfingstkirche ab. Der Grundgedanke ist Gottes Gunst durch ein direktes Abkommen mit Israel zu gewinnen, sodass Papua Neuguinea ein besonderes Verhältnis zu dem Gott Yahwe bekommt. Auch wird überall im Land nach Bluts- und Stammesverbindungen mit Israel gesucht. Es gibt ja vielleicht hier irgendwo einen der vergessenen “lost tribes“ of Israel. Es sieht so aus, als wolle man ganz im Stil der früher üblichen Magie, Gott durch diverse Manipulationen zu einem besonderen Verhältnis mit Papua Neuguinea bringen. Diese merkwürdige Covenant Bewegung steht eigentlich im Widerspruch zur Verfassung von PNG, wo es im Vorwort heißt:

We pledge ourselves to guard and pass on to those who come after us our noble traditions and the Christian principles that are ours now…
WE, THE PEOPLE, do now establish this sovereign nation and declare ourselves, under the guiding hand of God, to be the Independent State of Papua New Guinea.

In der Nationalhymne heißt es:
Now give thanks to the good Lord above
For His kindness, His wisdom and love
For this land of our fathers so free,
Papua New Guinea.

Ich habe also am So. frisch und frei über die diversen Bünde Gottes mit Noah, Abraham und Mose gepredigt (ich weiß es gibt noch mehr), die immer von Gott ausgingen und an die Menschen gerichtet waren. Habe darauf hingewiesen, dass wir als Glaubende Kinder Abrahams sind (Gal 3,7). Und schließlich habe ich der Gemeinde begeistert vor Augen gemalt, dass Jesus mit uns den neuen Bund (Zweites Testament) geschlossen hat (Hebr. 9, 15) und wir diesen Bund immer wieder im Abendmal erinnern und erneuern, bis er wieder kommt. Die Lotu Band hat mitreißende Worship Songs gespielt. Anschließend wurde die Überreichung und Unterzeichnung des Covenant für Gagidu allerdings verschoben. Es waren zwar fast alle offiziellen politischen Vertreter da, aber die Kirchen waren nicht vollständig erschienen. Wohl auch, weil nicht alle Kirchen bei diesem Projekt so richtig mitziehen, weil es doch erhebliche Einwände gibt. Also, das wird dann vielleicht später mal stattfinden.

Da Coming of Milo
Überall in den großen und kleinen Läden von PNG gibt es Milo. Der Kaba Schokodrink der Nation. Nun kam am Di. 28.08. der neue Volonteer aus der Nordkirche in Logaweng an. Er hatte ein grünes T-Shirt an und sah aus wie ein Werbeträger für diesen Schokodrink. Er hat auch nichts dagegen wenn wir ihn „Mailo“ statt Milo nennen. Er wurde wieder mit Blumenkranz und Palmenzaun begrüßt. Obwohl er schon angekommen war, brummten immer noch die Rasenmäher, gesteuert von zwei Studenten, die vor seinem Haus einen „English Lawn“ abrasierten. Als er schließlich auf sein Haus zuging, waren sie auch fertig. Maßarbeit auf neuguineisch. Man weiß ja nie ob er heut kommt. Wir können den Rasen ja dann schneiden, wenn wir wissen, dass er da ist.

Da Coming of da Misis
Freudig erwartet und durch einen „singaut“ veranlasst. trat dann endlich „Da coming of da misis“ ein. Meine Frau landete am 09.09. um 4:50 in der Früh in Mosbi. Ich war von Cairns gekommen wegen Visum-Verlängerung und konnte sie am ples balus (Flugplatz) abholen. Zusammen flogen wir nach Lae und von dort ging es drei Tage später mit dem Speed Boat ins 90 km (4 Std.) entfernte Finchhafen.
Im Seminar soll Dorothe die angehenden Pfarrfrauen in der Kindererziehung und im Organisieren eines Kindergarten beraten. Die neun Jahre im Hochland früher waren eine gute Vorbereitung für diese Aufgabe. Ich bin glücklich meine „ehemalige Verlobte“ und geliebte Lebenspartnerin von 41 Jahren endlich hier zu haben und wir finden uns Schritt für Schritt im Leben auf Logaweng zurecht. Das Haus sieht schon erheblich wohnlicher aus. Die Frauen suchen vertrauensvoll den Kontakt mit meiner Frau, die grundsätzlich mit dem Leben und der Arbeit in Neuguinea vertraut ist. Amamas tru. Gott ist gut!

Unterricht am SFS

Am 16. Juli ging der Untericht am Seminar los. Ich unterrichte Englisch (Grammar, Text Analysis) in Yia 1 und Dogmatik (wird hier Doctrine genannt) in Yia 2. Außerdem begleite ich die Studenten beim Reli-Unterricht in der Gagidu Elementary School und begleite Vorbereitung, Evaluation und Training. Dienstags habe ich dann noch ein Intensiv-Seminar von Yia 1 Studenten, mit denen ich die Basics des Religionsunterrichts durchnehme. Am meisten Spaß macht mir die Dogmatik,wo wir die Glaubensgrundlagen der Kirche erarbeiten und versuchen diese möglichst trefflich mit Predigt, Gottesdienst, Kirchenliedern und Gemeindeleben zu verbinden. Die Routine der täglichen Andachten ist hilfreich. Dabei kommen Dozenten und Studenten zu Wort. Unter den Erstlings- und Probe-Andachten, die von den Studenten gehalten werden, ist immer wieder mal eine Perle, die man nicht vergessen möchte. Mittwochabends ist Waspapa Grup (wörtlich: Ein Lehrer, der auf eine Gruppe von 10-15 Studenten „aufpasst“). Es gibt zuerst eine liturgische Andacht mit viel Liedern und anschließend gemütliches Zusammensein. Der Waspapa wacht auch über das Wohlergehen seiner „Schäfchen“ und die Studenten müssen sich bei ihm abmelden, wenn sie das Gelände verlassen. Ich bin in der Waspapa Grup von Pastor Baraino. Ein sehr bescheidener interessanter Man mit viel Lebens-erfahrung. Er ist 17 Jahre als 1. Offizier zur See gefahren, bevor er Theologie studiert hat.

P.Baraino, Eric, Principal
P. Baraino, Eric Arthur und der Principal im Lehrerzimmer

 

Leben auf Logaweng

Der Wecker schellt um 6:00 Uhr. Draussen ist es halb hell. Um 7:00 Uhr beginnt der Unterricht. 80% der Studenten in Englisch sind da. 20% tröpfeln nach und nach ins Zimmer. Es ist eine Herausforderung, die Studenten pünktlich zum Unterricht zu kriegen. Ich habe mir den Ruf als „hatpela man“ (strenger Kerl) zugelegt und so sind sie ab dem zweiten Mal alle pünktlich. Analyse von Texten aus der NIV Bible. Eine Herausforderung für beide Seiten. Um 7:30 fährt der School-Truck mit den 30 Schulkindern des Seminars vorbei. Sie werden nach Gagidu in die Schulen gebracht und nachmittags wieder abgeholt. Um 7:50 c.t. ist Morgenandacht in der Kirche gegenüber. Es wird viel und kräftig gesungen. Das macht Spaß und manches Lotubook (Gesangbuch) Lied hat einen erfrischenden Schwung durch die Interpretation der SFS Studenten bekommen. Um  8:30 geht der Unterricht weiter. Um 10:00 Uhr ist Pause und wir haben die tägliche Lehrersitzung (Tisa Bung). Hier werden alle wichtigen Entscheidungen bezüglich des Seminar-Betriebs getroffen. P. Edwin Huevos teilt für jeden Dozenten ein Päckchen Biskets und 3-in-1 Kaffee (Zucker-Milch-Pulverkaffee) aus. Das bekommen alle Studenten und Lehrer. Eine Spende von Mission-EineWelt zur Blutzuckerhebung. Ein Student sagte mir kürzlich, er habe ein Glas Wasser zum Frühstück getrunken. So können sich manche in der zweiten oder dritten Stunde nicht mehr konzentrieren oder schlafen im Unterricht ein. 3-in-1 plus Bisket ist eine gute Lösung für diese Problem.  Die Studenten haben Studierzeit oder Community Work (Straßenbau, Rasenmähen, Sauber-machen) an zwei Nachmittagen der Woche. Nach der 5. Stunde gehe ich heim: Geschirrspülen, Aufräumen, Essen kochen, Wäsche waschen (und vor allem trocken kriegen) Mittagschlaf. Ab 15:00 Korrigieren, Vorbereiten des nächsten Tages. Manchmal fahre ich mit dem School-Truck nach Gagidu zum Markt und Supermarkt, um das Nötige einzukaufen. Nachmittags kommen immer wieder Studenten zum Besprechen. Um 18:00 Abendessen kochen. Ab und zu auf ein Spielchen Siedler oder Monopoly o.ä. zu Eric und den Cramers (meinen Nachbarn). Vor dem Einschlafen lese ich viel. Gerade gelesen von Esther Maria Magnis, Gott braucht dich nicht. Eine Bekehrung. Eins der stärksten Bücher das ich in den letzten Jahren gelesen habe.

Ohne Strom, Partnerschaft, 65, Regenzeit, Besuch, Abschied

Die ersten 10 Tage hatte ich keinen Strom. Eine Herausforderung. Wasser holen vom Tank draussen. 3 Minuten Duschen mit der alten Eimerdusche zum Hochziehen. Zum Glück gab es Gas für heißes Wasser. Abendessen bei Kerzenschein. Lesen mit der Taschenlampe. Früh ins Bett. Vor zwei Wochen wurde die Leitung repariert. Gott sei Dank.

Am 22.07. war Partnerschaftssonntag. Im Gottesdienst wurde ein Brief aus dem Dekanat Castell vorgelesen. Ein Kinderchor sang zum Playback eine Dankeshymne auf die Unterstützung durch Castell (Tenkyu Poroman, God Bless). Ich durfte predigen zu Mat. 6, 43-46; 53-56: Jesus ist bewegt über die Leute, die wie Schafe ohne Hirten sind.

Am 23.07. hatte ich 65sten Geburtstag. In Neuguinea wird sowas nicht gefeiert. Aber die „Wantoks“ (Leute von der gleichen Sprachgruppe) haben mich nicht vergessen. Ein Blumenstrauß, Cup-Cakes und ein Geburtstagskaffeetrinken sowie Eure vielen Grüße mit WhatsApp, Facebook und Email werden mich diese runde Jubiläum nicht vergessen lassen.

Im Bild: Geburtstagskaffee, frische Rambutan auf dem Markt, Pizza-Piknik mit Freudenbergs, Cramers und Eric Arthur.

Die Regenzeit war bis gestern erträglich. Nachts gab es angenehm kühle Temperaturen.  Immer wieder Sonnentage. Ab und zu ein kräftiger Guss. Während Dtld unter einer Hitzewelle schmachtet. Aber heute hat es ununterbrochen geschüttet. Ich weiß jetzt, warum die Pioniere die Missionary Häuser hier so groß (mit einem langen Gang versehen) gebaut haben. Trockenen Fußes Auf- und Abgehen ist Therapie. Ich versuche den „rainy season blues“ mit starkem Tee oder Kaffee und mit lauter Musik zu vertreiben.

Übers Wochenende kam Nikolas Steven der Sohn einer Freundin (Isolde Wilhelm-Steven) von Lae zu Besuch. Er arbeitet dort im Lands Department der Kirche und kommt gern mal wieder nach Finchhafen, weil er in Butaweng aufgewachsen ist. Er weiß was Weiße hier brauchen und hat frisches Hochlandgemüse vom Markt und ein paar Raritäten, die es hier nicht gibt aus den Supermärkten in Lae mitgebracht. „Tenkyu brata“ . Außerdem waren die Gespräche in der Küche über Gott und Welt, Land und Leute wunderbar inspirierend.

Eric der Volonteer, hat ein Jahr mitgearbeitet. Er hat Englisch Unterricht mit P. William und mir zusammen gehalten. In diesem Jahr ist er den Studenten und Mitarbeitern hier ans Herz gewachsen. Deshalb lassen sich die Logawenger auch nicht lumpen und werden ein großes Kaikai (Abschiedsessen) veranstalten. Am 10. August geht er wieder zurück nach Dtld. Alles Gute Eric!

Demnächst mehr.

 

 

 

 

NBG-FFM-HKG-POM-HGU-KEW-MNG-GOR-LAE-LOG

Der Herr am Lufthansa Schalter in Nürnberg fragte mich wo das sei, Mt. Hagen. „Das ist eine ungewöhnliche Destination.“ Für mich war ungewöhnlich, dass er mein Gepäck  automatisch bis dorthin durch-checken konnte. Früher wurde das per Hand geschrieben. Dann 1/2 Std nach FFM, 11 Std. nach HKG. Dort um 6:30 a.m. an. 13 Std. Stopover. Zum Glück hatte Dr. Sung Kim sich angeboten mich zu führen. Er ist in Ansbach geboren, hat in Stgt studiert und lehrt nun am Lutheran Theol. Seminary in Sha Tin. Schöne Lage mitten im volkreichen HKG, direkt am Wald, Ruhe und Besinnlichkeit, Fischteich und schöne Chapel. Mittagessen mit P. Sung und Studenten in der Mensa (Stäbchen sind obligatorisch, Löffel/Gabel nur für die Greenhorns) Nachmittags in den Häuser-schluchten von HKG Island.

Abends Weiterflug nach PNG. Um 5:00 a.m. angekommen. Gleich eine SIM Card beim Digicell Laden gekauft. So kann ich mit Euch in Verbindung bleiben. Am ATM der ANZ-Bank PNG Kina geholt. Alles vor 6:00 Uhr. Dann fünf Stunden Warten auf den Flug nach Mt. Hagen. Es regnet viel z.Zt im Hochland. Dort werde ich von der Direktorin der Luth. Highschool Kewamugl mit dem  School-Car abgeholt

Nachmittags Ankunft in Kewamugl. Sie hatten mich schon zwei Tage früher erwartet, aber da ging die Reise erst los in Dtld. Große Freude. Abds.: Andacht im Haus Makai /Versammlungshaus (ich darf predigen), danach Story-Time. Um 1:00 ins Bett. Nächsten Tag: Rundgang durchs Dorf und zur Highschool. Bild bei der Lutherrose. Sie ist  letztes Jahr zum Reformationsjubiläum entstanden. Um 17:00 Gottesdienst in der neuen Kirche von Nengembia, die an Ostern eingeweiht wurde. Ich werde von einer „Singegruppe“ begrüßt. Jack mein Übersetzer von vor 27 Jahren freut sich beim Wiedersehen) Das Haus Lotu (Kirche) ist voll. Ich darf predigen. Abds.: Story Time. Um 1:00 ins Bett. Am So. Godi in Kewamugl. Ich darf predigen.

Die Kirche ist voll besetzt. Anschließend Foto-Op (v.li. Treasurer, Pidgin Chairman, James Koimbo früherer Chairman, ein guter Freund, wusste gar nicht, dass er so klein ist, habe ihn immer als große Persönlichkeit in Erinnerung, re. Kuman Chairman)

Nach dem Mittagessen Abschied und Fahrt nach Mingende. Besuch bei meinem guten Freund Br. Otto (81 J.) der noch recht fit ist und den Workshop dort seit Jahrzehnten leitet. Er ist schon 52 Jahre im Land und will immer noch nicht aufhören. Mo. abds. zum Abendessen und Story-Time bei den indischen Schwestern in Kerowagi. Die Dame ganz rechts oben kann sich noch gut an unsere Family vor 22 Jahren erinnern. Wir erkennen uns im Fotoalbum wieder. Am Di. bringen mich zwei Mitarbeiter von Br. Otto nach Goroka. Sie müssen dort Diesel-Tonnen holen. Eine gute Mitfahrgelegenheit. Der Daulo Pass (üb. 2000 mtr.) ist im Nebel und Wolken. Das Wetter in Goroka ist sonnig und warm. eine Nacht bei Regine und Martin Weberruß, gute Freunde von vor 28 Jahren. Story Time und Video Exchange. Nächsten Früh gleich zum PMV stop am Markt. Treffe mich mit Eric dem Freiwilligen. Wir fahren gemeinsam zum Seminar in Logaweng. Er kommt von Asaroka. Um 9:30 endlich ab nach Lae. Nur eine Reifenpanne bei Henganofi (15 Min. Pause) und „schon“ um 17:00 Ankunft in Lae (Strecke ca. 340 km)

Übernachtung bei Thorsten Kraft und Frau Bernadette. Thorsten ist unser Mann in Lae. Sehr gastfrei und hilfreich in allen Lebenslagen. Obwohl er für Kristen Radio und die Lutheran Communication sorgt, hat er immer ein Ohr für uns und wo am Nötigsten. Am nächsten Tag ELC-PNG Tag mit Feierstunde und Gottesdienst in der Ampo Kapelle. Lukas Ketabing (2. Bischof) predigt sehr gut und P. Elymas Bakun erzählt aus der Geschichte der Ev.-Luth. Kirche in PNG. Händeschütteln mit vielen alten Bekannten. Nachmittags noch schnell „supplies“ (Nachschub) in den Läden Laes eingekauft. Die Zeit ist zu knapp. Am nächsten Morgen Transfer zum Voco Point (Hafen für Speedboats). An der Conference-Hall in Ampo bereiten Frauen ein Frauentreffen mit viel Blumengestecken und Luftballons vor.

Am Hafen warten wir auf zwei Boote nach Finchhafen. Wir sind 7 Erwachsene und 2 Kinder und eine Menge „Cargo“ (Ladung) fürs Seminar und für uns. Das gute SDA Boot ist leider ausgebucht. Also mit zwei Bananaboats. Man sitzt auf dem Boden direkt am Wasser. 1 1/2 Std. dauert es noch bis zur Abfahrt (Sie müssen noch tanken etc.). Beim Warten sehe ich den Büchsensammler, der seine Alukontainer platt macht.  Dann geht’s los aber nur für 30 Minuten. Schon  kehren wir wieder um. Probleme mit den Zündkerzen. Zurück nach Lae. Wir wechseln das Boot. Ich warte am Strand und sehe den „Meerjüngling von Lae“, ihr kennt ja die Statue der Meerjungfrau in Kopenhagen. Wir fahren wieder los. Sonnenschein und glatte See.

Nach zwei Stunden zieht der Himmel zu. Ein Regenduscher kühlt uns ziemlich ab. Dann wieder Sonnenschein. Nach 3 1/2 Stunden Ankunft in Finchhafen. Toni fährt die Frauen, Kinder und mich rauf nach Logaweng (7 km). Um 17:00, Gott sei Dank, endlich am Ziel der langen Reise angekommen. Einen Tag auspacken und einräumen. Am So. (16.07.) dann Godi in der Seminar-Kirche. Ansprechender Blumenschmuck. Die Gemeinde klatscht zur Begrüßung. P. Robert Baraino (grünes Hemd im Vordergrund) hat ansprechend gepredigt. Soviel zu meiner 10 tägigen Anreise nach Logaweng.

Fortsetzung folgt!